BLKÖ:Habsburg, Karl (Don Carlos)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Habsburg, Karl V.
Band: 6 (1860), ab Seite: 355. (Quelle)
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131. Karl, Infant von Spanien, gewöhnlich Don Carlos (geb. 9. Juli 1545, gest. 24. Juli 1568). Sohn Philipp’s II. von Spanien aus dessen erster Ehe mit Maria von Portugal. Carlos’ Mutter starb den zweiten Tag nach ihrer Niederkunft und er mußte mit Ziegenmilch ernährt werden. Des Knaben Gemüthsart war, wie die vielen Geschichteschreiber übereinstimmend melden, eine störrige, heftige, überdieß war seine Körperbeschaffenheit im Alter von 12 Jahren und später eine schwächliche. Man will Anlagen zur Grausamkeit an ihm gefunden haben. Sonst entwickelte sich in ihm eine frühe Selbstständigkeit mit dem Bewußtsein der ihm zustehenden Rechte. Als er vernahm, sein Vater Philipp habe die Absicht, dem etwaigen Sohne aus seiner zweiten Ehe mit Marie von England die Niederlande zu übergeben, erklärte Carlos, dieß nie zugeben, sondern seinen etwaigen Bruder bekämpfen zu wollen. Die Spannung zwischen Carlos und seinem Vater stammte aus früher Zeit und wurde so groß, daß Carlos seinen Großvater, den Kaiser Karl V., Vater, seinen Vater aber Bruder nannte. Später bezog Don Carlos mit Don Juan d’Austria, Karl’s V. natürlichem Sohne [siehe d. Nr. 128], und dem Prinzen Alexander von Parma die Universität Alkala, wo er durch einen Fall seinen Kopf so schwer verletzte, daß er trepanirt werden mußte. Seit dieser Zeit soll er körperlich noch schwächer, geistig noch wilder und ausgearteter geworden sein. Raumer in dem in den Quellen bezeichneten Werke zählt eine Reihe von Rohheiten und leidenschaftlichen Ausbrüchen des Prinzen auf, deren Wahrheit, wie R. bemerkt, füglich nicht bezweifelt werden könne. Der Zwiespalt zwischen Vater und Sohn blieb sich gleich, wenn er nicht sogar zunahm. Die Königin, Philipp’s II. dritte Gemalin, Elisabeth von Valois, versuchte es, Vater und Sohn auszusöhnen, aber die beiderseits gestellten Bedingungen waren für beide Theile unerfüllbar, der König verlangte, Carlos solle sein Naturell ändern, Carlos wieder haßte Philipp’s Günstlinge Espinosa und Alba, welche eben auch nicht liebenswürdig waren, und konnte sich nicht zu einer angemessenen Behandlung derselben verstehen. Carlos knüpfte demnach heimliche Verbindungen in Spanien und Flandern an, bedrohte Philipp’s Herrschaft, und wie Einige wollen, des Vaters Leben. Als Philipp dieses Alles erfuhr, ließ er seinen Sohn verhaften. In der Nacht vom 18. auf den 19. Jänner 1568 erschien Philipp in Don Carlos’ Schlafgemach, wo es zwischen Vater und Sohn zu einer heftigen Scene kam. Am 22. Jänner erklärte Philipp in einem an seine Stände erlassenen Rundschreiben, wichtige zureichende Gründe hätten ihn zur Verhaftung des Infanten vermocht und er habe den Schmerz des Vaters der Pflicht gegen Gott und sein Reich nachsetzen müssen. Anderes jedoch berichten andere Geschichtschreiber; so bringen Einige das Ganze mit einem zwischen Carlos und Don Juan ausgebrochenen Zwiste in Verbindung, worauf Letzterer dem Infanten wichtige Papiere entwendet, dem Könige Philipp übergeben und diesem ein von Carlos gegen Philipp II. angesponnenes Complot verrathen habe. Abweichend von dem Vorigen, aber sehr ausführlich, schildert Fourquevaulx, der französische Gesandte [356] am Madrider Hofe, in den Depeschen vom 19. Jänner 1568 und 5. Februar 1568 das gespannte Verhältniß zwischen Vater und Sohn, des Letzteren Widerstand und des Ersteren Maßregeln, die zuletzt die