BLKÖ:Schuhay, Franz Freiherr von

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 32 (1876), ab Seite: 141. (Quelle)
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Schuhay, Franz Freiherr von (k. k. Feldmarschall-Lieutenant und Ritter des Maria Theresien-Ordens, geb. zu Füred in Ungarn im Jahre 1747, gest. zu Prag 28. September 1818). Trat, 16 Jahre alt, in die kais. Artillerie, in welcher er, stufenweise vorrückend, bis kurz vor Ausbruch des Türkenkrieges, 1788, zum Hauptmann befördert worden war. Im genannten Kriege zeichnete er sich zu wiederholten Malen aus: zu Illova am 14. September 1788, wo er durch rasche Vorführung mehrerer Cavalleriegeschütze, die er nunmehr gegen den Feind spielen ließ, einen feindlichen Ueberfall auf das kaiserliche Lager, welcher verderblich hätte werden können, vereitelte; bei der Belagerung Belgrads rühmte ihn Feldmarschall Loudon wegen guter Aufstellung und Wirkung seines Geschützes. Bei Ausbruch der französischen Kriege war S. bereits Major und zeichnete sich innerhalb der Jahre 1793–1797 bei mehreren Gelegenheiten aus. So beim Angriffe auf das Camp [142] de Caesar bei Cambroi am 6. August 1793; dann bei jenem auf den verschanzten Mormaler Wald am 17. August d. J., zu dessen Räumung er durch sein trefflich bedientes Geschütz wesentlich beitrug und dadurch die Belagerung von Le Quesnoy ermöglichte; beim Uebergange des Reservecorps unter Feldzeugmeister Wenzel Graf Colloredo über die Sambre am 29. September d. J., wo Schuhay’s gut placirte und wirksam feuernde Batterien den Uebergang des Corps und dessen Vereinigung mit den anderen Corps ermöglichten; ferner, nachdem der Uebergang bewerkstelligt war, stellte er sich, ohne Befehl abzuwarten, an die Spitze einer Batterie, mit der er den Feind vollständig warf und bis Maubeuge vordrang, welche Position nun unsere Armee behauptete. Im Feldzuge des Jahres 1794 erscheint Schuhay’s Name unter den Braven des Tages: im April bei der Vorrückung der combinirten Armee gegen Guise unter persönlicher Führung des Kaisers Franz; bald darauf bei Landrecy; im Mai bei der abermaligen Vorrückung gegen Lille; dann am 22. Mai in der Schlacht bei Tournay, wo er den Posten von Blaudin, den der Feind bereits besetzt hatte, demselben wieder abnahm, gegen einen dreimaligen Angriff desselben Stand hielt und ihm durch ein lebhaftes Kartätschenfeuer vielen Schaden zufügte; in der Schlacht bei Fleurus am 26., wo sein Geschütz mörderisch wirkte, und beim Angriffe der Franzosen auf Lüttich am 27. Juli. Schuhay commandirte damals die Artillerie im Corps des Feldzeugmeisters Latour. Der Feind hatte bereits die Stadt und eine Vorstadt besetzt. Nun führte S. freiwillig eine Division des Regiments Brechainville mit zwei Geschützen vor, stürmte die Vorstadt, richtete dann seine Geschütze gegen die Stadt und eröffnete sein Feuer. Schon hatte er die ganze Bedienungsmannschaft bis auf einen Mann verloren, da bediente er selbst seine Geschütze und setzte den Feind außer Stand, uns in unserer Stellung, noch ferner zu beunruhigen. Im Treffen bei Sprimont, am 29. September, wurde S. verwundet, blieb aber bis zur Beendigung desselben an der Seite des commandirenden Generals, um dessen Befehle auszuführen. Im Feldzuge des Jahres 1795 wohnte S. als Artillerie-Reservecommandant der Rheinarmee mehreren Gefechten bei. Neue Lorbeern pflückte er im Feldzuge des Jahres 1796, im Armeecorps des Erzherzogs Karl eingetheilt; so zeichnete er sich in der Schlacht bei Amberg (24. August) aus, wo er zur Besitznahme des Eisenberges mitwirkte, dann bei jener zu Würzburg (3. September), wo sein gezieltes Feuer dem Feinde große Verluste beibrachte. Major Schuhay wurde nun über Anempfehlung des Erzherzogs zum Oberstlieutenant befördert. Nunmehr focht S. bei Emmendingen (19. October), bei Schliengen (24. October) und bei der Belagerung von Kehl, das am 10. Jänner 1797 fiel. Nun folgte er dem Erzherzog zur Armee nach Italien. Nach der Schlacht am Tagliamento am 16. März 1797 erhielt S. Befehl, die Reserve-Artillerie über Tarvis nach Villach zu führen. Der Geschützpark bestand aus 30 Geschützen und 200 Munitionskarren. Der Feind, davon in Kenntniß, bot Alles auf, sich desselben zu bemächtigen. Aber Schuhay leistete Bewunderungswürdiges, als er denselben über Schluchten und eisbedeckte Berge in Sicherheit brachte. Nun wurde er zweiter Oberst im 1. Regimente und nach dem Frieden von Campoformio (17. October 1797) [143] kam S. zur Armee nach Böhmen. Schon in der 34. Promotion, am 7. Juli 1794, war S. mit dem Ritterkreuze des Maria Theresien-Ordens geschmückt worden; im Jahre 1798 erfolgte seine Erhebung in den Freiherrnstand. Im Feldzuge des Jahres 1799 kam Oberst O. auf ausdrückliches Verlangen des Erzherzogs zur Armee nach Deutschland, wo er bei Stockach (26. März) mit seinem Geschütze zum glänzenden Siege beitrug und bei der Einnahme der Neckarauer Schanzen und der Stadt Mannheim am 18. September sich besonders hervorthat. Im Jahre 1800 wurde S. wirklicher Oberst, bald darauf General-Major. Später zum Feldmarschall-Lieutenant vorgerückt, starb er als Divisionär zu Prag im Alter von 72 Jahren.

Freiherrnstands-Diplom ddo. 18. Mai 1798. – Hirtenfeld (J. Dr.). Der Militär-Maria Theresien-Orden und seine Mitglieder (Wien 1857, Staatsdruckerei, kl. 4°.) Theil I, S. 436; Theil II, S. 1737. – Wappen. In Roth ein breiter silberner, oben und unten klein gezahnter Querbalken, mit einem pfahlweise über das Ganze liegenden, die Spitze aufwärts kehrenden bloßen Schwerte mit goldenem Gefäße belegt. Auf dem Schilde ruht die Freiherrnkrone, auf welcher ein in’s Visir gestellter goldgekrönter Turnierhelm sich erhebt. Auf der Krone des Helms steht ein zum Fluge gerichteter, linkssehender natürlicher Adler, der in der rechten ausgestreckten Pranke einen Donnerkeil hält. Die Helmdecken sind roth, mit Silber unterlegt.