BLKÖ:Oltrocchi, Balthasar

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Oltványi, Paul
Band: 21 (1870), ab Seite: 58. (Quelle)
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Oltrocchi, Balthasar (gelehrter Theolog, geb. zu Pavia im Jahre 1714, gest. zu Mailand 19. November 1797). Nachdem er eine tüchtige wissenschaftliche Ausbildung erlangt, trat er im Jahre 1736, damals 22 Jahre alt, in den Orden degli Oblati della Congregazione dei Santi Ambrogio e Carlo und wurde von demselben im Lehramte an verschiedenen lombardischen Unterrichtsanstalten verwendet. Er trug an ihnen schöne Literatur vor. Im Jahre 1748 kam er als Bibliothekar an die Ambrosiana in Mailand, welche Stelle er bis zu seinem Tode versah. Auch leitete er nebenbei viele Jahre lang als Erzieher den Unterricht der Herzogin Beatrix von Este, Erzherzogin von Oesterreich, nachmaligen Gemalin des Erzherzogs Ferdinand, dritten Sohnes der Kaiserin Maria Theresia aus ihrer Ehe mit Franz I. Stephan. Wie es in der Natur seines wissenschaftlichen Berufes liegt, war O. auch literarisch thätig und hat ein von Bartolomeo Rossi verfaßtes Leben des h. Carlo Boromeo, ferner Sassi’s „Archiepiscorum Mediolanensium series historico chronologica“ zu Mailand im Jahre 1755 herausgegeben, welch letzterem er eine von ihm verfaßte Abhandlung „De vita et scriptis Josephi Antoni Saxii Oblati“ voranschickte. Sein Hauptwerk aber ist: „Ecclesiae Mediolanensis historia ligustica etc.“. Tomi duo (Mediolani 1795, 4°.), welches von Geschichtskennern als ein wahrer Schatz von wichtigen Beiträgen zur speciellen mailändischen Kirchengeschichte bezeichnet wird. Oltrocchi hat auch fleißig über Leonardo da Vinci gesammelt und diese Sammlung hat der Literator Carlo Amoretti [Bd. I, S. 31], sein Nachfolger auf dem Bibliothekarposten in der Ambrosiana, im Jahre 1804 in Mailand herausgegeben.

Ersch und Gruber, Allgemeine Encyklopädie der Wissenschaften und Künste (Leipzig, 4°.) III. Section, 3. Bd. S. 104.