BLKÖ:Schwarzenberg, Joseph Adam Johann Nepomuk Fürst

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 33 (1877), ab Seite: 84. (Quelle)
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Schwarzenberg, Joseph Adam Johann Nepomuk Fürst (Ritter des goldenen Vließes, geb. 15. December 1722, gest. Februar 1782). Ein Sohn des Fürsten Adam Franz Karl [S. 1), aus dessen Ehe mit Eleonora Amalia Fürstin Lobkowitz. Als durch einen unglücklichen Schuß des Kaisers Karl VI. auf einer Hirschjagd bei Brandeis in Böhmen des Fürsten Vater tödtlich getroffen [85] wurde und am Morgen des folgenden Tages verschied, war der Kaiser über diesen unglücklichen Vorfall auf das Tiefste bestürzt, schloß sich in sein Cabinet ein, ließ Niemand vor sich kommen und wurde nicht wieder heiter. Durch unmittelbare Einflußnahme auf die vormundschaftlichen Geschäfte und die Erziehung des verwaisten 10jährigen Erbprinzen beschloß er Vaterstelle bei demselben zu vertreten und um die Trauer der tiefgebeugten Fürstin-Witwe „durch einen außerordentlichen Act kaiserlicher Huld zu mildern“, ließ er – ein noch nicht dagewesener Fall in der Geschichte des goldenen Vließordens – die fürstliche Waise durch eine eigens deputirte kaiserliche Commission mit derselben Ordenskolane schmücken, die des Fürsten Vater auf dem Frankfurter Kaiserkrönungstage aus den Händen des Kaisers empfangen. Während der Minderjährigkeit des Prinzen leitete die Fürstin-Mutter die großartige Administration der fürstlichen Besitzungen mit Umsicht und Energie. Als sie im Jahre 1741 starb, war der Fürst 19 Jahre alt. Er übernahm nun das Regiment des fürstlichen Hauses. Dem Andenken der hohen Verblichenen, die sich durch ihre weiblichen Tugenden in allen Kreisen hingebende Liebe erworben hatte, ließ er ein Grabdenkmal setzen mit der von ihr selbst gewählten demuthvollen Inschrift: „Hier ruht die arme Sünderin Eleonora, betet für sie!“ Als der Fürst die Verwaltung seines Hauses (1741) übernahm, hatte eben die Kaiserin Maria Theresia das Erbe ihrer Ahnen angetreten und bedrängnißvolle Zeiten waren über den Kaiserstaat hereingebrochen, der trotz der pragmatischen Sanction und deren fürstlichen Garantien (!) in schwere Kriege verwickelt, überdieß aber von Elementar-Ereignissen, wie Mißwachs und daraus entstandener Hungersnoth, in traurigster Weise heimgesucht wurde. Wo Alles litt, wurde auch der Fürst Joseph Adam in Mitleidenschaft gezogen und es galt des ganzen Aufwandes von Umsicht und Thatkraft, die empfindlichen Wirkungen der herrschenden Mißverhältnisse so viel als thunlich abzuschwächen. Der Fürst stand bei der Kaiserin und ihrem Gemal in hoher Gunst, wie die mannigfachen Auszeichnungen beweisen, die ihm zu Theil wurden. So erhielt er schon 1753, damals 31 Jahre alt, die geheime Rathswürde und das Hofmarschallamt, im Jahre 1776 jene des ersten Obersthofmeisters. Seinen bereits vorhandenen umfassenden Grundbesitz zu vermehren, war in jenen Tagen, die der Opfer genug heischten, nicht möglich, war es doch schon eine That, wenn das Vorhandene im guten Stande erhalten wurde. Auf seinen Gütern und im Verhältnisse zu seinen Unterthanen erscheint der Fürst als ein milder Herr seiner zahlreichen Diener, als ein liebreicher, vorsorgender, wohlthätiger Gebieter seiner Unterthanen. Sein Biograph berichtet, während er seine Frömmigkeit und Gottesfurcht rühmt, von dem Fürsten, „daß er Kirchen baut, Liebeswerke spendet, die studirende Jugend, besonders junge Theologen unterstützt, und wenn er auf seinen Schlössern Feste veranstaltet, des Bürgerstandes nicht vergißt und ihn an sich heranziehe“. Sein Geschlecht verdankt ihm überdieß eine große Errungenschaft. Johann Adolph (II.) hat dem Hause Schwarzenberg die Fürstenwürde erworben, jedoch war dieselbe mit dem kaiserlichen Diplom vom 14. Juli 1670 auf das Recht der Erstgeburt beschränkt; mit dem neuen, dem Fürsten Joseph Adam verliehenen Diplom ddo. Wien, 8. December 1746 ward die Fürstenwürde [86] auf sämmtliche männliche und weibliche Descendenten des Hauses Schwarzenberg ausgedehnt. Außerdem wurde unter Fürst Joseph Adam das Herzogthum in ein unveräußerliches an die Primogenitur geknüpftes Allod umgewandelt. Fürst Joseph Adam war (seit 22. August 1741) mit Maria Theresia Prinzessin Liechtenstein vermält, aus welcher Ehe vier Söhne und fünf Töchter entstammen. Von den Söhnen starb einer, Franz Joseph Anton, in der Kindheit, ein zweiter Joseph Wenzel (geb. 1745), als Oberst des kaiserlichen Regiments Terzi im Jahre 1781; der älteste Johann Nepomuk [s. d. S. 82] übernahm das Majorat, der andere, Anton Franz [S. 15, Nr. 7][WS 1], starb als kaiserlicher Hauptmann in jungen Jahren. Von den Töchtern wurde Prinzessin Maria Eleonore Stiftsdame zu Mons und starb als solche im Jahre 1786, die Prinzessin Josepha Theresia blieb unvermält, die anderen, Maria Anna, Maria Theresia und Maria Ernestine heiratheten in die Grafenhäuser Sinzendorf, Göeß und Auersperg.

Transsilvania. Beiblatt zum Siebenbürger Boten (Hermannstadt, gr. 4°.) 1856, Nr. 3, S. 42, im Artikel: „Das Fürstenhaus Schwarzenberg“. – Zedler’sches Universal-Lexikon XXXV. Sp. 1985.
Medaillen. 1) Avers: Hymen bekränzt und zündet mit seiner Fackel zwei Herzen auf einem Altare an, zu dessen Seiten zwei Wappenschilder angelehnt sind. Am Fuße des Altars: M. D. Umschrift: TAEDIS – FELICIBUS. Revers. Unter einer Fürstenkrone die Inschrift: CONNUBIUM | PRINCIPUM | JOSEPHI | SCHWARZENBERGICI | ET | THERESIAE | LICHTENSTEINIAE | ACTUM | MDCCXLI. – 2) Avers: Brustbild. Umschrift: JOSEPH.(us) D.(ei) G.(ratia) S.(acri) R.(omani) I.(mperii) Prin.(ceps) IN SCHWARZENBERG. Revers: Unter der Fürstenkrone in einem Palmen- und Lorbeerzweige die Inschrift: POS.(ito) PRIM.(o) LAP.(ide) | TEMPLUM | B.(eatae) V.(irgini) MARIAE NASCENTI | SACRUM | AMPLIOR.(i) OPER.(a) EREXIT | EX VOTO | MDCCXLVI | XV. OCTOB.(ris). (Gedenkthaler).

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [S. 15, Nr. 17].