BLKÖ:Monico, Jacob

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 19 (1868), ab Seite: 34. (Quelle)
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Monico, Jacob (Patriarch von Venedig, geb. zu Riese in der venetianischen Provinz Treviso 26. Juni 1778, gest. zu Venedig 25. April 1851). [35] Trat, 15 Jahre alt, in das Seminar von Treviso. wo er die theologischen Studien beendete und im Jahre 1800 die Priesterweihe erhielt. Er trat nun in die Seelsorge, widmete sich dem Predigeramte, in welchem er bald als ausgezeichneter Kanzelredner glänzte. Er wurde dann Erzpriester und Pfarrer zu San Vito d’Asolo, von wo ihn Kaiser Franz I. im Jahre 1822 auf den bischöflichen Stuhl von Ceneda berief, für den er päpstlicher Seits am 15. Mai 1823 feierlich präconisirt wurde. Am 12. November letztgenannten Jahres hielt er seinen bischöflichen Einzug. Schon mit kais. Decret vom 9. November 1826 wurde M. als Nachfolger Ladislaus Pyrker’s zum Patriarchen von Venedig ernannt, von Papst Leo XII. am 9. April 1827 bestätigt, worauf er am 8. September d. J. seinen feierlichen Einzug hielt. Im Jahre 1831 erhielt M. die geheime Rathswürde, am 29. Jul 1833 ernannte ihn Gregor XVI. zum Cardinal und M. erhielt am 15. September 1833 die Insignien seiner Würde. Am 16. Juni 1846 begab sich Monico zum Conclave nach Rom, aus welchem Cardinal Mastai Ferretti als Papst Pius IX. hervorging. In der Bewegung des Jahres 1848 benützte M. den ganzen Einfluß seiner hohen priesterlichen Würde, um die Gemüther zu beruhigen und so weit es in seinen Kräften stand, die Bewegung zu stauen. Er erntete bald für seine Bemühungen von der Bewegungspartei den Lohn, den diese, zur Macht gelangt, in ihrer Weise zu geben nie unterläßt. Am 3. Mai 1849 stürmte ein Haufe der die reichen Segnungen der Freiheit verkündenden, mittlerweile aber sengenden, mordenden und raubenden Aufrührer den Palast des Patriarchen und verwüstete, was ihm unter die Hände kam. Patriarch Monico selbst rettete sich noch rechtzeitig durch die Flucht und hielt sich in voller Zurückgezogenheit auf der Insel San Lazzaro im dortigen Kloster der Armenier. Nachdem die Bewegung gedämpft, der gesetzliche Zustand wieder hergestellt und Venedig in den Besitz der Regierung zurückgegeben war, kehrte M. in seine Residenz zurück. Am Ostersonntage 1851 wurde er, während er die für diesen Tag bestimmte Homilie in der Kathedrale vorlas, von einem Unwohlsein befallen, welche sich sofort so sehr steigerte, daß er am 25. d. M. bereits eine Leiche war. Monico war 73 Jahre alt. Er war, wie bereits oben erwähnt worden, ein ausgezeichneter Kirchenredner und überdieß ein gewandter Dichter. Viele seiner Kirchenreden und Dichtungen sind im Drucke erschienen. Mehrere gelehrte Akademien Italiens haben ihn unter ihre Mitglieder aufgenommen.

Serie cronologica dei vescovi Olivolensi, Castellani e Patriarchi di Venezia aggiunta la descrizione delle solenni essequie eseguite ... per la morte di Sua Ecc. Pietro Aurelio Mutti (Venezia 1857, Giuseppe Grimaldo, 8°.) p. 41. – Dandolo (Girolamo). La caduta della Repubblica di Venezia ed i suoi ultimi cinquant’anni. Studii storici (Venezia 1857, Naratovich, 8°.) Appendice, p. 52.