BLKÖ:Schmerling, die Herren von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 30 (1875), ab Seite: 186. (Quelle)
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V. Zur Genealogie der Herren von Schmerling. Aus der angeschlossenen Stammtafel ist die Abstammung des ehemaligen Staatsministers Anton Ritter von Schmerling bis auf dessen Großvater zurück und der heutige Familienstand der Schmerling, soweit mir dieß zu erfahren möglich gewesen, ersichtlich. Der Adel der Familie reicht mindestens in’s 17. Jahrhundert zurück. Ein Anton Albrecht von Schmerling war kais. Hofkammerrath und ist im Jahre 1723 bei der Landschaft in Oesterreich ob der Enns immatriculirt worden. In Ranfft’s „Archivar“ 1736, sowie im 19. Theile seiner „Genealogischen Nachrichten“ wird eines Barons Schmerling gedacht, welcher im Jahre 1736 im Monat Januar vom kaiserlichen Hofe in gewissen Verrichtungen, welche das damalige Friedenswerk betrafen, nach Paris abgeschickt worden, von wo er im Monat Mai desselben Jahres nach Wien zurückgekehrt war. Es mag wohl dieß der obige Anton Albert (Albrecht) v. Sch. sein, für den, wie für dessen zwei Brüder Leopold und Joseph, Beide Hauptleute im k. k. Infanterie-Regimente Freiherr v. Kriegsbaum Nr. 54, im Jahre 1707 „wegen altadeligen Herkommens“ das Reichsritter-Diplom ausgefertigt worden. Im kaiserlichen Adels-Archive finden sich noch zwei Adels-Diplome vor, und zwar eines vom 2. August 1793 für die Brüder Joseph und Sebastian, Ersterer Cassier der k. k. Banco-Hauptcasse, Letzterer beim Münz- und Bergwesen angestellt; und ein zweites vom 10. April 1819, mit welchem vorgenanntem Joseph von Schmerling der Ritterstand verliehen wird. In welchem Verwandtschaftsgrade die vorgenannten Träger eines und desselben Namens zu einander stehen, konnte ich nicht ermitteln. Der Name der Familie und andere Anzeichen weisen auf niederländischen Ursprung hin und thatsächlich lebte auch noch im ersten Drittel dieses Jahrhunderts ein Naturforscher Philipp Karl Schmerling[WS 1] als Professor der Anatomie zu Lüttich. Derselbe war am 24. Februar 1791 zu Delft geboren und starb schon am 7. November 1836. Er war Mitglied der königlichen Akademie der Wissenschaften von Brüssel, der zoologischen Gesellschaft von Frankreich und des königlichen Institutes der Niederlande. Außer einem in den Abhandlungen der Brüsseler Akademie veröffentlichten Memoire über eine in der Provinz Luxemburg entdeckte Knochenhöhle, veröffentlichte er noch den I. Band seines Werkes: „Recherches sur les ossements fossiles decouverts dans les cavernes de la province de Liège“ (Liège 1835, P. J. Collardin, 4°., cum fig.). Die Vollendung dieses Werkes, das auf drei bis vier Bände berechnet war und dem ein Atlas von 50 Tafeln beigegeben werden sollte, wurde durch den schon im nächsten Jahre nach Erscheinen des 1. Bandes erfolgten Tod des Autors unterbrochen. Nachrichten über diesen Gelehrten gab Charles François Antoine Morren in dem Schriftchen: „Notice sur la vie et les travaux de P. C. Schmerling“ (Bruxelles 1838, 12°.). In welcher verwandtschaftlichen Verbindung dieser niederländische Gelehrte zu der österreichischen Familie mit welcher er den Namen gemeinschaftlich hat, steht, ist auch nicht zu bestimmen. Der jetzige Präsident des k. k. obersten Gerichts- und Cassationshofes, Anton Ritter von Schmerling, dessen Lebensskizze bereits S. 172 mitgetheilt worden, ist der älteste von fünf Brüdern. Der nächstälteste, Joseph (geb. 1807), trat in die kaiserliche Armee, wurde Hauptmann im General-Quartiermeisterstabe, im Jahre 1848 Major im Corps und noch im nämlichen Jahre Oberstlieutenant im Infanterie-Regimente Nr. 38, dessen Oberst er im folgenden Jahre wurde, indem zugleich seine Transferirung zum