Die Abbassiden − 8. Gesang

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Autor: August Graf von Platen
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Titel: Die Abbassiden − 8. Gesang
Untertitel:
aus: Gesammelte Werke des Grafen August von Platen, Band 4 von 5
Herausgeber: Einführung von Karl Goedeke
Auflage:
Entstehungsdatum: 1828−1830
Erscheinungsdatum: 1847
Verlag: J. G. Cotta
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Erscheinungsort: Stuttgart und Tübingen
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[298]

  Achter Gesang.


Welch ein Anblick ward dem guten Assad,
Als er rund umher den Blick versandte!
Seinen Bruder sieht zum Thor er einziehn,
Doch gefesselt, einem Sklaven ähnlich;

5
Ihn bewacht ein bärtiger Söldnerhaufen,

Einem Führer folgend, roh von Ansehn.

[299]

Schehriars Erzeugter war’s, und eben
Bracht’ er heim zur Magierstadt den Assur,
Triumphirend, freudigen Ganges. Wütend

10
Stürzt sich Assad auf den Führer, reißt ihm

Pfeilgeschwind den Säbel aus der Scheide,
Und im Nu sinkt schwergetroffen Behram
Durch das eigene Schwert, entseelt zur Erde.
Seine Mannen aber dringen, Jeder

15
Mit entblößter Waffe gegen Assad

Vor; ein Paar nur hütet seinen Bruder,
Der in Ketten dieses blutige Schauspiel,
Ueberrascht von Schmerz und Freude, müßig
Sich entfalten sieht, und keine Hülfe

20
Dem verleihn kann, der so sehr bedarf sie,

Den er liebt, wie seines Wesens Hälfte:
Allzugroß ist, ruft er aus, der Schergen
Uebermacht, geliebter Bruder! Fliehe,
Rette dich, vielleicht vermagst dereinst du

25
Mich zu retten, den die schnöden Magier

Ausersehn zum Menschenopfer. Fliehe!

Lange kämpft mit jenem Haufen Assad,
Sieben streckt er nieder; aber endlich
Uebermannt ihn ihre Zahl, ein neuer

30
Schwarm gesellt sich aus der Stadt zu ihnen.

Jetzt gedenkt er, statt des schartigen Säbels
Seiner Füße Schnelligkeit zu prüfen.
Nah’ am Thore zog ein schmaler Bergpfad
Steil empor sich, diesen wählt der Jüngling:

35
Jene folgen, wie dem Wild die Hunde.

Durch die Schergen ward indessen Assur
Nach der Stadt geführt in jenen Kerker,
Den er einst verlassen, als die Magier
Ihn zum Opfer auf der Feuerinsel

[300]

40
Ausersehn. Mit einem Strahl von Hoffnung

Steigt er niederwärts die lange Treppe,
Wissend, daß der Bruder seines Schicksals
Härte kennt. Es flüchtete Dieser keuchend
Durch unwegsam rauhe, steinige Pfade,

45
Auf den Fersen stets die Knechte Behrams.

Plötzlich sieht er einen Steg, geleitet
Ueber’n Bach, der durch die waldige Bergschlucht
Hell und stahlgrün sich ergoß und rauschend.
Allzuhastig will der Sohn des Harun

50
Ueberspringen jene schmale Brücke;

Doch er strauchelt, und ein eiliger Fehltritt
Stürzt hinunter ihn; es führt der Bach ihn
Rasch hinweg mit angeschwollnen Wassern.
Als die Häscher ihn hinabgestürzt sehn,

55
Jubeln laut sie auf, der Vordere ruft es

Seinem Hintermann, und alle kehren
Nach der Stadt zurück, gestillt die Rache.
Doch das Schicksal wollte nicht den frühen
Untergang des mutigen Abbassiden.

60
Lang besinnungslos im Wellenstrudel

Fortgewälzt, erwacht zuletzt der Jüngling,
Und genes’t von seinem Traum. Was sieht er
Als das Aug’ er halb im Taumel aufschlägt?
Nicht das Waldgebirg erkennt er wieder,

65
Das er kaum verlassen, nein − verwundert

Sicht er mitten in einem großen Saal sich,
Alterthümlich ausgeschmückt. Das Rätsel
Löst sich endlich. Eine Badehalle
War’s, geziert mit einem Marmorbecken:

70
In das Becken goß von außenher sich

Jener Bach durch eine Maueröffnung,
Stets mit frischer Flut die schöne Muschel
Füllend, während durch die Gegenwand er
Wieder plätschernd und gediegen abfloß.

