BLKÖ:Torbar, Joseph

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
Nächster>>>
Tordai, Samuel
Band: 46 (1882), ab Seite: 137. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: 124343422, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Torbar, Joseph|46|137|}}

Torbar, Joseph (croatischer Schriftsteller, geb. zu Krašice in der Agramer Gespanschaft Croatiens am 1. April 1824). Nachdem er den Elementarunterricht in der Ortsschule zu Mreznic in der Militärgrenze genossen hatte, kam er im Jahre 1837 auf das Gymnasium zu Karlstadt. Von dieser Anstalt aus bezog er 1843 das bischöfliche Seminar zu Agram, um Theologie zu studiren. Nach Empfang der Priesterweihe im Jahre 1849 trat er nicht in die Seelsorge, sondern wurde dem croatischen Kirchenblatte: „Zahrebski katolicky list“, d. i. Agramer katholische Zeitung, als Mitarbeiter zugetheilt und zu gleicher Zeit zum Supplenten am Gymnasium in Agram ernannt. 1851 bereitete er sich auf Staatskosten an der Wiener Universität für ein Gymnasiallehramt vor, und nachdem er sich daselbst Ende 1852 der Staatsprüfung aus der Mathematik und Physik unterzogen hatte, kehrte er nach Agram zurück, wo er einige Zeit noch als Supplent am Gymnasium wirkte. Seine ausgesprochen slavische Gesinnung war ihm bei den damaligen, dieser Richtung wenig holden Verhältnissen für Erlangung eines definitiven Lehramtes nicht eben günstig, und da sich nach dieser Seite hin vorderhand keine Aussichten für sein Fortkommen darboten, übernahm er als verantwortlicher Redacteur die Leitung des obgenannten „Agramer katholischen Kirchenblattes“. In demselben trat er nun mit voller Entschiedenheit für die nationalen Rechte und Zwecke seines Volkes ein, wodurch er bei dem Agramer Erzbischof Haulik von Várallya [Bd. VIII, S. 69], welcher, ein echter Priester der Humanität, sich der deutschen Cultur und deutschem Wesen zuneigte, sich nicht gerade sehr beliebt machte. Das verleidete ihm denn auch sein Redactionsgeschäft, und Ende 1854 legte er dasselbe nieder, um die Stelle eines Lehrers der Mathematik und Physik an der eben errichteten städtischen Unterrealschule zu übernehmen. 1858 zum Director dieser Anstalt ernannt, erhielt er in dieser Eigenschaft auch 1860 seine Bestätigung, in welchem dieselbe zur Oberrealschule erhoben wurde. 1861 in den Landtag gewählt, blieb er in demselben bis 1867. Ende dieses Jahres wurde er seiner entschieden nationalen Haltung wegen von dem Ban von Croatien, Levin Baron Rauch seiner Directorstelle enthoben. Später aber nahm er wieder den alten Posten ein. den er noch zur Stunde bekleidet. Schriftstellerisch thätig hat Torbar sowohl politische als auch in sein Lehrfach einschlägige Artikel in verschiedenen Blättern und Zeitschriften seines Vaterlandes veröffentlicht. Auch bearbeitete er für croatische Schulen des gelehrten Prämonstratensers Joseph Franz Smetana [Bd. XXXV, S. 176] physikalisches Lehrbuch: „Silozpyt čili fysika“. d. i. Naturlehre oder Physik unter dem Titel: „Počela siloslovja ili fizike iz češkoga preveo“ (Wien 1854, 8°.), verfaßte das Werk: „Životinjorstvo to iest: nauk o životinjak za višje gymnazie i realke“, d. i. Zoologie oder Naturgeschichte des Thierreichs für Obergymnasien und Realschulen. Mit 34 in den Text gedruckten Abbildungen (Agram 1865, 8°.), die Abhandlung: „Svérha i važnost realne učione“, d. i. Zweck und Bedeutung der Realschule im Jahresberichte der Unterrealschule zu Agram 1855, und eine „Naturlehre für die reifere Jugend“. Im Jahre 1866 wurde er von der südslavischen Akademie in Agram zum wirklichen Mitgliede ernannt, und hat er in dieser Eigenschart in den akademischen [138] Schriften bereits mehrere naturwissenschaftliche Abhandlungen veröffentlicht.

Slovník naučný. Redaktoři Dr. Frant. Lad. Rieger a J. Malý, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger und J. Malý (Prag 1872, I. L. Kober Lex.-8°.) Bd. XI, S. 238.