BLKÖ:Mosonyi, Michael

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Moßbrugger
Band: 19 (1868), ab Seite: 160. (Quelle)
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Mosonyi, Michael[BN 1] (Componist, geb. in Ungarn um das J. 1810). Sein ursprünglicher Name ist Brand, den er später in Mosonyi magyarisirt hat. Ueber den Bildungsgang und die Lebensverhältnisse dieses in seinem Vaterlande um die Hebung der Musik in einer bestimmten Richtung vielverdienten Magyaren ist nur wenig bekannt. Zu Anfang der Vierziger-Jahre kam er nach Pesth und lebte dort in bescheidenen Verhältnissen als Musiklehrer, außerdem mit der Composition beschäftigt und erst in den letzteren Jahren, namentlich seitdem seine Oper „Szep Ilon“, d. i. Helene Szep, im Jahre 1861 zum ersten Male aufgeführt, in die Scene gegangen, wird sein Name auch in nicht bloß musikalischen Kreisen häufiger genannt. Diese Oper ist auch deßhalb noch bemerkenswerth, weil sie eine der wenigen gelungenen ist, welche das eigentlich ungarische Opern-Repertoir bilden. In diesem Bestreben, eine nationale ungarische Oper zu begründen, hat M. in dem ungarischen Componisten Erkel [Bd. IV, S. 70] einen wetteifernden Genossen. Von seinen übrigen größeren Arbeiten sind durch Aufführungen bekannt eine große „Festmesse“, von dem Preßburger Kirchenmusik-Vereine, einer der wenigen Musikgesellschaften im Kaiserstaate, welche im Stillen für Aufführung tüchtiger Tonwerke alter und neuer Meister seit Jahren ungemein thätig ist, im Jahre 1864 im Preßburger Dome aufgeführt; eine ungarische „Fest-Ouverture“, die 1864 öffentlich vorgetragen wurde. Mehrere von M. ist auch im Drucke erschienen, u. z. der Clavierauszug seiner [161] Oper „Szep Ilonka“ und mehrere in Musik gesetzte Lieder ungarischer Dichter, wie z. B. von Coloman Tóth, Arány u. A., sämmtliche Compositionen im Verlage des ungarischen Musikverlegers Rozsavölgyi u. Comp. in Pesth herausgegeben. Auch hat er die Clavierpartitur zu Liszt’s „Graner Festmesse“ bearbeitet, die in 4 Bänden im Jahre 1865 herausgegeben wurde. – Michael Mosonyi ist aber nicht zu verwechseln mit einem andern gleichnamige Tonsetzer, der nur durch die Chiffre des Taufnamens, F., und in der Schreibweise des Zunamens, nur durch die Beifügung des Buchstaben z zum s, F. Moszonyi, sich unterscheidet, und von dem im Jahre 1861 in Gratz bei Evers eine „Quadrille nach ungarischen Nationalmelodien“ erschienen ist.

Pest-Ofner Zeitung 1861, Nr. 6, Nr. 296; 1864, Nr. 53, 84; 1865; Nr. 256. – Zellner’s Blätter für Musik u. s. w. (Wien, schm. 4°.) 1862, Nr. 36, S. 144.

Berichtigungen und Nachträge

  1. Mosonyi, Michael [Bd. XIX, S. 160], gestorben zu Pesth 30. October 1871.
    Deutsche Roman-Zeitung ... herausg. von Otto Janke (Berlin, 4°.) VIII. Jahrg. (1871). Bd. I, Sp. 795 [nach dieser geboren im Jahre 1814 zu Wieselburg in Ungarn]. [Bd. 28, S. 366.]