BLKÖ:Ellrichshausen, Karl Reinhard Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Ellmaurer, Joseph
Band: 4 (1858), ab Seite: 25. (Quelle)
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Ellrichshausen, Karl Reinhard Freiherr von (Feldzeugmeister, Commandeur des Mar. Theresienordens, geb. zu Eschenbach im Ober-Mainkreise Baierns 1720, gest. zu Prag 9. Juni 1779). Entstammt einer alten fränkischen Familie, trat 1736 in’s Inf.-Reg. Baron Roth Nr. 22, derzeit Franz Graf Wimpffen und war im Erbfolgekriege bereits Major; 1755 Oberstlieutenant, 1757 Oberst im Regimente. Im siebenjährigen Kriege war er bei Görlitz, Prag, Breslau thätig, wurde 1759 Generalmajor, zeichnete sich bei Landshut aus, wo er mit seinen Grenadieren den Buchberg einnahm, rückte 1766 zum Feldmarschall-Lieutenant, 1773 zum Feldzeugmeister vor. Im bairischen Erbfolgekriege erhielt er im Oct. 1778 den Befehl, mit seinem Corps, 8 Infanterie- und 6 Cavallerie-Regimenter, den Feldzeugmeister Botta d’Adorno, welcher die Gränzen Mährens und Böhmens besetzt hielt, zu verstärken. Dann übernahm er von Botta den Oberbefehl. Da traf nun E. in seiner Stellung bei Jägerndorf und Troppau so treffliche Dispositionen, daß dadurch die kais. Truppen, insbesondere aber das Corps des Generals Wurmser in allen Manövers gefördert und der glückliche Ausgang der Kriegsereignisse veranlaßt wurde. Für dieses treffliche Verfahren übersandte Kaiser Joseph mit einem eigenen Handschreiben dem General das Commandeur-Kreuz des Mar. Theresien-Ordens. Die Aufopferung aber, mit welcher E. sich dem schweren Dienste gewidmet, sein persönliches Einschreiten überall, wodurch der glückliche Erfolg seiner wohlberechneten Dispositionen wesentlich gefördert worden, hatte seine Gesundheit so sehr geschwächt, daß er wenige Monate nach der ihm gewordenen Auszeichnung als commandirender General in Böhmen (9. Juni 1779) im Alter von 59 Jahren starb. Kaiser Joseph ehrte das Andenken des wackern Kriegers dadurch, daß er auf das Denkmal seines Grabhügels die Worte „viro indefesso“ setzen ließ.

Thaten und Charakterzüge berühmter österr. Feldherrn (Wien 1808). – Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria-Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, 4°.) I. Abth. S. 216 u. 2731 [nach diesem gest. 9. Juni 1779]. – Oestr. Militär-Konversations-Lexikon. Herausg. von Hirtenfeld u. Dr. Meynert (Wien 1851) II. Bd. S. 208 [nach diesem geb. zu Aschenstadt 1720, gest. im M. 1799]. – Genealogie dieser Familie. Vergleiche: Gothaisch. geneal. Taschenbuch der freiherrlichen Häuser auf das J. 1849 (II. Jahrg.) S. 104 u. 105 – und [Kneschke, Ernst Heinrich Prof. Dr.] Die Wappen der deutschen freiherrl. und adeligen Familien (Leipzig 1855, Weigel, 8°.) 1. Bd. S. 137. – Wappen. Schild sechsmal von Roth und Silber schräglinks getheilt. Auf dem Schilde steht ein gekrönter Helm, aus welchem ein, wie der Schild getheilter, linkssehender springender Bock mit zurückgebogenen goldenen Hörnern aufwächst. Helmdecken sind roth und silbern.