BLKÖ:Hajnik, Paul (Landespolizeiamt)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
fertig
<<<Vorheriger
Hajnik, Johann
Nächster>>>
Hajnóczy, Samuel
Band: 7 (1861), ab Seite: 229. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Hajnik, Paul (Landespolizeiamt)|7|229|}}

Der zweite Paul H.[BN 1] spielte in der ungarischen Revolution der Jahre 1848 und 1849 eine Rolle. Als Moriz Perczel, der seit Beginn des Reichstages Polizeichef war, im Juli resignirte, übernahm Paul H. das Directorat des Landespolizeiamtes, hob nun am 10. September den von dem Gleichheitsclubb gebildeten Wohlfahrtsausschuß mit der Jacobinermütze auf; verbot am 18. December den Postämtern die Verbreitung der Agramer Flugschriften; that an dem berüchtigten 28. September Alles, um die Ruhe der Hauptstadt aufrecht zu erhalten, und nahm, als das revolutionäre Ministerium nach Debreczin floh, exclusive für den Staat die Eisenbahn in Anspruch. Nach der Einnahme von Ofen benachrichtigte Hajnik die Pesther Bevölkerung, daß er als Director der Centralabtheilung der Staatspolizei sein Bureau einstweilen in das Hotel zum Palatin verlegt habe. Unter seine bemerkenswertheren Ordonnanzen dieser Zeit gehören: die Verfügung, daß die Passage über die Kettenbrücke nur für das Militär und gegen Passirscheine erlaubt sei; ein strenges Verbot gegen Wucher mit größeren ungarischen Banknoten, und der Befehl, daß das Pesther zweipercentige Leihamt, das einen Fond der Wiener Nationalbank verwalte, bei Rückzahlungen jede Sorte ungarischen Papiergeldes anzunehmen habe. [Vergl.: Levitschnigg (Heinrich Ritter v.), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Gust. Heckenast, 8°.) Bd. II, S. 307, auf S. 309 Paul Hajnik’s Facsimile.]

Berichtigungen und Nachträge

  1. Hajnik, Paul [s. d. Bd. VII, S. 229, in den Quellen Nr. 2], geboren im Jahre 1809, gestorben zu Pesth 28. April 1864.
    Az ország tükre, d. i. Der Reichsspiegel (Pesth, kl. Fol.) 1864, Nr. 14, S. 157: „Hajnik Pál“ [mit Porträt]. – Pester Lloyd 1861, Nr. 15. – Fremden-Blatt (Wien, 4°.) 1864, Nr. 120. – Presse (Wiener polit. Blatt) 1864, Nr. 120. – Bohemia (Prager Blatt, 4°.) 1864, Nr. 105, S. 1230. [Bd. 14, S. 467.]