BLKÖ:Reinlein, Jacob von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Reinl, Johann
Band: 25 (1873), ab Seite: 237. (Quelle)
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Reinlein, Jacob von (Arzt, geb. zu Amberg in der Oberpfalz 30. Mai 1744, gest. zu Wien 3. August 1816). Nachdem er die ersten Studien in seiner Heimath beendet, kam er im Jahre 1763, damals 19 Jahre alt, nach Wien, wo er an der Universität dem Studium der Medicin oblag und im Jahre 1768 daraus die Doctorwürde erlangte. Nun besorgte er ein Jahr lang die Kranken in der Caserne in der Alservorstadt und kam dann im Jahre 1769 als Feldstabsarzt nach Pavia, wo er zugleich die Aufsicht über die Lazarethe in Mailand, Lodi und Como besorgte. Nach fünfjähriger Wirksamkeit in Italien kehrte er im Jahre 1774 nach Wien zurück, wo ihn Störck, der damals als Nachfolger Van Swieten’s die höchste ärztliche Stelle im Kaiserstaate bekleidete, als Arzt des spanischen Krankenhauses und zugleich als Lehrer an der Chirurgenschule anstellte. Im Jahre 1787 (25. Juli) folgte er dem berühmten Maximilian Stoll als Kliniker an der Wienerhochschule und wirkte als solcher bis zum Jahre 1796, in welchem Peter v. Frank an seine Stelle trat. Im Jahre 1814 trat R. in den Ruhestand über. Reinlein war auch im ärztlichen Fache schriftstellerisch thätig; als Inaugural-Dissertation bei Gelegenheit seiner Doctorpromotion gab er heraus: „Dissertatio physico-chemico-medica de Phosphoris“ (Viennae 1768, Trattner, 8°. maj.); dann folgten: „Vorlesebuch über die Anfänge der Arzneiwissenschaft für Wundärzte“ (Wien 1783, Trattner, gr. 8°.); – „Medicinisch-pathologisches Vorlesebuch für Wundärzte“ (ebd. 1805, v. Mösle, gr. 8°.); – „Animadversiones circa ortum, incrementum, causas, symptomata et curam Taeniae latae in intestinis humanis nidulantis casibus practicis illustratae“ (Viennae 1812, v. Mösle, 8°. maj., cum fig.), auch deutsch: „Bemerkungen über den Ursprung, die Entwicklung u. s. w. und Heilart des Bandwurms in den Gedärmen des Menschen“ (Wien 1812, 8°., mit 1 K.; neue verm. Aufl. ebd. 1832); – „Kurzer Umriss der Physiologie oder der Naturlehre des Menschen als ein untrüglicher Spiegel zur Kenntniss seiner selbst“ (Wien, 8°.). Ueber Reinlein’s wissenschaftliche und ärztliche Thätigkeit fällt ein glaubwürdiger Fachmann, wie Dr. J. F. C. Hecker in seiner „Geschichte der neueren Heilkunde“, folgendes Urtheil: „Reinlein hat sich niemals, wiewohl von Störck so begünstigt, daß er selbst zum Nachfolger Stoll’s ernannt wurde, über die Mittelmäßigkeit erhoben.“ Reinlein kam im Jahre 1812 um die Erhebung in den erbländischen Adelstand ein, welcher ihm auch mit kaiserlichem Diplom vom 24. August 1812 verliehen wurde. In die Familie desselben kam auch in den Jahren 1864 und 1870 der Ritter- und Freiherrnstand mit dem Prädicate von Marienburg, die Träger desselben besitzen jedoch für dieses Werk gar keine Bedeutung.

Adelstands-Diplom ddo. 24. August 1812. – Hecker (J. F. C. Dr.) Geschichte der neueren Heilkunde (Bertin 1839, Enslin, 8°.) S. 568. – (De Luca) Das gelehrte Oesterreich. Ein Versuch (Wien 1778, v. Trattnern, 8°.) l. Bds. 2. Stück, S. 44. – Poggendorff (J. C.), Biographisch-literarisches Handwörterbuch zur Geschichte der exacten Wissenschaften (Leipzig 1859, J. Ambr. Barth, gr. 8°.) Bd. II, Sp. 599. – Oesterreichische [238] National-Encyklopädie von Gräffer und Czikann (Wien 1835, 8°.) Bd. IV, S. 372. – Wiener medicinische Monatschrift, herausg. von Dr. Wittelshöfer (gr. 4°.) XXI. Jahrgang (1871), Nr. 13, Sp. 285, im Aufsatze des Prof. Gustav Loebl: „Geschichtliche Notizen über das medicinische Clinicum an der Wiener Universität“. – Porträt. H. Maurer p., J. E. Mansfeld sc. (8°.). – Wappen. Silberner Schild mit blauem Schildeshaupt. In letzterem ein goldener Stern; im Schilde selbst ein linksschräger Aesculapstab, dessen dreimal gewundene Schlange aus einer auf grünem Grunde stehenden Schale trinkt. Auf dem Schilde ein in’s Visir gestellter goldgekrönter Turnierhelm, auf dessen Krone ein von Blau und Gold quergetheilter offener Flug steht, dem eine dreimal gewundene, aufrecht gekehrte natürliche Schlange eingestellt ist. Die Helmdecken sind blau, mit Gold unterlegt.