BLKÖ:Tacco, die Freiherren von, Genealogie

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 43 (1881), ab Seite: 9. (Quelle)
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Zur Genealogie der Freiherren von Tacco. Die Tacco, oder wie gegenwärtig ihr voller Namen lautet: Tacco von Fölsenstein und St. Florian, waren ursprünglich in Toscana ansässig und sollen zuerst della Fratta geheißen haben; jedoch kommt bereits im 12. und 13. Jahrhunderte der nunmehrige Name vor, und waren dessen Träger Grandi di Siena. Eines Ghino di Tacco gedenkt Dante im sechsten Gesange seiner „Divina Comedia“ und Boccaccio in zweien seiner Novellen, dann auch Guicciardini, Guerrazzi u. A. Dieser Ghino, der im 13. Jahrhunderte lebte, wurde von Papst Bonifacius VIII. zum Großprior des Johanniter-Ordens ernannt. In den Geschichts- und biographischen Werken über Istrien geschieht der Tacco als Kriegshelden, Gelehrte oder sonst als Männer von Auszeichnung oft ehrenvolle Erwähnung, so in M. Gio. Pietro Contarini’s „Historia delle cose successe dal principio della guerra mossa de Selim Ottomano a Venetiani fino al dì della gran giornata vittoriosa contro Turchi“ (Venedig 1572, Rampazzetto, 8°.) eines Domenico del Tacco, der unter Fanó Leon de Capodistria als Capitano stand; – des Giovanni Tatto „L’Istituzione del Cancelliere“ (Venezia 1573, Giolito) enthält von demselben eine „Lettera a Tito Fabio suo figlio“, in welcher aus der Familie Tacco unter Anderen Runtolfo, Bertuccio, Giacomo erwähnt werden, die sich in der Pflege der Wissenschaften hervorgethan, sowie auch ein Bruder des Briefschreibers, der, jung gestorben, bereits als guter Poet gerühmt wird; – eines Giovanni Domenico Tacco gedenkt Nicolo Manzioli in seiner „Descrittione dell’Istria“ (Venezia 1611, Bizzardo) unter den „Uomini in armi ed in littere illustri“; – Pietro Stancovich in seiner „Biografia degli uomini distinti dell’Istria“ (Trieste 1828 e 1829, Marenigh, 8°.) nennt aber unter Nr. 444 einen Francesco Tacco, unter Nr. 445 einen Giacomo Tacco, beide als hervorragende Istrianer, unter Nr. 302 den ausgezeichneten Krieger Gian Domenico, unter Nr. 189 den gelehrten Giovanni, und unter Nr. 331 einen anderen Kriegshelden Giuseppe Tacco. – Nach Anderen wäre ein Tacco im 13. Jahrhunderte [10] aus Egypten nach Venedig gekommen und hätte sich daselbst durch Handel großen Reichthum erworben. Die Familie mag sich dann in Italien weiter ausgebreitet. ein Zweig derselben auch in Toscana sich niedergelassen haben, doch um 1500 aus ihrer neuen Heimat vertrieben, kehrte sie wieder nach Venedig zurück, wo sie sich in zwei Zweige theilte. Der eine derselben wandte sich nach Istrien, wo er Grundbesitz erwarb, und seine Mitglieder wurden, zu venetianischen Conti erhoben, in das sogenannte goldene Buch (libro d’oro) eingetragen, welches die Namen des venetianischen Adels enthielt. Dieser Zweig zählte mehrere uomini illustri, darunter den bereits erwähnten Gian Domenico Tacco, welcher in der siegreichen Schlacht bei Lepanto eine Abtheilung der Flotte unter Juan d’Austria commandirte und in Folge der im Kampfe erhaltenen Wunden in Corfu starb. – Im anderen Zweige zeichnete sich im 16. Jahrhunderte ein Andreas Tacco aus, welcher mit Diplom ddo. Graz 17. Juli 1596 von Erzherzog Ferdinand in den Adelstand erhoben wurde. Er hatte, wie überhaupt der damalige Görzer und Friauler Adel, bei der Eroberung der Grenzfestung Petrinia in Illyrien unter Johann Baptist Grafen Coronini rühmlichst gekämpft. Mit diesem Andreas und seiner Gemalin Katharina aus dem erloschenen Görzer Geschlechte Peßler beginnt unsere Stammtafel und geht in ununterbrochener Folge bis auf die Gegenwart fort. Sein Enkel, gleichfalls Andreas mit Vornamen, erwarb Grundbesitz in Cormons und St. Florian in der Grafschaft Görz. Aus dessen 1650 geschlossener Ehe mit Adriana di Romano von Fölsenberg und Jagh stammen zwei Söhne: Bartholomäus, Doctor der Arzneikunst und ordentlicher Physicus der steiermärkischen Landschaft, und Karl. Beide erlangten von Johann Seyfried Fürsten von Eggenberg, als gefürstetem Grafen zu Gradisca, mit Diplom ddo. Eggenberg 1. Juli 1698 nebst mehreren Palatinalfreiheiten das Prädicat „von Fölsenstein“ und im nächsten Jahre von Kaiser Leopold I. mit Diplom ddo. Laxemburg 13. Mai 1679 den Freiherrenstand. Bartholomäus, der unvermält geblieben, errichtete aus seinen in Cormons und St. Florian gelegenen Besitzungen im Jahre 1715 ein Fideicommiß, das an seinen Neffen Franz, den älteren Sohn seines Bruders Karl aus dessen Ehe mit Lucinda geborenen Contessa Elti (nach A. Helti) und dann an Franzens aus dessen Ehe mit Philippine geborenen Gräfin Strassoldo stammende Descendenz überging. Franzens jüngerer Bruder Karl Anton hatte aus seiner Ehe mit Josepha geb. Gräfin Colloredo nur weibliche Nachkommenschaft. Seine jüngere Tochter Josepha, Sternkreuz-Ordens- und Palastdame der Kaiserin, vermälte sich mit Franz Maria Freiherrn Steffaneo-Carnea [Bd. XXXVII, S. 309][WS 1]. Franz zeugte mit seiner Gemalin Philippine Gräfin Strassoldo zwei Söhne. Der jüngere, Joseph [S. 8], ein tapferer Soldat, wurde in seiner Ehe mit Antonie von Vigyázó nur mit Töchtern beglückt, welche nebst ihren Männern aus der Stammtafel ersichtlich sind. Der ältere Sohn Anton pflanzte mit seiner Gattin Francisca geborenen Gräfin Coronini den Mannesstamm fort. Sein Sohn Karl heiratete im Jahre 1830 Antonie, Tochter des k. k. General-Feldzeugmeisters Freiherrn von Warnsdorf, aus welcher Ehe drei Söhne vorhanden sind: Freiherr Karl, k. k. Kämmerer und Rittmeister, Freiherr Gottfried, früher kaiserlich mexikanischer Oberlieutenant im österreichischen Freiwilligen-Corps, nach dem Sturze des Kaiserthums in die k. k. österreichische Armee eingetheilt und seit 1874 Rittmeister bei Herzog von Braunschweig-Dragoner Nr. 7, und Freiherr Rudolph, der anfänglich als Ministerial-Concipist im Staatsdienste stand, später aber aus demselben trat und im October 1873 von dem Görzer Großgrundbesitze in das Abgeordnetenhaus des österreichischen Reichsrathes gewählt wurde, in welchem er sich dem Fortschrittsclubb anschloß.

