BLKÖ:Károly, Georg

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 4. (Quelle)
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7. Georg (geb. 28. März 1802), jüngster Sohn des Grafen Joseph [s. d. S. 11] aus dessen Ehe mit Elisabeth Gräfin Waldstein-Wartenberg und Bruder der Grafen Stephan [s. d. Nr. 14] und Ludwig [s. d. Nr. 11]. Er wurde im Jahre 1841 Obergespan des Békéser Comitates und im Jahre 1842 in dieser Würde installirt; auch ist er Director und Ehrenmitglied der ungarischen Akademie, zu deren Gründern er gehört und der er die ansehnliche Summe von 40.000 fl. schenkte. Ueberhaupt haben alle Károly’s dieses wissenschaftliche Institut mit bedeutenden Geldsummen unterstützt. Große Reisen, welche Graf Georg nach England, Frankreich, selbst nach dem Oriente gemacht, haben seinen Blick erweitert und seine Erfahrungen bereichert. Im J. 1848 Mitglied der Magnatentafel, hat er sich weniger durch seine Theilnahme an der legislativen Thätigkeit der Tafel als durch einen Umstand bemerkbar gemacht, der ihm in legitimen Kreisen sehr übelgenommen wurde. Als nämlich am 5. Juni 1849, also fünf Monate nach dem ersten Einmarsche der kaiserlichen Armee, Kossuth als Landesgouverneur seinen feierlichen Einzug hielt, fuhr Kossuth mit seiner Frau, Schwester und einem Adjutanten in einem dem Grafen Georg K. gehörigen und von diesem freiwillig gestellten Wagen, während der Graf selbst neben dem Wagen hoch zu Roß dahintrabte. Der Graf hatte so der Partei des Umsturzes das Gewicht seines altadeligen Namens wie seines hohen Ranges geliehen. Dieser Ritt kam dem Grafen hoch zu stehen, denn bei seiner nach der Unterdrückung der Rebellion stattgehabten Aburtheilung wurde er zu einer Geldbuße von 150.000 fl. verurtheilt. Der Graf nahm auch im Landtage 1861 in der Magnatentafel seinen Sitz als einer der Reichsbarone – denn der Graf ist Kronhüter – ein, und seine sehr kurze Rede, welche er in der Adreßdebatte des Oberhauses in dessen 8. Sitzung am 20. Juni hielt, worin er sich für die von dem Repräsentantenhaus dem Oberhause mitgetheilte Adresse au[spricht und nur bedauert, daß nicht Deak’s Entwurf unverstümmelt beibehalten wurde, machte einen sehr günstigen Eindruck. Der rohe Ausdruck aber, mit welchem der „Pester Lloyd“ (1861, Nr. 159), da er des Grafen Georg als einer parlamentarischen Größe gedenkt, in der Charakteristik des Grafen die Vertreter der Regierung beschimpft, die er „Regierungsgesindel“ nennt, paßt vielmehr auf den Verfasser dieser Charakteristik, als auf jene Organe, welche zuletzt doch nur die ihnen gegebenen Befehle vollziehen. Graf Georg ist seit 16. Mai 1836 mit Karolina Gräfin Zichy, der Schwester von Ludwig Grafen Bathyany’s Gemalin, vermält, und stammen aus dieser Ehe sechs Kinder, u. z. fünf Söhne und eine Tochter, die Grafen Julius, Victor, Gabriel, Tibor, Stephan und die Gräfin Palma. Der Graf Georg [5] ließ auch die zierliche Kirche zu Kaplyon und die Familiengruft bauen. In dem prachtvollen und großartigen Palaste des Grafen Georg zu Pesth wird das ungarische Nationalarchiv aufbewahrt. [Vasárnapi ujság, d. i. Sonntagsblätter (Pesth, gr. 4°.) 1858, Nr. 15 [mit Porträt im Holzschnitt]. – Der ungarische Reichstag 1861 (Pesth 1861, Osterlamm, 8°.) Bd. III, S. 111. – Pester Lloyd 1861, Nr. 159. – Pest-Ofner Zeitung 1861, Nr. 157. – Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Heckenast, 8°.) Bd. II, S. 103.] –