BLKÖ:Rechberger, Augustin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rechberger, Franz
Band: 25 (1873), ab Seite: 94. (Quelle)
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Rechberger, Augustin (gelehrter Theolog, geb. zu Linz 18. November 1800, gest. ebenda in der Nacht vom 7./8. December 1864). Ein Sohn des bischöflichen Kanzlers und Schriftstellers Georg Rechberger [s. d. S. 97], erhielt August zu Linz im Elternhause eine sorgfältige Erziehung. Da sein Vater viel mit Geistlichen verkehrte, und mehrere Priester, meist gelehrte Theologen, im Hause aus- und eingingen, mag dieß zunächst auf die Standeswahl des Sohnes Einfluß geübt haben, der sich nach beendeten philosophischen Studien für die priesterliche Laufbahn entschied. Er mußte aber fast alle vier Jahre außerhalb des Seminars studiren. Am 19. August 1824 erhielt er die Priesterweihe und trat sofort als Cooperator an der St. Mathias-Pfarrkirche in Linz in die Seelsorge. In dieser Zeit machte er den Concurs für die an dem damaligen Lyceum zu Linz erledigte Lehrkanzel der Dogmatik, welche er auch nach erfolgter Ernennung im Herbste 1828 antrat. Im Spätherbste 1852 wurde ihm die Pfarre Waizenkirchen in Oberösterreich verliehen, welche er jedoch nur sieben Jahre versah, denn im Jahre 1859 berief ihn der Bischof Franz Joseph als Domherr an die Linzer Kathedrale, nachdem ihn schon der frühere Bischof Gregorius zum Ehrendomherrn ernannt hatte. Als Linzer Domcapitular versah R. zugleich die Stelle eines Regens des bischöflichen Priester-Seminars, eines Rathes des geistlichen Ehegerichtes, Prosynodals-Examinators und außerordentlichen Beichtvaters der barmherzigen Schwestern in Linz und Enns. In diesen verschiedenen Stellungen erwarb er sich die Liebe und Verehrung Aller, die mit ihm verkehrten, und hatte überhaupt sein Leben und Wirken so eingerichtet, daß er als eine Zierde des Priesterstandes bezeichnet werden kann. Noch zur Zeit, als er Professor in Linz war, brachte er im Jahre 1844 eine Privat-Krankenanstalt [95] zu Stande, welche alsdann den barmherzigen Schwestern übergeben wurde. Sein angestrengter priesterlicher Beruf gönnte ihm nur wenig Zeit zu schriftstellerischen Arbeiten in seinem Fache, für welche er übrigens durch sein gründliches, gediegenes Wissen vollends befähigt war. Schon in den Jahren 1839 und 1840 hatte er mit einem Freunde einleitende Schritte zur Herausgabe einer theologischen Zeitschrift in Linz gemacht, aber, wie es in seinem Nekrologe wörtlich steht: „damals stand ein Sedlnitzkyals Polizeiminister an der Spitze des Censurwesens, und da fand man es für das Beste, auf so ein Ansinnen gar keine Antwort zu geben“. In der Folge, im Jahre 1848, begründete er, zuerst mit Dr. Schiedermayr, dann mit dem jetzigen Welser Stadtpfarrer Friedrich Baumgarten, dem Bruder des Kremsmünster Capitulars Amand Baumgarten [Bd. XXIII, S. 360], die Herausgabe der Linzer theolog. praktischen Quartalschrift, welche seit 1852 bis auf die Gegenwart Letzterer allein besorgt. R. selbst schrieb mehrere theologische Aufsätze für die genannte Zeitschrift, dann in Benkert’s „Religionsfreund“; auch ließ er mehrere Gelegenheitspredigten und Reden, deren Druck gewünscht wurde – denn er war ein sehr beliebter und guter Kanzelredner – öffentlich erscheinen, sonst hat er nichts als ein Büchlein über die „Volksmissionen“ selbstständig herausgegeben. Ueber die Herausgabe einer andern, im Folgenden genannten Schrift ist das Nachstehende anzuführen. Im Jahre 1833 trat Karl Maria Mayrhofer (gest. 18. Mai 1838), ein Schulcollege Rechberger’s, der zuletzt als Arzt in Laibach lebte, mit ihm in brieflichen Verkehr. In diesen Briefen sprach Mayrhofer seine Ideen über verschiedene Gegenstände in religiöser und philosophischer Richtung aus, und bei der herrschenden Stagnation jener Zeit in philosophisch-theologischen und staatspolitischen Materien besaß ein solcher Briefwechsel unbedingt etwas Anziehendes. Rechberger wollte das in diesen Briefen enthaltene Brauchbare nicht verloren gehen lassen und bearbeitete aus denselben das nachstehende Werk: „Das dreieine Leben in Gott und jedem Geschöpfe durch katholische Speculation als Interpretation nachgewiesen von Dr. Karl Maria Mayrhofer. Aus dessen wissenschaftlichem Nachlasse zusammengestellt von zwei Professoren der Theologie in Oesterreich“, 2 Bände (Regensburg 1851, Manz, 8°.); den ersten Band dieses Werkes hatte R. allein aus den an ihn gerichteten Briefen Mayrhofer’s bearbeitet. Das späte Erscheinen des Werkes hatte auch in den damaligen Censurverhältnissen seinen Grund, unter denen die Herausgabe eines solchen Werkes eine Unmöglichkeit war. R. starb nach längerem schweren Leiden im Alter von 64 Jahren. Die allgemeine Theilnahme aller Stände der Bevölkerung zeigte, in welcher hohen Achtung der Verblichene gestanden. Der Bischof selbst führte den Leichenconduct in die Kathedrale.

Katholische Blätter. Herausg. vom katholischen Central-Verein in Linz (Linz, 4°.) XVI. Jahrgang (1864), Nr. 99 u. 100, S. 405 u. f.: „Mittheilung“ [der ausführliche Nekrolog]; ebenda, Nr. 99: „Nachruf“ von Georg Strigl, u. Nr. 101: Nachruf von Honrieder [zwei Gedichte].