BLKÖ:Tysiewicz, Johann

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Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
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Band: 48 (1883), ab Seite: 187. (Quelle)
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Tysiewicz, Johann (Maler, geb. im Stanislawower Kreise Galiziens im Jahre 1815). Die Schulen besuchte er in Stanislawow und Lemberg, und da er von früher Jugend ebenso Neigung wie Talent zur Kunst zeigte, kam er, unterstützt von einigen Edelleuten seines Vaterlandes, in das Atelier des damals im Zenith des Schaffens stehenden Porträtmalers Amerling in Wien. Bei diesem arbeitete er bis 1842. In der Jahresausstellung der k. k. Akademie der bildenden Künste in Wien 1841 war von seiner Hand das erste Oelbildniß zu sehen. Eine „Maria Magdalena“, 1843 ausgestellt und später in den Besitz des Grafen Breuner gelangt, lenkte zuerst die Aufmerksamkeit des kunstsinnigen Publicums auf den Maler. Das Bild ist nichts weiter als die in Maria Magdalenas Gestalt umgeformte „Orientalin“ Amerling’s, eines Effectbildes, welches namentlich durch seine Beleuchtung zu wirken bestimmt war. Immerhin aber zeigte Tysiewicz lebendigen Farbensinn in jenem Gemälde, zu welchem die Menge förmlich wallfahrtete, so daß der Künstler für einige Zeit der Held des Tages war. Es wurde ihm auch die Auszeichnung zutheil, mehrere Mitglieder des kaiserlichen Hauses zu malen. Nun unternahm er eine große Reise, besuchte Constantinopel, Berlin, Dresden, Warschau, dann München und Paris, an letzteren zwei Orten längere Zeit verweilend; dann ging er nach Rom, wo er seinen bleibenden Aufenthalt nahm. Von seinen Arbeiten gelangte nur wenig in die Oeffentlichkeit, so in die Monatsausstellungen des österreichischen Kunstvereines im November 1855: „Ein maurisches Mädchen“ (350 fl.) und im Juli 1856: „Ein h. Paulus“, „Ein h. Petrus“ und ein „Weiblicher Studienkopf“, letzterer Aquarell. Ob der Künstler noch lebt, ist [188] dem Herausgeber dieses Lexikons unbekannt. In Werken über Kunst und Künstler suchen wir Tysiewicz vergebens.

Slovník naučný. Redaktoři Dr. Frant. Lad. Rieger a J. Malý, d. i. Conversations-Lexikon. Redigirt von Dr. Franz Lad. Rieger und J. Malý (Prag 1872, I. L. Kober, Lex.-8°.) Bd. IX, S. 685.