BLKÖ:Károly, Stephan

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 11 (1864), ab Seite: 6. (Quelle)
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14. Stephan (geb. 18. Nov. 1797). Sohn des Grafen Joseph aus dessen Ehe mit Elisabeth Gräfin Waldstein-Wartenberg und Bruder der Grafen Georg [Nr. 7] und Ludwig [Nr. 11]. Der Graf stand im Jahre 1848 zur Revolution und ließ sich herbei, ein ganzes Huszaren-Regiment zu stellen und auszurüsten, welches seinen Namen führte und das er selbst befehligte. Das war bewaffneter Aufruhr gegen seinen legitimen Herrn, und nach Haynau’s Siege wurde der Graf verhaftet und verurtheilt zu zweijähriger Festungsstrafe, Verlust seiner Würden, Verpflichtung zur Bezahlung eines Pönale von 150.000 fl. C. M. und Ersatz der zur Errichtung jener Reiterschaar von der revolutionären Regierung erhaltenen Geldbeträge, welche sich an 250.000 fl. beliefen. Der Graf ist zur Stunde Präsident des St. Stephanvereins in Pesth, einer Gesellschaft zur Förderung von Cultur und Humanität auf nationaler Grundlage durch Druckschriften, welche um niedere Preise verkauft werden, so selbst in die Hände von minder Bemittelten gelangen können und in den unteren Schichten des Volkes das Nationalgefühl und die Liebe zum Vaterlande wecken und stärken. Im Jahre 1861 nahm der Graf als Obergespan des Pesther Comitates seinen Platz in der Magnatentafel ein. Der Graf ist zum zweiten [7] Male vermält, zuerst (seit Juni 1820) mit Georgine Gräfin Dulon (gest. 3. Mai 1827) zum andern Male (seit 24. Jänner 1831) mit Franziska Gräfin Eßterházy-Galantha, (geb. 17. November 1800, gest. 15. Februar 1844). Aus jeder Ehe stammen zwei Kinder, aus der ersten Graf Eduard [Nr. 5] und Gräfin Elisabeth (jung gestorben), aus der zweiten Ehe Graf Alexander (geb. 10. November 1831) und Gräfin Geraldine (geb. 22. Nov. 1836), Sternkreuz-Ordensdame, und (seit 9. Mai 1855) vermält mit Paul Joseph Nikolaus Grafen Pálffy von Erdöd, k. k. Rittmeister. Graf Stephan ist auch der Erbauer des schönen Schlosses zu Fóth und der Kirche daselbst, die zu den geschmackvollsten Kirchenbauten der Neuzeit gerechnet wird. [Vasárnapi ujság, d. i. Sonntagsblätter, 1856, Nr. 1 [daselbst sein Porträt in Holzschnitt von Brown]. – Sonntags-Zeitung (Pesth, 4°.) II. Jahrg. (1856), Nr. 2, S. 12: „Die Kirche in Foth“. – Nemzeti kepes naptár, d. i. National-Bilder-Kalender, herausg. von Lorenz Tóth (Pesth, gr. 8°.) Jahrgang 1857, Nr. 52. – Levitschnigg (Heinrich Ritter von), Kossuth und seine Bannerschaft. Silhouetten aus dem Nachmärz in Ungarn (Pesth 1850, Heckenast, 8°.) Bd. II, S. 111. – Porträte. Außer dem oben angeführten Holzschnitte: 1) Mit der Unterschrift: Gróf Károlyi István (Raiz. Molnár J. Nyomta Stoufs J., 4°.); – 2) Lithogr. im Journale „Ország tükre“ 1863, Nr. 5.] –