BLKÖ:Dankovszky, Gregor

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 3 (1858), ab Seite: 159. (Quelle)
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Dankovszky, Gregor (Geschicht- und Sprachforscher, geb. zu Teltsch in Mähren 16. Febr. 1784). Studirte zuerst in Iglau 1796. Lebte vom Genusse eines kleinen Stipendiums u. von Unterrichtertheilen. 1801 ging er nach Wien, hörte Philosophie und Theologie, unter Karpe, Jahn, Ambschel und betrieb auch gymnastische Uebungen. Im J. 1805 befand sich Anton Gabelhoven, Propst von Vágujhely in Wien u. wollte vom Professor Jahn sich in der arabischen Sprache unterrichten lassen; da Jahn diesem Wunsche des Prälaten nicht entsprechen konnte, empfahl er ihm seinen ausgezeichnetsten Schüler Dankovszky, der den Propst später auch nach Vágujhely begleitete. Hier studirte D. fleißig die griechische und arabische Sprache, trieb aber zu gleicher Zeit das Französische und Ungarische, letzteres unter Révai. Als bald nachher an den ungarischen Akademien Lehrkanzeln für griechische Sprache errichtet wurden, bewarb sich D. um eine derselben und wurde 1806 zuerst für die Raaber, 1807 für die Preßburger Akademie ernannt. Graf Szapáry ernannte ihn zum akademischen Bibliothekar. Als solcher ordnete er mit Beihilfe seines Freundes Endlicher die ihm anvertraute Bibliothek. In der Gesellschaft des Probstes von Vágujhely hatte sich D. auch in höhern Kreisen bewegt und fand bei dem Cardinale Colloredo in Kremsier, bei den Grafen Csáky und Révai freundliche Aufnahme. Als akademischer Professor 1807–1809 unterrichtete er den Grafen Ludwig Csáky in der Rhetorik, Poesie und Philosophie, 1818–23 den Sohn des Baron G. Wilhelm Walterskirchen. Als Student hat er viele Fußreisen gemacht, die er auch als Professor fortsetzte; so ging er 1816 in Gesellschaft des Baron Georg Walterskirchen über Güns, Gräz und Triest nach Venedig; 1824 erstieg er die steirischen Alpen. Als Schriftsteller im Gebiete der Philologie und Geschichte war Dankovszky sehr fruchtbar und gab außer mehreren Gelegenheits-Gedichten u. a. auf den Fürsten Grassalkovics, Grafen Csáky, und Andere folgende Werke heraus: „Elementa linguae graecae practica“ (Pressburg 1808); – „Grammatica linguae graecae ... methodo Lexici Schneideriani exarata“ (Wien 1812); – „Hungarae gentis avitum cognomen, origo genuina, sedesque priscae, ducentibus graecis scriptoribus detectae“ (Pressburg 1825); – „Hungarae constitutionis origines, gentis incunabula, et diversae sedes quae e graecis, syriacis- arabicis, slovenis et domesticis fontibus deduxit“ (Pressburg 1826); – „Fragmente zur Geschichte der Völker ungar. und slavischer Zunge nach den griechischen Quellen bearbeitet“ 1 Heft (Preßburg 1825); – „A magyar nemzet maradéki az ősi lakhelyekben“, d. i. Die Ueberreste der magyarischen Nation in ihren alten Wohnsitzen (Preßburg 1826). D. bedient sich, obgleich kein geborner Ungar, und erst später zur Kenntniß dieser Sprache gelangt, in dieser Schrift mit Glück derselben, doch hatte er schon früher ein magyarisches Festgedicht veröffentlicht; – „Anonymus Belae regis notarius, Simon de Keza et Joannes de Turatz de Hungarorum natali solo referentes recensiti et illustrati a. D ...“ (Pressburg 1826); – „Der Völker ungarischer Zunge und insbesondere der sieben Völkerschaften, von welchen die heutigen Magyaren unmittelbar abstammen, Urgeschichte, Religion, Kultus, Kleidertracht etc. 550 Jahre vor Chr. G.“ (Preßburg 1827); – „Die Griechen als Stamm- und Sprachverwandte [160] der Slaven. Historisch, philologisch dargestellt“ (Preßburg 1828); – „Homerus slavicis dialectis cognata lingua scripsit“ (Wien 1829); – „Magyaricae linguae Lexicon critico-etymologicum“ (Preßburg 1833–36). In diesem Wörterbuche forscht D. den urthümlichen magyarischen Worten nach und analysirt zugleich jene, welche sie vornehmlich den slavischen, ferner den griechischen, den deutschen und romanischen Dialecten entnommen haben. Für dieses Werk hat ihn Se. Majestät, König Ferdinand V., im Jahre 1838 mit einer goldenen Denkmünze beschenkt, worauf folgende Aufschrift zu lesen ist: „De literis merito Gregorio Dankovszky“; – „Kritisch-etymologisches Wörterbuch der magyarischen Sprache u. s. w.“ (Tyrnau 1833); – „Matris slavicae filia erudita vulgo lingua graeca seu Grammatica cunctarum slavic. et graec. dialectorum ... liber 1 et 2“ (Pressburg 1836 u. 37); – „Anakreon, der fröhliche Grieche sang vor 2370 Jahren griechisch-slavisch“ (Preßburg 1847, 8°.). In diesem literarischen Curiosum sucht D. nachzuweisen, daß das Griechische und Slavische gleichlautend und gleichbedeutend seien. Seine gewagten Ansichten und Folgerungen, namentlich sein „Homerus slavicis dialectis cognata lingua scripsit“, erregten in der gelehrten Welt großes Aufsehen und es fehlte für D. auch nicht an mancherlei Collisionen. In Handschrift befindet sich außer einigen poetischen Arbeiten noch eine „Geschichte der königl. Freistadt Pressburg“.

Archiv für Geschichte, Statistik, Liter. u. Kunst (Wien 1826, 4°.) XVII. Jahrg. Nr. 128, 129, S. 683. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungar. Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jakob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1856, Gustav Emich) S. 94. – Oestr. National-Encyklopädie (von Gräffer und Czikann), (Wien 1835, 6 Bde.) I. Bd. S. 679. VI. und Suppl. S. 419.