[301]

75
Kaum gewahrte dieß Mohadi’s Enkel,

Als sich aufthut eine Thür des Saales;
Auf die Schwelle tritt ein halb verschleiert
Blühend Weib von königlichem Wuchse.
Wär’s Melinda, denkt im Geist der Jüngling,

80
Die vielleicht in ihren Feenpallast mich

Hergezaubert? Nicht Melinda war es,
Nein − es war die schöne Diwisade!
Ihres Gatten Angesicht mit einem
Lauten Ach erkennet Abdorrachman’s

85
Holde Tochter, ihr entgegen stürzt sich

Athemlos und freudetrunken Assad.

Als des Willkomms erster Drang gestillt war,
Ruft die Fürstin ihren Frau’n und Wächtern,
Deren Schweigen Gold verbürgt; die Tafel

90
Wird bereitet im Gemach, Gewänder

Läßt sie reichen, ja, mit eignen Händen
Schmückt sie selbst den langentbehrten Liebling.
Füllt dem Freund den langentbehrten Becher.
Welch ein Zauber, ruft der Abbasside,

95
Hat sich hier begeben? Welches Wunder

Führt hieher dich, vielgeliebte Gattin?
Ihm erwiedert Diwisade: Welches
Wunder, Assad, muß zuerst ich fragen,
Führte dich hieher? Du weilst in einem

100
Festen Schlosse Schehriars, wohin mich

Jener Mörder meines Stamms verbannte.

Nun erzählt ihr auch der Sohn des Harun
Seiner Abenteuer lange Kette:
Doch, beschließt er, selbst an deinem Busen

105
Darf ich jetzt nicht ruh’n, o Diwisade!

Denn vor Allem gilt es, meinen Bruder
Aus den Klau’n des Wüterichs zu retten.

[302]

Angstbekümmert (dieß versetzt die Holde)
Lass ich ziehn dich; doch entgegenstellen

110
Darf ich nichts, du folgst dem reinsten Triebe!

Hör’ indessen meinen Rat! Die Schätze,
Die du aus dem Thal der Diamanten
Mitgeführt, erheben dich zum reichsten
Mann der Erde. Dir gelingen möcht’ es,

115
Schnell ein Heer zu werben, um die Herrschaft

Schehriars im Waffendrang zu stürzen;
Doch bedenke, daß indessen Assur
Leicht ein Opfer fallen kann dem Wütrich’
Lieber schlage drum des Friedens Weg ein .

120
Um zu bluten auf der Feuerinsel

Ward erlesen dein gefangener Bruder;
Doch den König hat er nie beleidigt,
Keinen Groll hegt gegen ihn der König.
Wenn du Diesem, wär’ es nur ein Drittheil

125
Deiner Diamanten beutst, so wird er

Statt des Lösegelds ein solches Kleinod
Gern empfangen für den Abbassiden.

So die Fürstin. Ihr gehorcht der Jüngling;
Dieser Weg erscheint auch ihm der klügste.

130
Unbekannt war’s Diwisaden, wie es

Unbekannt geblieben war dem Assad,
Daß der Führer jenes Zugs am Stadtthor,
Den im Kampf er niederstreckte, Behram
War gewesen, Schehriars Erzeugter,

135
Ja, der eigene Nebenbuhler Assads.


Drauf in Kaufmannstracht am nächsten Morgen
Eilt der Jüngling nach der Stadt. In kurzer
Tage Frist gelingt bei Schehriar ihm
Offener Zutritt. Sich zur Erde beugend,

140
Reicht er fünf der größten Diamanten

[303]

Als Geschenke dar dem gierigen Herrscher.
Solch unschätzbar hohen Schatz betrachtend
Staunet lange Schehriar: O Fremdling,
Spricht er endlich, jede königliche

145
Gnade sei für dieß Geschenk gewährt dir!

Ihm erwiedert Assad: Nichts erbitt’ ich,
Nichts, als Eines deiner Sklaven Freiheit,
Eines Jünglings, der dem Feuerdienste
Ward bestimmt zum Opfer. Drauf der König:

150
Nichts, fürwahr, für solchen Schatz erflehst du!

Nimm der Sklaven Wen du willst, es finden
Meine Priester leicht ein neues Opfer;
Ja, gefällt dir’s, nimm die Knaben alle,
Die zur Zeit in meinem Kerker schmachten,

155
Wär’ es selbst der kaum zurückgeführte

Sohn des Harun Alraschid in Bagdad!

