BLKÖ:Pawlowsky von Rosenfeld, Wenzel

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Pawlis, Johann
Band: 21 (1870), ab Seite: 396. (Quelle)
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Pawlowsky von Rosenfeld, Wenzel (k. k. General-Major und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. in Böhmen im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts, gest. 23. November 1778). Entstammt einer böhmischen Familie, über welche die Quellen, S. 317, nähere Aufschlüsse geben. Wenzel’s Vater, Daniel Pawlowski, der sich gleich seinen Vorfahren des Prädicates von Rosenfeld bediente, war ein wohlhabender Bürger zu Prag. Wenzel widmete sich dem Waffenhandwerke und hatte sich schon im Erbfolgekriege beim Geniecorps hervorgethan; bei Beginn des siebenjährigen Krieges, 1756, war er bereits Major. Die Tage seines Ruhmes fallen in die Periode desselben. Schon im zweiten Feldzuge desselben that er sich bei Kollin, 17. Juni 1757, auf das Glänzendste hervor. Vor der Schlacht hatte er das Terrain sorgfältig recognoscirt, die Anhöhen mit Truppen besetzt und während der Schlacht die einzelnen Regimenter in ihre Aufstellung geführt. Bei Breslau, 22. November, errichtete er auf den Anhöhen Redouten und Batterien, und in der Schlacht selbst hatte P., immer zur Seite des Feldmarschalls Daun, der ihn seines außerordentlich schnellen und richtigen Augenmaßes wegen vor Anderen in seiner Nähe zu haben wünschte, bei den Bewegungen der in’s Feuer gesendeten Regimenter, denen er die Befehle des Feldherrn überbrachte, mit Gefahr seines Lebens die ersprießlichsten Dienste geleistet. Im dritten Feldzuge, 1758, stand sein Name in den Relationen der Belagerung von Olmütz und [397] der Schlacht bei Maxen in der Reihe der ob ihrer Tapferkeit Belobten. Für seine Waffenthaten wurde nun der tapfere Krieger in der fünften Promotion – vom 23. Jänner 1760 – mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens ausgezeichnet. P. rückte nun zum Oberstlieutenant im Corps vor und zeichnete sich auch noch in den übrigen Feldzügen dieses Krieges aus. In der Friedensepoche arbeitete er mit Sorgfalt an der Vervollkommnung des Corps, erwarb sich durch Anlegung der Festung Königgrätz und später durch sein Commando in Slavonien, zu Peterwardein und Esseg, nicht unwesentliche Verdienste, und wurde im Jahre 1768 zum Obersten im Corps befördert. Bei Ausbruch des bayerischen Erbfolgekrieges wählte ihn Loudon, unter gleichzeitiger Beförderung zum General-Major, zu seinem General-Quartiermeister, aber noch im Verlaufe des ersten Kriegsjahres ereilte den Tapfern der Tod.

Hirtenfeld (J. Dr.), Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) S. 90 u. 1728.