BLKÖ:Nageldinger von Traunwehre, Johann Baptist Freiherr

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 20 (1869), ab Seite: 34. (Quelle)
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Nageldinger von Traunwehre, Johann Baptist Freiherr (k. k. General-Major, geb. zu Rastatt in Baden im Jahre 1778, gest. 17. November 1845). Trat am 1. April 1797, nachdem er die Badischen Dienste, in welchen er beim Ingenieurcorps gestanden, verlassen, als Cadet in das Infanterie-Regiment Nr. 3, damals Erzherzog Karl, in kais. österreichische Dienste, wurde noch im nämlichen Jahre Fähnrich, im October 1799 mit gleichzeitiger Beförderung zum Oberlieutenant zum General-Quartiermeisterstabe übersetzt und im Juni 1801 zum Hauptmann befördert. Als Hauptmann diente er bis 1809 bald beim Generalstabe, bald in den Infanterie-Regimentern Nr. 3, 44 und 16, bis er am 1. Juni 1809 zum Major im General-Quartiermeisterstabe vorrückte. In demselben wurde er am 22. März 1814 Oberstlieutenant. Aus dem General-Quartiermeisterstabe kam er im November 1817 zum Infanterie-Regimente Großherzog von Baden Nr. 59 und am 1. August 1819 zum Infanterie-Regimente Freiherr von Minutillo Nr. 57, worauf er in letzterem am 25. December 1820 zum Obersten ernannt wurde. N. hat während dieser Zeit seit seinem Eintritte in die kaiserliche Armee im Jahre 1797 die meisten Feldzüge dieser kriegerischen Periode mitgefochten und in mehreren sich durch seine besondere Bravour hervorgethan. Insbesondere zeichnete er sich aus im Jahre 1799 bei dem Sturme von Neckerau und Mannheim, und erhielt damals einen Bajonnetstich im Kopfe; ferner bei dem nächtlichen Sturme bei Walwis unweit Stockach unter Commando des Fürsten von Reuß; bei der [35] Wegnahme des Winterthurer Steiges in der Schweiz unter Commando des Feldmarschall-Lieutenants Hotze, bei dem Vordringen des Prinzen Karl von Lothringen bei Bruchsal und Enzweihingen, 1799, weiters in Italien bei dem Sturme von Brazzi und der Wegnahme von Vado, wo die Führung der Avantgarde zugleich mit dem General Bussy ihm anvertraut war, bei dem Baue und bei der Vertheidigung der Position zu Caldiero, bei der Affaire von Rußbach, wo ihn Erzherzog Karl in Anerkennung seiner Bravour vom Hauptmann zum Major beförderte, dann bei der Affaire von Hanau auf dem rechten Flügel, im Jahre 1814 bei dem Vordringen nach Lyon, in der Affaire bei St. George, bei welcher Gelegenheit seine Beförderung zum Oberstlieutenant erfolgte; dann in der Schlacht von Lyon bei Limoncy, wo er die mittlere Colonne führte und die feindliche Position umging, für welche Waffenthat er mit dem Leopold-Orden ausgezeichnet wurde. Zu diesen Waffenthaten im Felde gesellen sich im Frieden erworbene Verdienste; nicht selten fiel in wichtigen und ungewöhnliche Tüchtigkeit erfordernden Angelegenheiten die Wahl auf ihn, so zum Beispiel wurde er in allen Provinzen des Kaiserstaates bei der Landesbeschreibung, Triangulirung und Mappirung verwendet, schon als Fähnrich zum Adjutanten des General-Majors Fürsten von Reuß und als Hauptmann im Generalstabe zum Corps-Adjutanten der General-Quartiermeister Prochaska, Wimpffen und Radetzky gewählt; als Major leitete er mehrere Jahre eine Section des Generalstabes, und wurde im Jahre 1814 bei der Ausführung der mit großen Beschwerden verbundenen Positionsverschanzung an der Traun zu Gmunden an der Grenze von Oberösterreich verwendet, wo er in verhältnißmäßig kurzer Zeit auf höchst ungünstigem Terrain, auch sonst unter nicht sehr fördernden Umständen und dabei mit möglichster Schonung der Unterthanen das Verdienstlichste leistete. In Anerkennung seiner großem und zahlreichen Verdienste, welche übrigens auch von anderen Staaten durch Ordensauszeichnungen gewürdigt wurden, erfolgte am 2. Jänner 1828 seine Erhebung in den Freiherrnstand mit dem Prädicate von Traunwehre, worauf ihm am 22. März d. J. das Diplom ausgefertigt wurde. In der Folge rückte N. zum General-Major vor. General-Major Nageldinger war (seit 18. November 1806) mit Sophie von Tolnay vermält, aus welcher Ehe der jetzige Chef des Hauses stammt.

Freiherrnstands-Diplom vom 22. Mai 1828. – Gothaisches genealogisches Taschenbuch der freiherrlichen Häuser (Gotha, Justus Perthes, 32°.) Jahrg. 1865, S. 665; Jahrg. 1866, S. 656. – Familienstand der Freiherren von Nageldinger. Karl, Freiherr Nageldinger von Traunwehre (geb. 19. Juli 1809), k. k. Major in Pension, vermält (seit 10. Juli 1837) mit Maria Schindler Edlen von Rotenhaag (geb. 15. Mai 1819). Aus dieser Ehe stammen drei Söhne und zwei Töchter: die ersteren sind: Adolph (geb. 16. Juni 1839); Johann (geb. 14. August 1839) und Joseph (geb. 5. August 1842), Lieutenant im Infanterie-Regimente Graf Gyulay Nr. 33; und die Töchter: Louise (geb. 30. April 1844) und Karolina (geb. 21. October 1848). – Wappen. Gevierteter Schild. 1: in Blau sieht man am äußeren Schildrande einen See, der in einen Fluß ausmündet, an dessen Mündung rechts eine Erdzunge hineinragt, auf der ein kleines Schloß steht, auf beiden Seiten des Flusses liegt eine durch eine Brücke verbundene feste Stadt; 2: in Gold ein aufrechtstehender, im Schreiten begriffener Löwe von natürlicher Farbe, mit offenem Rachen, roth ausgeschlagener Zunge und über dem Rücken aufgeschlagenem Schwanze; 3: ein goldenes Feld schrägrechts von zwei kleinen rothen Querbalken getheilt, zwischen welchen in der Mitte [36] drei mit der Spitze abwärts kreuzweis über einander gelegte große Nägel zu sehen sind; 4: in Blau erhebt sich aus grünem Boden ein hoher Felsenberg. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher sich ein in’s Visir gestellter gekrönter Turnierhelm erhebt, auf dessen Krone drei wallende Straußenfedern, die rechte blau, die linke roth, die mittlere golden, zu sehen sind. Die Helmdecken sind rechts blau, links roth, auf beiden Seiten mit Gold unterlegt.