strengste Haft veranlaßten. Thatsache ist, daß Don Carlos in strenger Haft gehalten wurde und daß alle Bemühungen des Kaisers, der Kaiserin, des Papstes und Königs von Portugal zu Gunsten des Gefangenen vergebens waren. Philipp ließ gegen Carlos eine Untersuchung einleiten. welche unter Philipp’s Vorsitz der Cardinal Espinosa, Ruy Gomez, Prinz von Eboli und der Staatsrath Mugnatones führten, welche jedoch weniger darauf gerichtet war, Carlos’ Schuld zu ermitteln, als die von Philipp gegen ihn ergriffenen Maßregeln zu rechtfertigen. Carlos hatte sich aber während der Haft noch leidenschaftlicher gezeigt, wie vordem, und durch sein Gebahren seinen Tod beschleunigt, indem er entschlossen war, bevor ein förmliches Urtheil über ihn gesprochen worden, seine Gesundheit dermaßen zu zerrütten, daß der Tod unfehlbar die Folge sein mußte. Philipp kam dann noch in der Todesnacht zum Infanten, gab ihm unvermerkt den Segen, worauf der Prinz um 4 Uhr Morgens entschlief. Vier Wochen später starb seine Stiefmutter Elisabeth im Wochenbette. Nach diesen neuesten Ergebnissen der Geschichtsforschung, in welchen Raumer und Gachard übereinstimmen, wäre also der Infant Don Carlos eine körperlich schwache und geistig bösartige Natur gewesen, welch’ letztere sich durch Leidenschaftlichkeit bis zum Wahnsinne steigerte; in solchen Momenten ließ er sich zum bittersten Hasse gegen den Vater und so weit hinreißen, Gedanken und Aeußerungen auszusprechen, welche auf dessen Tod hindeuteten; es wäre also der Infant unfähig zum Regieren, und jedenfalls Grund zu einer strengeren Aufsicht gegen ihn dagewesen; endlich wären der Infant und seine Stiefmutter Elisabeth beide natürlichen Todes gestorben und hätte niemals zwischen ihnen auch nur das geringste Liebeseinverständniß stattgefunden. Es ist dieß eine von allen älteren Annahmen und Erzählungen gänzlich abweichende Darstellung. Als Don Carlos starb, zählte er erst 23 Jahren.

I. Selbstständige Werke. Ahrens (J. P.), Don Carlos, prins van Spanje, onderzoek naar de oorzaak van deszelfs gevangeneming en dood (Devent. 1828, 8°.). – Cabrera (Luis de), Relatio vitae mortisque Caroli infantis, Philippi II. filii (Mediolani 1715, 8°.). – Egger (J. P.), Dissertatio de Carolo infante Hispaniae, Philippi II. filio (Marb. 1780, 4°). – Graun (C. H.), Dissertatio de Carolo, Hispaniarum principe, Philippi II. filio (Witteb. 1687, 4°.). – Lopez de Hoyos (Juan), Relacion de la muerte y honras funebres del serenissimo principe D. Carlos, hijo del catholico sey D. Philippe II., nuestro señor (Madrid 1568, 8°.). – Saint Réal (Cesar Vichard de), Dom Carlos, nouvelle historique (Paris 1781, Didot, 18°.), übers. in’s Deutsche (Berlin 1762, 8°.; Worms und Eisenach 1784, 8°.; von S. L. Schmidt, Mainz 1828, 8°. und ebd. 1831, 8°.). – Totze (Eobald), Don Carlos und Alexei (Petrowich) Luynes und (Geo.) Bukingham; Versuch in vergleichenden Lebensbeschreibungen (Greifswalde 1776, 8°.). – Außer diesen, bisher von genannten Autoren verfaßten Biographien erschienen von ungenannten: Der unglücklich verliebte Fürst oder Prinz Carl’s von Spanien Liebes-, Lebens- und Todes-Geschichte (o. O. 1624, 12°.). – Geschichte des spanischen Infanten Don Carlos (Hof 1795, 8°., mit Porträt). – Leben und Ende des Prinzen Don Carlos (Wien 1794, 8°.). – Historia del principe Don Carlos (Leipzig 1796, 8°.). – Histoire de Don Carlos (Amsterd. 1691, 12°.). – Leven van Karel, Erfprins van Spanje (Amst. s. a., 8°.). – Don Carlos, or a relation of the infortunate life and tragical death of that prince (London 1674, 12°.).
