BLKÖ:Petter, Theodor

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Petter, Franz
Nächster>>>
Pettrich
Band: 22 (1870), ab Seite: 142. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
Theodor Petter in der Wikipedia
Theodor Petter in Wikidata
GND-Eintrag: 102588406X, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Petter, Theodor|22|142|}}

Petter, Theodor (Blumenmaler, geb. zu Wien 29. Mai 1822). Ein Sohn des berühmten Blumenmalers Franz X. Petter [s. d. S. 137). Mit dem Talente seines Vaters begabt, widmete er sich in jungen Jahren der Kunst und betrieb anfänglich in Amerling’s Atelier die Bildnißmalerei, später machte er Studien in der Historienmalerei und besuchte die Akademien zu Wien und München. Schon im Jahre 1842, damals erst 20 Jahre alt, trat er in der Jahresausstellung der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien mit dem Bildnisse der Gräfin Ludmilla Harrach, gebornen Gräfin Meraviglia, vor das Publicum, nun folgten in den späteren Ausstellungen mehrere Bildnisse, Genre- und Historienstücke, und zwar im Jahre 1846: neben einem „Blumenstück“ (80 fl.) das „Bildniss des Lilienfelder Abtes Ambrosius“' – zwei Altarbilder: „Die Menschwerdung“ und „Der h. Erhard“, letzteres im Auftrage der Gräfin Ludmilla Harrach für die Kirche zu Zelking“; – im Jahre 1848: neben einem „Genrebild“ (150 fl.) das „Bildniss der Brüder Hellmesberger[WS 1]; – im Jahre 1850: „Corsaren entführen auf Hayraddin des Bei’s von Tunis Befehl spanische Fischer, um sichere Kunde über die Flotte Kaiser Karl’s V. zu erhalten“, nach dem 2. Gesange von Pyrker’s „Tunisias“ (350 fl.); – „Ein lesendes Mädchen“ (60 fl.) und eine „Madonna mit dem Kinde“ (80 fl.). Nun aber verließ er diese Richtung und wendete sich ausschließlich der Blumenmalerei zu; in dieser aber schlug er durch seine „Alpenblumenbilder“ einen neuen Weg ein. Er war dazu im Jahre 1852 durch die Erzherzogin Maria Henriette, jetzige Königin der Belgier, zuerst angeregt worden. P. malt die Blumen auf ihrem eigenen Boden und weicht nur dadurch etwas von der Naturwahrheit ab, daß er Blumen, welche in verschiedenen Höhen vorkommen, auf einem Platze zusammenstellt, wobei er jedoch auf einem Bilde immer nur solche gruppirt, die auf demselben Berge und gleichzeitig wachsen. Die Ausführung ist stets außerordentlich fleißig, jedes Härchen und [143] Staubfädchen deutlich erkennbar, dabei die Farbe so frisch und lebendig, wie eben die Blumen der Alpen selbst und das Ganze durch den landschaftlichen Reiz der Umgebung gehoben. P. malt seine Blumenstücke in Oel- und Wasserfarben. Er hat die Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins seit dem Jahre 1851 fleißig beschickt, seine Bilder erscheinen in den Katalogen meistens unter der einfachen Bezeichnung: „Alpenblumen“ oder „Alpenpflanzen“, darunter sind besonders hervorzuheben, im Jahre 1851: „Rosen“, Eigenthum der Frau Erzherzogin Maria Dorothea; – 1852: „Alpenblumen“, Eigenthum der Frau Erzherzogin Maria Dorothea; – „Alpenblumen“, Eigenthum des Herrn Erzherzog Franz Karl; – 1855: „Wer das Edelweiss früher findet“ (450 fl.); – 1856: „Herbstblumen“ (120 fl.); – „Frühlingsblumen“ (Galanthus nivalis. Primula acaulis. Anemone hepatica), Albumblatt in Wasserfarben (40 fl.); – „Frühlingsblumen“ (Pulsatilla vernalis. Viola odorata. Viola alba), in Wasserfarben; – 1857: „Blüthen und Früchte einiger homöopathischer offizineller[WS 2] Pflanzen“ (400 fl.); – „Oesterreichische Alpenpflanzen“ (500 fl.); – 1861: „Herbstblumen“ (200 fl.); –1862: „Wald- und Wiesenblumen“; – 1863: „Statuette der Madonna, mit Alpenblumen bekränzt“ (280 fl.); – „Alpenpflanzen“, Eigenthum Ihrer Majestät der Königin der Belgier. Ueberdieß befinden sich viele Bilder des Künstlers im Privatbesitze einzelner Mitglieder des Allerh. Hofes, vieler Kunstfreunde der Residenz, in den verschiedenen Gallerien derselben u. s. w. Seit 15. Mai 1861 ist P. im k. k. Münz- und Antikencabinete als Zeichner angestellt. – Sein Bruder Gustav (geb. zu Wien 9. März 1828, gest. zu Görz 25. Februar 1868) bekleidete zuletzt die Stelle eines niederösterreichischen Landescassiers und starb als solcher zu Görz im Alter von 40 Jahren. Er war ein ausgezeichneter Musiker und ein fleißiger Autographensammler. Seine ungemein reiche Autographensammlung, in welcher alle bedeutenden Personen des dreißigjährigen Krieges und der Reformationszeit und die deutsche Regentenreihe fast vollzählig vertreten waren, ging nach seinem Tode in die Hände seines Bruders, des Blumenmalers Theodor, über.

Kataloge des Jahres-Ausstellungen in der Akademie der bildenden Künste bei St. Anna in Wien der Jahre 1842, 1846, 1848, 1850, 1858 u. 1859. – Kataloge der Monats-Ausstellungen des österreichischen Kunstvereins, 1852, December; 1854, Jänner, Februar, März; 1855, Jänner, October, December; 1856, Februar, April, Mai, October; 1857, Februar, März; 1858, März, April, December; 1859, Jänner, November; 1860, Jänner, März, Juni, October, December; 1861, März, December; 1862, Jänner, April, December; 1863, Februar, April, December; 1864, December; 1866, Jänner, April. – Neue freie Presse (Wiener polit. Blatt) 1868, Nr. 1260, Abendblatt. – Gratzer Volksblatt 1868, Nr. 64.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Joseph und Georg Hellmesberger.
  2. Vorlage: ofizineller.