BLKÖ:Herberstein, Johann Joseph Graf

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Herbeck, Johann Franz
Band: 8 (1862), ab Seite: 324. (Quelle)
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Herberstein, Johann Joseph Graf (Feldmarschall-Lieutenant, geb. zu Gratz 25. Juli 1715, gest. an seinen in der Schlacht bei Torgau empfangenen Wunden am 9. November 1760). Der Sproß eines alten und edlen Geschlechtes, welches in Oesterreichs Geschichte seit dem Auftreten des erlauchten Stammes der Habsburger eine große und wichtige Rolle spielt. Graf Johann Joseph ist einer der berühmten Helden, welche auf dem Felde der Ehre für das gemeinsame Vaterland geblutet, als der Preußenkönig, in der Kaiserin nur ein schwaches Weib sehend, wider Fug und Recht in Schlesien einfiel und das Erbe der Brandenburger mit einem geraubten Lande vergrößerte. Graf Johann Joseph ist ein Sohn des Grafen Johann Ernst [30][1] [325] aus dessen Ehe mit Maria Dorothea Gräfin Dietrichstein; er ist ein Sproß des III. Astes der ältern Hauptlinie und wurde 1738 im Alter von 23 Jahren in den deutschen Orden aufgenommen, dem bereits mehrere seiner Vorfahren mit Ruhm angehört hatten. Dem Waffenhandwerke sich widmend, war er im Alter von 36 Jahren Oberst im Infanterie-Regimente Nr. 56, und im österreichischen Successionskriege zeichnete er sich durch sein tapferes Verhalten bei vielen Gelegenheiten aus. In der Schlacht bei Breslau (22. November 1757) unterstützte H. mit einem Bataillon den Angriff des Obersten Brentano vom St. Georger Regimente auf den feindlichen Verhau bei Pilsnitz und nahm diesen nach wiederholten Angriffen ein. Am 22. Jänner 1758 zum General-Feldwachtmeister ernannt, zählte er in der Schlacht bei Hochkirch (in der Nacht vom 13. auf den 14. October 1758), wo er auch verwundet wurde, zu den Helden des Tages. In Anerkennung seiner ausgezeichneten Verdienste im März 1760 zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt, früher schon Comthur des deutschen Ordens zu Friesach und Sandhof, focht er noch im nämlichen Jahre bei Torgau (3. November), und wurde in der Schlacht so schwer verwundet, daß er schon nach wenigen Tagen (9. November), erst 45 Jahre alt, seinen Wunden erlag. Ueber die Genealogie seiner Familie siehe die beiden Stammtafeln A. der ältern und B. der jüngern Hauptlinie, und über einzelne Glieder derselben Näheres S. 328: III. Hervorragende Glieder des Grafengeschlechtes der Herbersteine.

Der Feldzug in Mähren oder die Belagerung und der Entsatz von Olmütz von E. v. St. (Frankfurt a. M. 1858, Sauerländer, 8°.) S. 48 u. 229. – Oesterreichisches Militär-Konversations-Lexikon von Hirtenfeld (Wien 1850, gr. 8°.) Bd. III, S. 160, Nr. 5. – Kumar (J. A.), Geschichte der Burg und Familie Herberstein (Wien 1817, Gerold, 8°.) Theil II, S. 48 [nach diesem bereits am 5. November 1760 seinen Wunden erlegen].

  1. Die in den Klammern [], im Texte und auf den genealogischen Tafeln angebrachten Zahlen deuten auf die Nummern in: III. Hervorragende Glieder des Grafengeschlechtes der Herbersteine [S. 328 u. f.], hin.