[357] II. Außer diesen selbstständigen Schriften erschien viel über Don Carlos in anderen Werken, u. z.: Allgemeine Zeitung 1857, Beilage zu Nr. 73, S. 1162: „Die spanischen Archive und Don Carlos“. [Nachdem besprochen ward, daß einem Gerüchte nach die Acten des Processes, den Philipp II. gegen seinen Sohn Don Carlos hatte einleiten lassen, sich auf dem Schlosse einer deutschen Fürstenfamilie befinden dürften, werden nun die Ergebnisse der Nachforschungen über diesen Gegenstand mitgetheilt. Man glaubte, die Acten über diesen Proceß wären in einer Kiste eingeschlossen, welche sich im Schlosse Simancas befand; dahin solle Philipp II. sie haben bringen lassen und Jenen mit dem Tode bedroht haben, welcher diese Kiste eröffnen würde. Napoleon I. mit seiner bekannten Kunst, archivalische und Kunstschätze zu wittern und für Frankreich – auf welche Art und Weise, galt ihm gleich – zu aquiriren, hatte im August 1809 dem General Kellermann in Valadolid befohlen, alle in Simancas befindlichen Archive nach Paris bringen zu lassen. Man fand nun wirklich in Simancas eine Kiste mit drei Schlössern, die der Secretär der Archive nie hatte öffnen können. General Kellermann ließ den Koffer öffnen, und nun zeigte es sich, daß er wohl Acten eines Processes enthielt, aber nicht jenes, den Philipp gegen seinen Sohn Don Carlos hatte einleiten lassen, sondern des Processes, der dem Minister Calderon unter Philipp III gemacht worden war.] – Archiv für Geographie, Historie, Staats- und Kriegskunst (Wien, 4°.) IX. Jahrg. (1818), Nr. 39: „Don Carlos’ Tod. Heinr. Sigm. von Cavallis, venet. Gesandter am königl. Hofe, an den Dogen der Republik, Don Pietro Loredano [aus der Biblioteca italiana Nr. XXIV, S. 311–316]. – Beiblatt zur Allgem. Moden-Zeitung, redig. von Dr. A. Diezmann, 1856, Nr. 20–24: „Don Carlos und Isabella“. – Deutsches Volksblatt (Stuttgart, kl. Fol.) 1855, Nr. 178, 179, 180: „Der Tod des Don Carlos von Spanien“. – Dasselbe Nr. 184: „Don Carlos’ Porträt“ [beide nachgedruckt in Sebastian Brunner’s „Wiener Kirchenzeitung“ 1855, Nr. 73 und 74]. – Eos. Zeitschrift aus Bayern, 1825, S. 135: „Don Carlos und die Prinzessin Eboli“ [werden drei Porträte, u. z. jenes der Prinzessin Eboli, der Königin Elisabeth und des Don Carlos beschrieben, alle drei befanden sich zu Ende des achtzehnten Jahrhunderts noch im Schlosse Buitrago, welches dem Herzoge von Pastrano, einem Nachkömmlinge des Prinzen von Eboli, gehört]. – Frankfurter Konversationsblatt 1838, Nr. 150–154: „Don Carlos von Oesterreich“, von Viardot. – Dasselbe 1859, Nr. 101: „Don Carlos, Infant von Spanien“. [Fragment aus einem größeren Werke des Brüsseler Akademikers Gachard, welches Leben und Tod des Don Carlos zum Gegenstande haben soll. Gachard trug dieses Fragment in der Brüsseler Akademie vor. Nach dem von Gachard auf Grund bisher nicht benutzter Quellen über Don Carlos Gesagten, dürfte man wohl kaum mehr behaupten können, Don Carlos sei natürlichen Todes gestorben.] – Geist der Zeit (Wien, Härter, 8°.) VIII. Jahrg. (1818), August-Heft, S. 243–276: „Geschichte des Don Carlos von Oesterreich, Prinzen von Asturien, Sohn Philipp’s II.