General-Quartiermeisterstabe und Eintheilung als Oberst keim Infanterie-Regimente Nr. 1 erfolgte. Im Jahre 1850 rückte er zum General-Major und Brigadier im 3. Armeecorps zu Prag vor, wurde aber noch in demselben Jahre zum Bevollmächtigten der Militär-Central-Commission zu Frankfurt a. M. ernannt. Nach seiner Rückkehr von diesem Posten wurde er, nachdem er schon am 14. Juni 1858 zum Feldmarschall-Lieutenant ernannt worden, im Jahre 1860 Chef des Präsidial-Bureau’s beim Armee-Obercommando, im folgenden Jahre Vorstand der Central-Kanzlei im Kriegsministerium, 1862 Stellvertreter des Kriegsministers, 1864 Commandant des 7. Armeecorps, 1867 commandirender General zu Temesvár und bekleidet zur Stunde den Posten eines Stellvertreters des Obercommandanten (Erzherzog Rainer) der k. k. Landwehr. Seit 20. März 1868 zum Feldzeugmeister ernannt, ist derselbe k. k. geheimer Rath, Inhaber des im Jahre 1860 aus den Linien-Infanterie-Regimentern [188] Nr. 20 und 60 neu formirten ungarischen Infanterie-Regiments Nr. 67, Ritter des Ordens der eisernen Krone 1. Classe und des österreichischen Leopold-Ordens. – Der dritte Bruder Rainer ist Doctor der Medicin, Hofrath und Leibarzt Sr. kaiserl. Hoheit des Erzherzogs Albrecht; der vierte Bruder Heinrich starb als k. k. Major im Jahre 1868, und der fünfte und jüngste, Moriz, ist gegenwärtig Ministerialrath im k. k. Ministerium des Innern. Anton Ritter von Schmerling hat aus seiner Ehe mit Pauline Freiin von Koudelka nur zwei Töchter, Violetta und Sylvia, deren Erstere an Karl Freiherrn von Bienerth, k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Commandanten der 1. Infanterie-Brigade bei der 28. Infanterie-Truppen-Division, die zweite seit Kurzem an Herrn von Rohonczy vermält ist. – Des Staatsmannes Anton Bruder Rainer hat einen Sohn und drei Töchter, welche alle drei bereits vermält sind, der Sohn Karl ist seit 1. November 1872 Oberlieutenant bei Braunschweig-Dragonern Nr. 7 und mit einer Tochter des Freiherrn von Hein vermält.

VI. Wappen. Es liegen zwei Wappen-Abbildungen von Adelsfamilien des Namens Schmerling vor. Die eine ist das Ritterstands-Wappen aus dem Diplom ddo. 10. April 1819: Ein von schwarzem Querbalken in der Mitte getheilter goldener Schild, in dessen oberem Theile sich drei nebeneinander stehende fünfblättrige rothe Rosen befinden. Im unteren Theile sind am Schildesfuße drei grüne Hügel, deren mittlerer etwas erhöht und mit einem hohen rothen Kreuz besteckt ist, aus dessen Mitte beiderseits ein schmaler rother Sparren bis auf die Spitze der zwei kleineren Hügel absteigt. – Das andere Wappen zeigt einen blauen, durch einen rothen Querbalken getheilten Schild; hinter dem Querbalken sieht man einen rechtsgekehrten schreitenden goldenen Löwen, welcher oben wie unten von drei (1 über 2) goldenen Sternen begleitet ist.

[187]
Stammtafel der Ritter von Schmerling.
Joseph.
Rosalia von Ehrenbaum.
Zwei Söhne,
die in ihren Ehen nur
Töchter hatten.
Drei Töchter. Joseph,
k. k. Appell-Rath.
Elise von Zeiller,
Tochter des berühmten österreichischen
Rechtsgelehrten von Zeiller.
Anton,
k. k. Präsident des Obersten
Gerichts- und Cassations-
Hofes,
geb. 23. August 1805.
Pauline Freiin von Koudelka
geb. 8. September 1806,
† 31. Juli 1840.
Joseph,
k. k. Feldzeugmeister,
geb. 1807.
Eugenie
geb. 1809,
vm. Disner.
Rainer,
Med. Dr., Hofrath,
geb. 1811.
Heinrich,
k. k. Major,
† 1868.
Moriz,
k. k. Ministerialrath,
geb. 1823.
Karl,
k. k. Dragoner-
Oberlieutenant.
N. N. Freiin
von Hein.
Irene
vm. v. Perin.
Marie
vm. v. Arvay.
Ida
vm. v. Benedek,
Hauptmann im
Generalstabe.
Violetta
vm. Karl Freiherr von
Bienerth,
k. k. Feldmarschall-
Lieutenant.
Sylvia
vm. von Rohonczy.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Philippe-Charles Schmerling (Wikipedia).