BLKÖ:Schneider, Franz (Componist)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Schneider, Christian
Band: 31 (1876), ab Seite: 14. (Quelle)
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Schneider, Franz (Componist, geb. zu Pulkau in Niederösterreich im V. N. M. B. im Jahre 1737, gest. im Stifte Melk am 5., n. A. am 15. Februar 1812). War der Sohn eines [15] Zimmermeisters, der von seinem mäßigen Erwerbe auf die Erziehung seines Sohnes nicht viel verwenden konnte. Der Schullehrer, der an dem damals siebenjährigen Schneider ein besonderes Talent zur Musik bemerkte, unterrichtete nun den Knaben außer den Schulgegenständen im Singen, auf der Violine, dem Claviere, der Orgel, wie auch auf mehreren Blasinstrumenten. Dieser vom besten Erfolge begleitete Unterricht währte bis in das 16. Jahr, wo er abwechselnd Schulgehilfe in Weitzendorf, Cantor in Pulkau und Retz war, 1757 dem Rufe nach Pöggstall folgte und endlich durch Albrechtsberger’s Fürsprache den erledigten Gehilfendienst in Melk erhielt. Diesen Dienst zugleich mit dem des Pfarrorganisten versah er sechs Jahre, nahm bei Albrechtsberger, der damals Organist in Melk war, Unterricht, bildete sich vollkommen unter seiner Leitung aus, wurde nach desselben Abgang 1766 Stiftsorganist, 1768 Schullehrer und bei Gelegenheit des 50jährigen Priesterjubiläums des Abtes Urban, wozu er eine neue Messe componirte, Schulrector. Als in der Folge das Gymnasium nach St. Pölten verlegt wurde, erhielt S. die Direction über den Stiftchor und den Musikunterricht der zurückgebliebenen Knaben. Ein würdiger Schüler Albrechtsberger’s, bewährte er sich als einer der besten und kraftvollsten Orgelspieler, der bald seinem Meister nicht nachstand, und als ein vortrefflicher Tonsetzer, wie dieß Dr. Forkel und Abbé Vogler bezeugten, deren jeder ihm ein Thema gab, welches er aus dem Stegreife auf der großen Orgel so regelmäßig ausführte, daß sie ihre Erwartungen nicht nur übertroffen fanden, sondern ihn auch für den ersten der damals lebenden Organisten erklärten. Vogler machte überdieß seine nähere Bekanntschaft und kaufte ihm Messen von seiner Composition ab, welche er auf seinen weiteren Reisen mit sich fortnahm. Unter Schneider’s Werken verdienen ausdrückliche Erwähnung: eine Messe zur Primiz des nachmaligen Abtes Anton, 1781; – ein Requiem zur Todtenfeier des Abtes Urban, 1785; – eine Messe bei Gelegenheit der 700jährigen Säcularfeier des Stiftes Melk; – außerdem hat er noch 46 Messen, – 33 Motetten, – 34 Gradualen, – 14 Requien, – 12 Litaneien, – 27 Todtenlieder und eine kleine Cantate componirt, welche Werke sich wohl noch im Musikarchive des Stiftes Melk befinden dürften; gedruckt erschien davon nur ein Heft Pastoralen für die Orgel.

Neues Universal-Lexikon der Tonkunst. Angefangen von Dr. Julius Schladebach, fortgesetzt von Ed. Bernsdorf (Dresden, R. Schäfer, gr. 8°.) Bd. III, S. 484 [nach diesem gestorben am 15. Februar 1812]. – Gaßner (F. S. Dr.), Universal-Lexikon der Tonkunst. Neue Handausgabe in einem Bande (Stuttgart 1849, Frz. Köhler, Lex. 8°.) S. 757 [nach diesem gest. am 5. Februar 1812].