BLKÖ:Zahlbruckner, Johann

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Biographisches Lexikon des Kaiserthums Oesterreich
korrigiert
<<<Vorheriger
Zaguri, Pietro Marco
Band: 59 (1890), ab Seite: 87. (Quelle)
Johann Zahlbruckner bei Wikisource
Johann Zahlbruckner in der Wikipedia
Johann Zahlbruckner in Wikidata
GND-Eintrag: 140743596, SeeAlso
Dieser Text wurde anhand der angegebenen Quelle einmal Korrektur gelesen. Die Schreibweise sollte dem Originaltext folgen. Es ist noch ein weiterer Korrekturdurchgang nötig.
Linkvorlage für Wikipedia 
* {{BLKÖ|Zahlbruckner, Johann|59|87|}}

Zahlbruckner, Johann (Botaniker, geb. in Wien 15. Februar 1782, gest. zu Gratz 2. April 1851). Der Sohn eines Gastwirthes und Hausbesitzers in Wien, widmete er sich unter Jordan, Jacquin und Scherer mit allem Eifer dem Studium der Oekonomie und Naturkunde. Bei Gelegenheit eines Ausfluges auf den Schneeberg 1805 lernte ihn Erzherzog Johann kennen, der ihn 1808 in seine Dienste nahm. Anfänglich ordnete Zahlbruckner die naturgeschichtlichen – später dem Joanneum zugewendeten – Sammlungen des Erzherzogs, dann, 1810, übertrug ihm derselbe die ökonomische Leitung der Herrschaft Thernberg; im Jahre 1818 aber berief er ihn als Privatsecretär an seine Seite. In dieser Eigenschaft begleitete Zahlbruckner den Fürsten auf dessen häufigen Reisen durch Steiermark, Salzburg, Kärnthen und Tirol. 1828 kehrte er nach Wien zurück, wo er sich vornehmlich an der Wirksamkeit der k. k. Landwirthschaftsgesellschaft betheiligte und deren ökonomische Leitung übernahm. Er pflegte mit großer Vorliebe die Botanik und lieferte wichtige Beiträge zu Host’s „Flora austriaca“ Malý’s und Reichenbach’s „Flora germanica“, wie er denn überhaupt [88] um die Aufhellung der Alpenflora Oesterreichs unbestreitbar große Verdienste besitzt. Auch hatte er nicht unwesentlichen Antheil an der Gründung der Landwirthschaftsgesellschaft in Steiermark. Im achten Hefte der Verhandlungen derselben lieferte er eine Beschreibung des Roßbauerngutes, die als Beispiel landwirthschaftlicher Topographie und Statistik dienen kann. Von anderen im Druck erschienenen Arbeiten nennen wir: den Aufsatz über den von ihm wieder aufgefundenen Ranunculus anemonoides in der Regensburger „Botanischen Zeitschrift“ [1823, Bd. I, S. 220 und 1828, Bd. I, S. 270], dann ein Verzeichniß der auf dem Schneeberge wachsenden Pflanzen in Schmidl’s Monographie über den Schneeberg (Wien 1831, S. 42 u. f.) und eine Darstellung der pflanzengeographischen Verhältnisse von Oesterreich unter der Enns in den Beiträgen zur Landeskunde Niederösterreichs (1832, I, S. 205–268). Außer den Landwirthschaftsgesellschaften von Wien, Gratz, Klagenfurt, Laibach hatten ihn noch die botanische Gesellschaft von Regensburg, die Gesellschaft für gesammte Mineralogie in Jena und die geognostische Gesellschaft in Paris zum Mitgliede erwählt. Auch sind nach ihm ein paar Pflanzen benannt: Zahlbruckeria paradoxa, Zahlbruckeria rupestris u. s. w.

Verhandlungen des zoologisch-botanischen Vereines (Wien, 8°.) 1851, S. 152.