BLKÖ:Habsburg, Anna von Tirol

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 6 (1860), ab Seite: 152. (Quelle)
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28. Anna von Tirol, Kaiserin, Gemalin des Kaisers Mathias (geb. zu Innsbruck 4. October 1585, gest. 14., nach Anderen 15. December 1618). Sie ist eine Tochter des Erzherzogs Ferdinand (II.) von Tirol aus dessen zweiter Ehe mit Anna Katharina, Prinzessin von Mantua [s. Nr. 31], und gleich ihrer Mutter berühmt durch ihre hohe Religiösität und Frömmigkeit. Am 4. Dec. 1611 wurde sie mit ihrem Vetter, nachmaligen Kaiser Mathias, zu Wien vermält, mit ihm am 24. Juni 1612 zu Frankfurt als Kaiserin, den 25. März 1613 als Königin von Ungarn, den 10. Jänner 1616 als Königin von Böhmen gekrönt. Sie starb im Alter von 33 Jahren. Ihre Ehe war kinderlos geblieben. Mit ihrem Gatten zugleich ist sie die Stifterin der kaiserlichen Gruft bei den Kapuzinern, und wurde sie die erste in derselben beigesetzt. Die trüben, unruhevollen Tage, welche Mathias und seine fromme Gemalin in Folge der damaligen Religionswirren und des Bürgerzwistes erlebten, ließen für beide keine andere Friedenshoffnung mehr, als im Jenseits, und ihre unablässige Sorge war auf ihre Ruhestätte gerichtet. Jedoch erst nach beider Tod wurde von Ferdinand am 8. September 1622 der Grundstein gelegt; 1632 fand die Einweihung, 1633 die feierliche Uebertragung der inzwischen im Königskloster beigesetzten Leichname des Kaisers und der Kaiserin Statt. Leopold I. 1701, Maria Theresia 1748, und Kaiser Franz 1824 ließen die Gruft erweitern. [Siehe Tafel N und O.]

(Hormayr), Wiens Geschichte und seine Denkwürdigkeiten (Wien 1825, Härter, 8°.) II. Jahrg. 2. Bd. S. 30 u. f.