BLKÖ:Matejka, Joseph (Vater)

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Band: 17 (1867), ab Seite: 98. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Matejka, Joseph (Vater)|17|98|}}

Matejka, auch Matiegka, Joseph (Vater) (Tonkünstler und Waldhorn-Virtuos, geb. zu Cerekvic im Czaslauer Kreise Böhmens 28. Jänner 1728, gest. 20. April 1804). Kam, 11 Jahre alt, nach Teltsch in das dortige Jesuiten-Seminar. Neben seinen Studien betrieb er fleißig die Musik und blies mit großer Fertigkeit das Waldhorn, daher er auch als Waldhornbläser in das St. Wenzels-Seminar aufgenommen wurde, wo er überdieß seine Studien fortsetzte. Seine Absicht, die Theologie zu studiren, wurde vereitelt, da ihm ein Finger fehlte, und dieses Gebrechen seiner Aufnahme entgegenstand. Er widmete sich nun ausschließlich der Tonkunst, trat in Kirchen und Concerten mit größtem Beifalle auf und wurde zuletzt als Hornbläser in der Teinkirche und noch in anderen Kirchen angestellt. Außerdem war er, 1773, Hofmusicus des Erzbischofs Anton Peter Přihovsky, und früher schon, 1769, bei dem Fürsten Karl Egon Fürstenberg. Im Jahre 1800 erhielt er eine Anstellung in der St. Veitkirche auf dem Strahow. Ob er auch componirt hat, ist nicht bekannt, aber er hat eine ansehnliche [99] Zahl von Schülern, darunter seinen Sohn, der auch Joseph heißt, den berühmten Punto und Založan gebildet. – Sein vorerwähnter Sohn Joseph (geb. zu Prag 1767, gest. zu Mailand 11. August 1793) erlernte bei seinem Vater das Waldhorn und erlangte eine solche Virtuosität, daß er schon in seiner Jugend zugleich mit seinem Vater in Duetten öffentlich sich hören ließ. Zur weiteren Ausbildung begab er sich nach Wien und von dort nach Ungarn, wo er sieben Jahre in der Musikcapelle des Grafen Forgach spielte. Dann erhielt er eine Anstellung als Hornist im kais. Nationaltheater zu Wien. Im Jahre 1790 berief ihn Fürst Khevenhüller in seine Capelle nach Mailand, wo sein Spiel allgemeine Bewunderung erregte. Er starb aber in noch jungen Jahren, erst 27 Jahre alt.

Slovník naučný. Redaktor Dr. Frant. Lad. Rieger, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Ladislaus Rieger (Prag 1859, Kober, Lex. 8°.) Bd. V, S. 160. – Dlabacz(Gottfried Joh.), Allgemeines historisches Künstler-Lexikon für Böhmen und zum Theile auch für Mähren und Schlesien (Prag 1815, Haase, 4°.) Bd. II, Sp. 277. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 593 u. 594. – Dlabacz und die Oesterr. National-Encyklopädie führen ihn als Matiegka auf.