BLKÖ:Szönyi, Benjamin

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Szönyi, Paul
Band: 42 (1880), ab Seite: 234. (Quelle)
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Szönyi, Benjamin (ungarischer geistlicher Dichter, geb. in Ungarn, Ort und Jahr seiner Geburt wie seines [235] Todes unbekannt). Er blühte in der zweiten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts. Biographische Nachrichten über ihn fehlen gänzlich, es ist nur bekannt, daß er zu Holdmezö-Vásárhely als reformirter Prediger wirkte und durch seine geistlichen Gesänge, namentlich seine „Cyther der Heiligen“, allgemeine Aufmerksamkeit erregte. Außerdem schrieb er noch etliche Kinder- und Andachtsbücher. Die Titel derselben sind: „Gyermekek Fisikája…“, d. i. Kinderphysik (Preßburg 1774, 8°.), eine Uebersetzung der Naturlehre für Kinder von Charles Rollin, wahrscheinlich nach der deutschen Bearbeitung des J. A. E. Götze übersetzt; – „Imádságok imádsága, avagy a legszebb…“, d. i. Das Gebet der Gebete u. s. w. (ebd. 1774, 12°.); – „Szentek Hegedűje vagy olly idvességes új Énekek“, d. i. Die Cyther der Heiligen oder heilsame neue Gesänge (Klausenburg 1776, 12°., 406 S., neue verm. Aufl., Preßburg und Pesth 1804, Fr. Jos. Patzkó, 12°., 674 S.); – „Istennek trombitája“, d. i. Trompete Gottes (Ofen 1791, 8°.) und „Énekek éneke“, d. i. Gesang der Gesänge (Preßburg 1792, 8°.). Szönyi rivalisirt in seinen geistlichen Gesängen mit Paul Raday [Bd. XXIV, S. 174, Nr. 5], dem besten protestantischen Liederdichter Ungarns im 18. Jahrhundert. Seine Lieder besitzen echt christlichen Geistes- und Gedankenreichthum; aber die mitunter wahrhaft poetischen und auch der Form nach glücklichen Stellen seiner Gesänge werden nur zu oft durch platte Prosa des Ausdrucks und unharmonische Versification beeinträchtigt.

Geschichte der ungarischen Dichtung von den ältesten Zeiten bis auf Alex. Kisfaludy. Von Dr. Franz Toldy. Aus dem Ungarischen übersetzt von Gustav Steinacker (Pesth 1863, Gust. Heckenast, 8°.) S. 313. – Magyar irók. Életrajz-gyüjtemény. Gyüjték Ferenczy Jakab és Danielik József, d. i. Ungarische Schriftsteller. Sammlung von Lebensbeschreibungen. Von Jacob Ferenczy und Joseph Danielik (Pesth 1846, Gust Emich, 8°.). Zweiter (den ersten ergänzender) Band, S. 327. – Horányi (Alexius), Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Posonii 1777, A. Loewe, 8°.) Pars III, p. 373.