“ – Der Gesellschafter, von Gubitz, 1840, Nr. 41 u. f.: „Don Carlos als poetischer Stoff“, von K. F. E. Trahndorff. [In dieser vorherrschend ästhetischen Abhandlung ist ein reicher und berücksichtigenswerther literarisch-bibliographischer Apparat enthalten.] – Derselbe, Jahrgang 1841, Nr. 42–53: „Don Carlos.“ [Dieser nicht näher – weder als Geschichte noch geschichtliche Erzählung – bezeichnete Aufsatz gibt von Carlos eine Darstellung, welche mit seiner geschichtlichen Charakteristik in gar keinem Einklange steht. Nach diesem wäre er vom Vater gehaßt, vom Volke geliebt worden, unvergleichlich an Größe des Geistes, an Freisinnigkeit und Wahrheitsliebe gewesen. Llorente in seiner Geschichte der Inquisition entwarf wohl, der erste, das abschreckende Bild dieses Prinzen, welches später als getreu angesehen und nachgeschrieben wurde. Wie stimmt aber mit dieser Anschauung die Grabschrift überein, welche ein Zeitgenosse des Don Carlos, Louis de Leon (geb. 1527, gest. 1591), auf den Tod des Prinzen entwarf, und welche im Original lautet:

Aqui yacen de Carlos los despojos
La parte principal volviose al cielo;
Con ella fue el valor, que dole al suelo
Miedo en el corazon, llanto en los ojos
.

Deutsch ungefähr:

Des Prinzen Carlos Hülle liegt dahier
Sein bess’rer Theil schwang sich zum Himmel auf;
Mit ihm entfloh die Kraft; im Herzen Furcht,
Im Auge Thränen, schauen wir hinauf.

Ueberdieß ist noch zu bemerken, daß Louis de Leon diese Grabschrift erst 1629, – nach [358] Philipp’s II. Tode – bekannt gemacht, also sie früher zu veröffentlichen nicht gewagt habe. Ueberhaupt muß hier ausdrücklich gesagt werden, daß, während die spanischen Schriftsteller, wie Ferreras, Strada u. A. von dem Prinzen ein abschreckendes Bild entwerfen, die meisten französischen Schriftsteller ihn als einen liebenswürdigen Prinzen von angenehmen Sitten, sanftem Charakter schildern, der nur durch die Beleidigungen seines Vaters und einiger seiner Günstlinge gereizt und auf’s Aeußerste gebracht worden sei. – Hamburger Nachrichten (pol. Blatt, Fol.) 1856, Nr. 246–252: „Zur Geschichte der Hauptgestalten in Schiller’s Don Carlos“, nach William Prescott. [Dieser umfassende Aufsatz behandelt folgende Charaktere: Philipp II. (246), Elisabeth von Valois (247–249), die Haft des Prinzen (250) und den Tod des Prinzen (251, 252).] – Allgem. histor. Lexikon (Leipzig 1730, Thom. Fritschens sel. Erben, Fol.) Bd. I, S. 850 [mit Angabe vieler Quellen]. – L’Indépendance belge (Bruxelles, Fol.) 1856, 6 Fevrier: „Variétés littéraires I, II“ [bespricht unter andern ausführlich die neueren Forschungen über Don Carlos und die sein Lebensende betreffenden Nachrichten]. – Allgem. Moden-Zeitung. Herausg. von Dr. J. A. Bergk (jetzt von Diezmann) (Leipzig, Industrie-Comptoir, 4°.) 