BLKÖ:Jörger, Helmhard (II.) Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 10 (1863), ab Seite: 230. (Quelle)
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3. Helmhard (II.) Freiherr J., auch der Jüngere genannt (gest. 1623), von der Christophorischen Linie, Enkel ihres Stifters, ist ein Sohn Wolfgang’s aus dessen Ehe mit Apollonia Teufel; niederösterr. Regimentsrath, eifriger Protestant, der die von den österr. protestirenden Ständen zu Horn 1608 und zu Rötz 1619 errichteten Einigungen unterschrieb, nach Kräften von seinen Gütern aus die dem Kaiser Ferdinand II. entgegenstrebende böhmische Partei unterstützte und sich den verwegenen Sechszehn beigesellte, die, den Andreas Thonradl an der Spitze, es wagten, den Kaiser in seiner Burg zu beleidigen. Er wurde in Folge dessen verhaftet, zum Tode und zur Confiscation seiner Güter (17. April 1622) verurtheilt. Durch Verwendung mächtiger Freunde begnadigt, rettete er das Leben und, jedoch nur theilweise, das Eigenthum, denn Hernals bei Wien mit der berühmten lutherischen Kirche, bei welcher zu Zeiten einer Predigt 30, 40 bis 50.000 Menschen sich versammelten, schenkte Kaiser Ferdinand II. dem Wiener Domcapitel, die Herrschaft Kreußbach wurde an die Abtei Lilienfeld verkauft und das oberste Erbland-Hofmeisteramt für Oberösterreich, welches seit dem Großvater Christoph den Jörger’s zukam, wurde eingezogen und an die Grafen von Meggau von Neuem vergeben. Helmhard war zuerst mit Magdalena von Polheim (gest. 1616), zum andern Male mit Anna Maria Gräfin Khevenhüller verheirathet; und sein Sohn aus erster Ehe – aus zweiter hatte er keine Kinder – Wolfgang Ludwig wurde 1624 zu Linz im Duell erstochen und schloß diesen Seitenzweig der Christophorischen Linie. Dieser Helmhard ist es auch, der in Heinrich Laube’s Roman „Der dreißigjährige Krieg“ in der ersten Abtheilung: Junker Hanns, eine größere Rolle spielt. [Bergmann (Jos.), Medaillen auf berühmte und ausgezeichnete Männer des österreichischen Kaiserstaates vom XVI. bis zum XIX. Jahrhunderte (Wien 1844–1857, Tendler, 4°.) Bd. I, S. 149. – Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste, II. Section, 23. Theil, S. 33. – Wißgrill (Franz Karl), Schauplatz des landsässigen Nieder-Oesterreichischen Adels vom Herren- und Ritterstande (Wien 1800, 4°.) Theil IV, S. 502.] –