BLKÖ:Turócz von Szent-Mihályi

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Turócz von Ludbreg
Nächster>>>
Turóczi, Joseph
Band: 48 (1883), ab Seite: 147. (Quelle)
[[| bei Wikisource]]
in der Wikipedia
GND-Eintrag: [1], SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Turócz von Szent-Mihályi|48|147|}}

2. Die Turócz von Szent-Mihályi nennen einen Stephanus de Turócz oder Thuroch ihren Stammvater, woraus ihre Abstammung aus der Thuróczer Gespanschaft, in welcher diese Familie blühte, sich erklärt. Stephans Enkel Peter, der um das Jahr 1414 lebte, galt als Gelehrter, man nannte ihn Petrus litteratus de Turócz; sein Sohn Johann, der sehr in Gunst bei dem mächtigen Könige Ungarns Matthias stand, wurde 1468 Kronfiscal, 1470 beeideter Notar der Thuróczer Abtei, 1488 königlicher Protonotar; er war Theolog, Geschichtsschreiber, Rechtsgelehrter und ein gewandter Redner. Seine „Chronica Hungariae“ erschien zuerst 1488 zu Augsburg bei Erhard Ratdolt. Diese ungemein seltene Ausgabe mit den Bildnissen der Könige im Holzschnitte und am Schlusse mit dem Datum: Impensis siquidem Theobaldi feger conciuis Budensis anno salutifere incarnatiõis millesimo qadringentesimo octogesimo octauo tertio Nonas Junii, ist mit gothischen Typen gedruckt, ohne Custoden und Seitenzahl, mit der Signatur a bis y in 4°., im Ganzen 172 Blätter. Ein Exemplar, mit vielen illuminirten Holzschnitten versehen, auf Pergament gedruckt, von Ungarns großem Wohlthäter, dem Palatin Erzherzog Joseph, um 1000 fl. angekauft, besitzt das ungarische Nationalmuseum. Eine zweite Ausgabe erschien noch im nämlichen Jahre zu Brünn: In inclita terre Morauie civitate Brunĕsi lucubratissime impressa fiuit felicius. Anno salutis M.LLLL.LXXX VIII die XX. Martij. Auch mit den Bildnissen der Könige im Holzschnitte. Mit goth. Majuskel ohne Custoden und Seitenzahl, mit der Signatur a bis x, im Ganzen 168 Bl. Auch diese Ausgabe ist, wie die im nämlichen Jahre in Venedig gedruckte, eine bibliographische Seltenheit. Später wurde diese Chronik, welche vom Hunnenkönig Attila beginnend bis zur Krönung des Königs Matthias fortgeführt ist, öfter nachgedruckt, so in Bongarsius„Rerum hungaricarum scriptores“ Seite 1–198, in Georg J. Schwandtner’s „Scriptores rerum hungaricarum“ S. 39–291 und endlich separat in Wien im Jahre 1766 bei Thomas Trattner. Johann hatte zwei Söhne und eine Tochter, Barbara, welche sich mit Peter Juhos von Pencz vermälte. Von seinen beiden Söhnen erblühten [148] dem Eínen, Peregrin, drei Töchter: Sophie, Anna und Katharina, und mit ihnen bereits erlosch dieser Zweig. Der andere Sohn, Nicolaus, welcher 1517 von Stephan Báthory die Güter Tót, Próna und Szutsán in der Thuróczer Gespanschaft erhielt, wurde 1515 Protonotar des königlichen Stellvertreters in Gerichtssachen. 1528 Obersthofmeister bei König Ferdinand I. und Thuróczer Obergespan, in letzterer Eigenschaft bis zu seinem 1557 erfolgten Tode verbleibend. Mit Nicolaus erlosch der Mannesstamm der Turócz von Szent-Mihályi, denn mit seiner Frau Margarethe Zabláth hinterließ er nur eine Tochter Martha, welche das Gut Szutsán ihrem Gatten Lorenz Nyáry zubrachte, dessen Familie, deren Stammmutter Martha Turócz ist, es zur Stunde noch besitzt. [Zuittinger (David). Specimen Hungariae litterariae virorum eruditione clarorum etc. etc. (Francofurti et Lipsii 1711, J. G. Kohl, 4°.) S. 392. – Bel in der Vorrede zu Schwandner’s Scriptores...Horányi (Alex.). Memoria Hungarorum et Provincialium scriptis editis notorum (Viennae 1776, A. Loewe, 8°.) Tom. III, p. 464.] –