BLKÖ:Rossetti Edler von Rosenhügel, Karl

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Rossegger
Band: 27 (1874), ab Seite: 62. (Quelle)
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Rossetti Edler von Rosenhügel, Karl (k. k. General-Consul in Egypten, geb. zu Triest um die Mitte des 18. Jahrhunderts, gest. zu Kairo am 21. Februar 1820). Er erscheint auch mit einem s (Rosetti) geschrieben; einem Actenstücke zufolge, auf welchem sich seine Unterschrift befindet, ist die Schreibart mit zwei s (Rossetti) die richtige. Ueber seinen ersten Lebens- und Bildungsgang fehlen alle Nachrichten, nur so viel ist ersichtlich, daß er für den Kaufmannsstand herangebildet wurde und mit dem Triester Handlungshause Belletti, Zaccar u. Comp. associirt war. Längere Zeit, bevor er General-Consul geworden, hatte er bereits blos durch Auftrag des an der Pforte accreditirten kaiserlichen Internuntius Freiherrn von Herbert-Rathkeal [s. d. Bd. VIII, S. 352] die [63] Geschäfte des kaiserlichen Hofes im Orient versehen, dann ernannte ihn Kaiser Joseph II. zum k. k. General-Consul in Egypten. Daselbst ließ er sich insbesondere den Schutz der österreichischen Unterthanen, die entweder dort ansässig waren oder in Geschäften dahin kamen, angelegen sein; für den von ihm den Christen im Orient gewahrten Schutz in einer Zeit, in welcher es aller Energie und ernsthafter Vertretung gegenüber den rohen christenfeindlichen Urbewohnern des Landes bedurfte, wurde er von dem Papste unter die Ritter des goldenen Sporns und unter die conti Palatini aufgenommen. Kaiser Joseph aber ertheilte R. dafür, daß er, wie es im Adelsdiplom ausdrücklich steht, „in Einleitung und Herstellung eines unmittelbaren Commercialzuges aus den österreichischen Seehäfen nach Egypten mit besonderem Eifer und Thätigkeit mithilflich gewesen und unseren Handelsleuten in Egypten allen möglichsten Vorschub und Unterstützung nach seinen Kräften verschafft habe“, den erbländischen Adelstand mit dem Prädicate Edler von Rosenhügel. Ein weiteres und zudem nicht eben das kleinste Verdienst Rossetti’s besteht darin, daß er der französischen Expedition in Egypten, welche mit den dortigen, für die Kunstgeschichte so wichtigen Alterthümern ebenso verfuhr, wie der Imperator mit den Kunstschätzen der von ihm in Europa provisorisch eroberten Länder, der sie nämlich nach Frankreich bringen ließ, manches werthvolle Stück entzog, unter andern z. B. den herrlichen zu Silhadsche (Sais) in Schlamm versunkenen Sarkophag, dessen Deckel R. dem k. k. Antikencabinete verehrt hat. Er steht nun vor der Thüre desselben aufgerichtet. Rossetti wurde später von Seiner Majestät dem Kaiser Franz mit dem Leopold-Orden ausgezeichnet.

Adelstands-Diplom ddo. 30. Juni 1788. – Oesterreichisches Archiv für Geschichte. Erdbeschreibung u. s. w. (Fortsetzung des Hormayr’schen). Redigirt von J. W. Ridler und Veith (Wien, 4°.) III. Jahrg. (1833), S. 88. – Wappen. Quadrirter Schild. 1 u. 4: in Gold ein einwärts sehender schwarzer Adler mit ausgeschlagener Zunge, ausgespannten Flügeln und von sich gestreckten Fängen; 2 und 3: in Roth ein auf grünem Rasen einwärts gestellter silberner Löwe mit offenem Rachen, ausgeschlagener Zunge, über sich geworfenem Schweife, der mit seinen Vorderpranken einen vor sich stehenden grünen Baum anfaßt. Auf dem Schilde ruht ein rechtsgestellter gekrönter Turnierhelm, auf dessen Krone ein rechtssehender schwarzer Adler mit ausgespannten Flügeln und ausgeschlagener Zunge sich erhebt. Die Helmdecken sind rechts schwarz mit Gold, links roth mit Silber unterlegt.