BLKÖ:Baumann, Alexander

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Baumann, Friedrich
Band: 1 (1856), ab Seite: 189. (Quelle)
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Baumann, Alexander[1][2] (Dialectdichter und Liedercompositeur, geb. zu Wien 1814). Studirte zu Wien, trat in Staatsdienste und ist gegenwärtig Archivs-Offizial des k. k. Reichsrathes. Schon früh schrieb er Romanzen und Lieder in niederösterreichischer Mundart; dann trat er mit dramatischen Arbeiten auf, und zwar erschienen von ihm: „die beiden Aerzte,“ Lustspiel in 3. Aufz., (aufgef. 1840); – „das Versprechen hinterm Heerd.“ Alpenscene (1848); – „der Freiherr als Wildschütz.“ (1849); in letztern zwei Stücken wirkt die Nebeneinanderstellung der niederösterreichischen Mundart und des Berliner Jargons mit drastischer Komik. Diesen zwei Stücken – welche auf allen deutschen Bühnen gegeben worden – verdankt B. seine Volksthümlichkeit. Außerdem erschienen von ihm noch die dramat. Arbeiten: „Unnöthige Intriguen.“ Lustspiel, (1850); – „Liebschaft in Briefen.“ (1851), welche mit den obigen als „Beiträge für das deutsche Theater“ (Wien 1849, Wallishausser) und als „Singspiele aus den österr. Bergen im Volksdialekt“ (Wien 1850, Seidel) herauskamen. – Außerdem schrieb B.: [190] „Ehrnbusch’n für d’Oesterr. Armee in Italien z’sambrockt in 100 Schnadahipfln ...“ (Wien 1850, 63 lith. Bl. mit Randzeichnungen), das sind Soldatenlieder, welche die siegreiche Armee gleich den Soldatenliedern von Zedlitz, Levitschnigg und Julius von der Traun im Dialect verherrlichten. Für seinen „Ehrnbusch’n“ erhielt Baumann von dem greisen Feldmarschall Radetzky mit einem sehr verbindlichen Schreiben ddo. Verona 29. April 1850 eine Cassette aus Silber. Auch ist Baumann Meister im Zitherspiele, und seine Compositionen für dieses Instrument erfreuen sich einer großen Beliebtheit. Als Compositeur gab er heraus: „Gebirgsbleameln,“ wovon 8 Hefte erschienen sind, worin die Texte dieser Lieder ganz, die Melodien zum größten Theile B.’s Eigenthum sind. Nur bei einigen Nummern wurden wirkliche Volkslieder benützt. Der als Kritiker in Musiksachen anerkannte Dr. Ed. Hanslick schreibt über Baumann: „B. ist als Componist eine seltsame Erscheinung; er kennt nicht eine Note. Unvermögend seine Melodien zu lesen oder zu schreiben, beschränkt er sich darauf, sie sehr hübsch zu erfinden und ebenso zu singen. In B. personificirt sich uns sehr anschaulich der Prozeß, wie das Volkslied entsteht, Baumann singt als Einer aus dem Volke. Die glückliche Auffassung nationaler Eigenthümlichkeiten, welche ihn auszeichnet, verband sich hier mit der Kenntniß und Vorliebe für österreichische Alpenländer zu einer künstlerischen Hervorbringung, welche bei aller Schlichtheit sich großer Reize rühmen kann. Viele seiner Lieder sind so tief in’s Volk übergegangen, daß sie oft irriger Weise für daher entlehnt gehalten werden.“

Mosenthal (Dr. S. H.), Museum aus den deutschen Dichtungen österreichischer Lyriker und Epiker (Wien 1854) S. 453. – Frankl (L. A.), Sonntagsblätter 1847. S. 130. – Friedenszeitung (Wien 1850, Fol.) Nr. 115.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Baumann, Alexander, Dichter [s. d. Bd. I, S. 189], gestorben zu Gratz 26. December 1857.
    Presse (Wiener polit. Blatt) 1857, Nr. 296 und 297. – Theater-Zeitung von Ad. Bäuerle 1857, Nr. 297. – Wiener Zeitung 1857, S. 3729, und Abendblatt derselben, 1857, Nr. 299: „An Alex. Baumann“. – Gratzer Zeitung 1857, Nr. 298 [im Feuilleton]. [Bd. 11, S. 366.]
  2. E Baumann, Alexander [Bd. I, S. 189; Bd. XI, S. 366] (geb. 7. Februar 1814).
    Neues Wiener Journal 1867, Nr. 10: Ueber ein angebliches Original-Manuscript Alex. Baumann’s, betitelt: „Vieh-Ideen“, dessen Autorschaft später Herr Gämmerler reclamirt. [Bd. 22, S. 475.]