Stammtafel der Freiherren Tacco von Fölsenstein und
St. Florian.
Andreas, 1596 Adelstand.
Katharina von Peßler.

Joseph.
Anna von Ruzzigoi.

Andreas.

Adriana di Romano von Fölsenberg und Jagh.
Bartholomäus, 1698 von Fölsenstein,
1699 Freiherr.
Karl, seit 1698 von Fölsenstein,
1699 Freiherr.
Lucinda Contessa Elti, n. A. Helti.
Franz.
Philippine Gräfin Strassoldo.
Karl Anton.
Josepha Gräfin Colloredo.
Anton.
Francisco Gräfin
Coronini.

Karl.
Antonie Reichsfreiin
von Warnsdorf
geb 1811,
† 11. Juni 1876.
Joseph [S. 8]
† 1836.
Antonie von Vigyázó.
Antonie,
vm. Conte Antonini.
Josepha,
Sternkreuz- u. Palastdame,
vm. Baron Steffaneo.
Philippine
geb. 7. Nov. 1812,
vm. Emil von
Blumfeld
† 12. Jänner 1858.
Maximiliane
geb. 30. Dec. 1818,
vm. Joseph Graf
Bust.
Katharina
geb. 17. Dec. 1820,
vm. Anton Graf
Bolza.
Francisca
geb 9. Juli 1824,
vm. Ladislaus
Niesner v. Gravenberg.
Gottfried. Rudolph
Josephine geb. Gräfin Attems
geb. 31. Mai 1842.
Karl.

Anmerkungen (Wikisource)

  1. Vorlage: [Bd. XXXVII, S. 399].