BLKÖ:Götz, Franz

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 5 (1859), ab Seite: 247. (Quelle)
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Götz, Franz[BN 1] (Musikus, geb. zu Straschitz in Böhm. 1755, gest. wann?). Kam, 12 J. alt, als Discantist auf den heiligen Berg bei Přibram, und 1769 nach Prag in’s Wenzel-Seminar. Da vollendete er seine Studien und wurde Magister der Philosophie. Seine Absicht, in den Benedictiner-Orden zu treten, gab er bald auf und widmete sich ganz der [248] Musik. Er unternahm eine kleine Kunstreise, machte in Brünn Halt, wo er bei dem dortigen Theaterorchester Dienste nahm und nun in mehreren Städten spielte. In Breslau lernte ihn der berühmte Dittersdorf (III. Bd. S. 316) kennen und auf dessen Empfehlung erhielt er die Stelle des Concertmeisters an der bischöflichen Capelle zu Johannesberg. Als diese aufgelöst ward, ging er wieder auf Reisen und gab Concerte, bis er einem Rufe des Baron Kaschnitz nach Brünn folgte, um die Direction des dortigen Theaterorchesters zu übernehmen; 1787 ging er nach Olmütz und wurde Capellmeister bei dem Fürst-Erzbischof Colloredo. Im J. 1791 reiste er zur böhm. Krönung des Kaisers Leopold II. nach Prag, wo er Concerte gab und einen Mozart, Salieri unter seinen Bewunderern zählte. Auch im folgenden Jahre gab er ebenda, als die Krönung des Kaiser Franz II. Statt fand, mit glänzendem Erfolge Concerte. G. war ein fleißiger Compositeur, er schrieb viel für die Gambe und die Violine, u. z. Sonaten, Concerte, Trio’s, Duetten u. d. m. In seinen Concerten spielte er immer neben den Werken großer Meister seine eigenen Compositionen, die jedoch nicht gedruckt erschienen, sondern Manuscript geblieben sind. Im J. 1799 stand er noch immer als Concertmeister in den Diensten seines Mäcens, des Erzbischofs von Olmütz. Seither ist von ihm keine Kunde mehr in die Oeffentlichkeit gedrungen und die Zeit seines Todes unbekannt.

Dlabacz (Gottfried Johann), Allgem. histor. Künstler-Lexikon für Böhmen (Prag 1815, 4°.) I. Bd. Sp. 481. – Gerber (Ernst Ludw.), Neues hist.-biograph. Lexikon der Tonkünstler (Leipzig 1812, A. Kühnel, gr. 8°.) II. Bd. Sp. 353. – Neues Universal-Lexikon der Tonkunst (begonnen vonDr. J. Schladebach, fortgesetzt) von Eduard Bernsdorf (Dresden 1857, Schäfer, gr. 8°.) II. Bd. S. 202. – Meusel (J. G.), Künstler-Lexikon vom Jahre 1808 I. Bd. S. 297. –

Berichtigungen und Nachträge

  1. E Götz, Franz [Bd. V, S. 247][WS 1].
    d’Elvert, Geschichte der Musik u. s. w., wie bei Balzar, Beilagen S. 98. [Bd. 28, S. 343.]

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [Bd. V, S. 98].