Das kleine graue Männchen bei Camenz

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Textdaten
<<< >>>
Autor: Johann Georg Theodor Grässe
Illustrator: {{{ILLUSTRATOR}}}
Titel: Das kleine graue Männchen bei Camenz
Untertitel:
aus: Der Sagenschatz des Königreichs Sachsen, Band 2. S. 286
Herausgeber:
Auflage: Zweite verbesserte und vermehrte Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1874
Verlag: Schönfeld
Drucker: {{{DRUCKER}}}
Erscheinungsort: Dresden
Übersetzer:
Originaltitel:
Originalsubtitel:
Originalherkunft:
Quelle: Google-USA* und Commons
Kurzbeschreibung:
Wikipedia-logo-v2.svg Artikel in der Wikipedia
Eintrag in der GND: {{{GND}}}
Bild
[[Bild:|250px]]
Bearbeitungsstand
fertig
Fertig! Dieser Text wurde zweimal anhand der Quelle Korrektur gelesen. Die Schreibweise folgt dem Originaltext.
Um eine Seite zu bearbeiten, brauchst du nur auf die entsprechende [Seitenzahl] zu klicken. Weitere Informationen findest du hier: Hilfe
Indexseite
[286]
873) Das kleine graue Männchen bei Camenz.

Auf dem südöstlich von der Stadt Camenz befindlichen Reichardsberge soll eine mit Gold und Silber angefüllte Braupfanne vergraben sein, die von einem graugekleideten kleinen Kobold gehütet wird, der diejenigen, welche ihm in den Weg kommen, verhöhnt und verspottet. Geht man jedoch mit dem Ausschlage der 11. Mitternachtsstunde in der Johannisnacht dorthin, so erblickt man zuerst ein blaues Flämmchen, welches sich aus der Erde erhebt, und nach und nach die Gestalt eines Männchens annimmt, das einen großen Schlüssel in der rechten Hand hält. Diesem hat man sich zu nähern und ihm durch Zeichen anzudeuten, daß man den Schlüssel zu haben wünscht; dann wird das Männchen auf einmal verschwinden, und man wird den Schlüssel in der Hand haben. Nun wird sich auf einmal die östliche Seite des Berges öffnen, und man wird eine Thüre erblicken; hat man diese mit dem Schlüssel geöffnet, so gewahrt man die Braupfanne, allein man darf sich nichts von den darin befindlichen Kostbarkeiten aneignen, sondern nachdem man etwas, gleichviel was hineingeworfen, geht man rückwärts den Schlüssel in der Hand den Berg hinab, ohne sich von den erscheinenden Spukgeistern schrecken zu lassen. Zwar wird nun die Thüre wieder verschwinden, allein wenn man drei Tage nachher an dem Flecke, wo sie gewesen, abermals nachgräbt, öffnet sie sich wieder mit dem bewußten Schlüssel, und nun kann man sich ihren Inhalt aneignen.