BLKÖ:Metzburg, Georg Ignaz Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 18 (1868), ab Seite: 64. (Quelle)
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Metzburg, Georg Ignaz Freiherr von (mathematischer Schriftsteller und Priester der Gesellschaft Jesu, geb. zu Gratz 24. Juni 1735, gest. zu Wien 3. Mai 1798). Entstammt einer vorderösterreichischen Familie, welche um die Mitte des 18. Jahrhunderts sich in Steiermark ansäßig gemacht und über welche in den Quellen Näheres berichtet wird. Georg Ignaz ist ein Sohn des steirischen Landrechts-Secretärs Christoph Augustin Freiherrn von M. aus dessen Ehe mit Maria Katharina von Hitzelberg, trat in jungen Jahren in den Orden der Gesellschaft Jesu, in welchem er die philosophischen und theologischen Studien beendete und aus beiden die Doctorwürde erlangte. Mit besonderem Eifer lag er mathematischen Studien ob und bereitete sich zu einer Mission nach China vor. Nach erhaltener Priesterweihe wurde er dem Director der Wiener Sternwarte zugetheilt, später, 1773, kam er nach Galizien, wo er den P. Joseph Liesganig [s. d. Bd. XV, S. 179] in der Ausmessung des östlichen Theiles dieses Landes, das damals in österreichischen Besitz gelangt war, unterstützte. Mittlerweile erfolgte die Auflösung des Jesuitenordens, Metzburg begab sich nun nach Wien, wo er, 1774, als Walcher's Nachfolger auf die Lehrkanzel der Mathematik berufen, dieselbe durch 25 Jahre, bis zu seinem im Alter von 63 Jahren erfolgten Tode bekleidete. Wenige Tage vor seinem Tode, leitete er noch die Vermessung des eben erst dem österreichischen Ländergebiete zugewachsenen Westgaliziens, begann auch noch die Ausführung der Karte, welche aber erst Triesnecker vollendete. Im Drucke hat er folgende Schriften herausgegeben: „Helshami Physica experimentalis Newtoniana ex anglico in latinum versa“ (Vindobonae 1769, 4°.), diese Uebersetzung ist aus der dritten Ausgabe des Originals bewerkstelligt; – „Elementa Arithmeticae regularis seu vulgaris“ (ebd. 1769, 4°.), welches unter dem Titel: „Kleines selbstlehrendes Rechenbüchlein" (Wien 1772 und Augsburg im n. J., 8°.) auch in deutscher Bearbeitung erschien; – „Praxis geometrica ex principiis Geometriae deducta“ (ebd. 1777, 8°.); – „Institutiones mathematicae“. Tomus I–VII (ebd. 1775–1790, cum fig., 8°.), deren 1. Theil die Arithmetik und Algebra, der 2. die ebene Geometrie und Lehre von den Curven, der 3. die Trigonometrie und praktische Geometrie mit Beispielen [65] aus der Vermessung Galiziens, der 4. die Mechanik und Hydrostatik, der 5. die Aräometrie und Hydraulik, der 6. die Optik, Dioptrik und Katoptrik und der 7. die Astronomie enthält, und einige Theile, nämlich der 5., 6. und 7. Band, 1799, auch einzeln ausgegeben wurden. Von diesem Werke erschien eine 4. Auflage unter dem Titel: „Institutiones mathematicae ad usum tironum“. Editio 4. (ebd. 1807); auch eine deutsche Bearbeitung von Franz Xav. Armin, in 7 Theilen, mit K. K. (Wien 1808, 8°., u. ö.) und eine griechische Bearbeitung des 1. Theiles von Athanasius Petrus de Balida. Die von Metzburg ausgeführte neue Postkarte[WS 1] der k. k. Erbländer hat Mansfeld gestochen und sie ist auf 4 Regalbogen zu Wien im Jahre 1782 herausgekommen, auch besorgte eben dieser Künstler für Reisende eine Reduction der nämlichen Karte auf einem Bogen, welche auch im genannten Jahre erschien. Ueberdieß wurde seine anläßlich des neuen philosophischen Studienplanes gehaltene Rede über die Nützlichkeit des philosophischen Studiums und seine neue Einrichtung im Jahre 1786 gedruckt. Eine reiche Büchersammlung erbten die Kinder seines zu Jassy in der Moldau als Consul verstorbenen Bruders Franz Leopold (geb. 15. November 1746, gest. 6. October 1789).

Stoeger (Joh. Nep.), Scriptores Provinciae Austriacae Societatis Jesu (Viennae 1855, Lex. 8°.) p. 227. – Meusel (Joh. Georg), Lexikon der vom Jahre 1750 bis 1800 verstorbenen teutschen Schriftsteller (Leipzig 1806, Gerh. Fleischer d. Jüng., 8°.) Bd. IX, S. 130 [erscheint da Mezburg geschrieben]. – Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Albert von Muchar, C. G. Ritter von Leitner, A. Schrötter (Grätz 1841, Damian u. Sorge, 8°.) Neue Folge, VI. Jahrg. Heft 2, S. 45. – Winklern (Joh. Bapt. von), Biographische und literarische Nachrichten von den Schriftstellern und Künstlern, welche in dem Herzogthume Steyermark geboren sind u. s. w. (Grätz 1810, Frz. Ferstl, kl. 8°.) S. 134. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, Joh. Ambr. Barth, 8°.) Sp. 131. – Annalen der Literatur und Kunst des In- und Auslandes (Wien, Doll, 8°.) Jahrgang 1810, Bd. IV, S. 538. – Oesterreichische National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. III, S. 662. – Schmutz (Carl), Historisch-topographisches Lexikon von Steyermark (Gratz 1822, Andr. Kienreich, 8°.) Theil II, S. 542 [wo er mit dem Taufnamen Johann Georg erscheint]. – Porträt. Schattenriß (32°.). Unterschrift: Geor: Ignat: Freih: v: Metzburg.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Post-Charte des Georg Ignaz von Metzburg (Wikipedia).