BLKÖ:Teuffenbach, Franz (bis 1578)

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 44 (1882), ab Seite: 65. (Quelle)
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20. Franz (geb. 1516, gest. auf Schloß Sauerbrunn am 22. Jänner 1578), vom Georg’schen Hauptstamme, ist ein Sohn Jacobs aus dessen Ehe mit [66] Cordula geborenen Freiin von Windischgrätz. Seine Jugendjahre, über welche keine bestimmten Aufzeichnungen vorhanden sind, scheint er in fremden Waffendiensten, sowie auf Reisen verlebt zu haben. An dem Kriegszuge, welchen Kaiser Karl V. 1535 gegen den Piratenstaat Algier unternahm, wo Tunis erobert und viele tausend Christen, welche in Sklaverei schmachteten, aus dieser erlöst wurden, nahm auch Franz Teuffenbach Theil, wie dies ebenso aus dem Diplom vom 14. October 1547, durch welches er mit seiner ganzen Familie in den Freiherrenstand erhoben wird, wie aus dem von dem genannten Kaiser für die Theilnehmer dieses Zuges „in Barbaria“ gestifteten Orden ersichtlich ist, welcher sich auf zwei dem Andenken Franzens errichteten Denksteinen angebracht findet. Als König Franz I. von Frankreich nach dem Tode des Herzogs Franz Sforza von Mailand, wieder seine Ansprüche auf dieses Land erneuernd, sich vorläufig in den Besitz der benachbarten Gebiete des Herzogs von Savoyen und Piemont gesetzt hatte, welcher mit Kaiser Karl V. verwandt und verbündet war, rückte Letzterer 1536 mit einer Heeresmacht in die Provence ein, und diesem keineswegs glücklichen Zuge schloß auch Teuffenbach sich an. Im Jahre 1543 focht dieser mit mehreren seines Geschlechtes gegen die Türken. 1555 wurde er von der steirischen Landschaft als einer ihrer zwölf Vertreter auf dem für den Monat Jänner nach Wien berufenen Landtag gewählt, und stets erwies er sich in den Verhandlungen, welche die Sicherung der Grenzen, die Hilfe gegen die Türken und Erwirkung landesfürstlicher Vergünstigungen für die Anhänger der lutherischen Lehre betrafen – er selbst war lutherisch – als einer der Thätigsten und Beredtesten. Und als dann die Feststellung eines eigenen Kriegsrathes für die Grenzvertheidigung zur Annahme gelangte, wurde zur freien Erwählung der Kriegsräthe unter Anderen auch Franz vorgeschlagen. Aber nicht blos im Waffendienste und in Staatsgeschäften spielt er eine hervorragende Rolle, auch im Dienste der leidenden Menschheit hat er sich ein unvergängliches Denkmal gestiftet. Er vermachte nämlich das von ihm im Jahre 1552 in der Hauptpfarre Pols im Murthale erbaute und nach einer daselbst befindlichen mineralischen Quelle Sauerbrunn genannte Schloß, laut Testaments vom 30. November 1567 sammt der Herrschaft und allen Einkünften der leidenden Menschheit zu einem Spital, das noch heute besteht. Zur Herrschaft gehörten 55 Joch Aecker, 70 Joch Wiesen, 5 Joch Gärten, 13 Joch Wälder und 156 Joch Weiden. Dreißig Pfründner lebten im Schlosse selbst unter der Aufsicht eines Verwalters und Beneficiaten, bis man es angemessen fand (1789), die vom Stammcapital entfallenden Zinsen und die Erträgnisse der Herrschaft in Armenstiftungen herauszuzahlen, mit denen viele Arme des Bezirkes Judenburg betheilt werden. Ueber seine Denksteine und sein Bildniß im Schlosse Sauerbrunn siehe die Quellen. Die Unterschrift dieses Bildnisses bezeichnet ihn als liber Baro, eques auratus, miles strenuus per mare et per terram, consiliarius bellicus Excelsi Regiminis atque deputatus Procerum Styriacorum, nec non supremi Capitaneatus Locumtenens in Sclavonia. Freiherr Franz war mit Beatrix geborenen Schrott von Kindberg, verwitweten Hans von Leißer vermält, aus welcher Ehe mehrere Söhne und Töchter hervorgingen, von denen der bedeutenderen an entsprechender Stelle noch Erwähnung geschieht, und welche alle aus der Stammtafel ersichtlich sind. [Steiermärkische Zeitschrift. Redigirt von Dr. G. F. Schreiner, Dr. Albert von Muchar, C. G. Ritter von Leitner, A. Schrötter (Gratz, 8°.). Neue Folge. VI. Jahrg. (1840), 1. Heft, S. 83. – Die Heimat. Illustrirtes Blatt (Wien, 4°.) 1879, S. 704: „Schloß Sauerbrunn“. Von F. H. – Beckh-Widmanstetter (Leopold von). Studien an den Grabstätten alter Geschlechter der Steiermark und Kärnthens (Berlin 1877 bis 1878, Julius Donny, 8°.) S. 49 und 50 und S. 63–69. [Hierin sind sowohl seine im Schlosse Teuffenbach befindlichen Denkmäler ausführlich beschrieben, als auch auf einer der Tafeln, sein Reliefsteinbild. auf welchem er mit dem Feldherrnstab in der Rechten dargestellt ist, und auf einer anderen der Aufsatz zu seinem Denkmal abgebildet. – Porträt. Dieses, auf Leinwand in Oel gemalt, sechs Schuh hoch, zwei Schuh zehn Zoll breit, befindet sich in dem Schlosse, dem jetzigen Pfründnerhause zu Sauerbrunn und zeigt den Ritter im 31. Lebensjahre. Beckh-Widmanstetter gibt in den „Studien“ S. 67 und 68 eine genaue Beschreibung dieses Bildes, von welchem ich in meiner Porträtsammlung durch Güte des Herrn Obersten Albin Freiherrn von Teuffenbach eine photographische Nachbildung besitze]. –