1833, Nr. 8, S. 59: „Don Carlos wie er wirklich war“ [aus Llorente’s Geschichte der Inquisition in Spanien]. – Morgenblatt für gebildete Stände (Stuttgart, Cotta, 4°.) 1819, Nr. 27 und 28: „Don Carlos, Infant von Spanien.“ – Raumer (Friedrich v.), Geschichte Europa’s seit dem Ende des fünfzehnten Jahrhunderts. Bd. III, S. 120 u. f. – Salazar de Mendoza, Origen de las dignidades seglares de Castilla y Leon (Toledo 1618, Fol.) S. 165–168 [gibt eine Darstellung des Todes des Don Carlos, in welcher er die Erzählung des de Thou zu widerlegen sucht. Siehe eine deutsche Uebersetzung der in Rede stehenden Skizze in „Eos. Zeitschrift aus Bayern“, 1825, Nr. 29, S. 118 und 119]. – Sonntagsblatt. Beiblatt zur Neuen Salzburger Zeitung 1857, Nr. 9: „Philipp II. und Don Carlos“. [Am Schlusse dieses Artikels – der sich an Prescott’s Schilderung des Prinzen hält – wird eine Stelle aus Motley’s Geschichte der niederländischen Republik citirt, nach welcher die königliche Geschichts-Commission in Belgien zuversichtlich hofft, in den Besitz eines Briefes zu gelangen, welchen König Philipp bekanntermaßen in Chiffern an den Papst geschrieben, um sein Verfahren über den Prinzen zu rechtfertigen und die näheren Umstände seines Todes auseinanderzusetzen. Dieses Document soll im Vatican aufbewahrt sein und dürfte, wenn man in dessen Besitz gelangt, wohl ein neues Licht geben über diese noch dunkle Geschichte in Philipp’s II. Leben.] – Zeitung der Ereignisse und Ansichten. Beilage zu Nr. 165 des „Gesellschafters“ von Gubitz, 1823: „Don Carlos.“ [Ueber mehrere Dichtungen, welche die Geschichte des Don Carlos sich zum Vorwurfe genommen, insbesondere aber über Campistron’s Trauerspiel „Andronicus“, in welchem der Dichter in Folge des Verbotes: Philipp II. und Don Carlos auf die Bühne zu bringen, die Geschichte der Kaiser des Orients zu Hilfe nimmt und unter dieser Maske die ganze Geschichte Philipp’s und seines Sohnes, und nicht ohne Glück, dramatisch behandelt.]
III. Porträte. 1) Nach dem Gemälde in der Sammlung des Grafen Oriate, J. Brown sc. (8°.), Hüftbild; – 2) mit seinem Wahlspruche: „Yo, y mi hermano.“ Anonymes italienisches Blatt, vielleicht von N. Nelli (4°.); – Oelgemälde befinden sich im Schlosse zu Laxenburg bei Wien, zu Ambras bei Innsbruck – und im Schlosse Buitrago in Spanien, dem Herzoge von Pastrano, Abkömmling des Prinzen von Eboli, gehörig, wo Carlos zweimal abgebildet ist; einmal mit der Königin, als sie eben ihren Einzug hält, ein ander Mal allein, im Sterben. Carlos sitzt in einem Lehnstuhle, sein Arm ruht auf einem Tische vor ihm und sein Kopf auf der Hand; in dieser hält er eine Feder, als wenn er schreiben wollte. Vor ihm steht ein Gefäß mit dem Reste eines braunen Saftes, der Gift zu sein scheint. In der Ferne sieht man das Bad zubereiten, in welchem er sterben sollte.