Dieß gesagt, entläßt er ihn. Mit frohem
Schlag des Herzens eilt von dannen Assad;
Aber, auf der Schwelle schon, gewahrt ihn

160
Jener Schergen Einer, die dem Behram

Nach dem Schiff gefolgt; in’s Auge faßt er
Scharf den Jüngling, starret immer wieder
Ihm in’s Aug’ und ruft zuletzt, die Thür ihm
Weigernd, gegen Schehriar die Worte:

165
Dieß, o Herr, ist deines Sohnes Mörder!


Racheschnaubend springt empor der König,
Seines Hofs Trabanten übergiebt er,
Wut im Blick, den edlen Abbassiden.
Diese schleppen ihn gefesselt mit sich

170
In’s Gefängniß. Finstere Plane brütet

Schehriar und überlegt Vergeltung.

Doch wir wenden nach Amin zurück uns,
Welcher weit indeß umhergepilgert,

[304]

Stets umsonst der schönen Heliodora

175
Spur verfolgend und die Spur des Räubers.

Endlich langt er an im Lande Kaschmir:
Dort, gesellend einem Wandersmann sich,
Kündet dieser ihm verbürgte Sage:
Eine Jungfrau sei im Reich erschienen,

180
Wundervoll, auf einem Flügelpferde.

Sie begrüßt, empfangen habe Kaschmirs
Greiser Sultan; doch in Lieb’ entzündet,
Seine Hand geboten ihr und Krone;
Doch sie habe stets sich ihm geweigert.

185
Ja, sie sei zuletzt in tiefe Schwermut,

Die dem Wahnsinn ähnlich war, versunken,
Sei’s Verstellung oder wahre Krankheit.
Seine klügsten Aerzte habe Kaschmirs
Greiser Sultan aufgefordert, keinem

190
Sei gelungen jenes Uebels Heilung.

Hohe Preise habe dann der Sultan
Dem gesetzt, durch dessen Kunst der Jungfrau
Gram genese. Dieß erzählt dem Prinzen
Jener Pilger. Mächtig fühlt Amin sich

195
Aufgeregt im Geist; er eilt zur Hauptstadt.

Sinnend, wie er seine Heliodora
Mög’ erlösen aus tyrannischer Willkür,
Schwillt das bange Herz so sorgenvoll ihm:
Gleich dem Dichter, der ein hohes Werk sich

200
Ausgedacht in seinem Geist, und welchem,

Bis vollendet er’s in That und Worten,
Füllt erhabene Bangigkeit die Seele.

Vor den Sultan läßt der Abbasside
Sich geleiten, dann gebückt beginnt er:

205
Ein arabischer Arzt, gewaltiger Herrscher!

Steht vor dir; ich hörte dein erlauchtes
Aufgebot, und biete meine Kenntniß,

[305]

Meine Dienste gern dir an. Zur Fürstin
Führe mich, und sei gewiß der Heilung!

210
Gnädig neigt sich ihm der greise Sultan,

Dann befiehlt er seinen Sklaven, Zutritt
Ihm zu gönnen bei der edlen Jungfrau.
Aber ehe noch Amin zu ihr eilt,
Sendet erst er einen Brief, erflehend

215
Ihr Vertrau’n vor Allem, baldige Rettung

Ihr verheißend und zugleich betheurend,
Bei’m Verrat des tückischen Mohren jedes
Fernen Antheils frei zu sein und schuldlos.
Drauf begleiten ihn zur holden Fürstin

220
Jene Sklaven, die sich rasch entfernen.

Welch ein Wiedersehn, o Heliodora,
Ruft er aus, ich wähnte dich zu retten,
Ach, und stürzte tief dich in’s Verderben!
Land und Länder hab’ ich durchgewandert,

225
Deinen Aufenthalt umsonst erforschend.

Doch getrost! Mit kluger List gedenk’ ich
Dich zu entreißen dieser Haft und ewig
Bleib’ ich dein und deinem Dienst gewidmet!

Ihm versetzt die schöne Heliodora:

230
Wohl erscheinst du mir ein guter Engel,

Sohn des Harun Alraschid, und Keinem
Möcht’ ich williger danken meine Freiheit.
Doch Gefangenschaft und bittere Leiden
Führten manches Bild an mir vorüber,

235
Dessen streng Gepräge tiefer Ernst ist.

Dein gedacht’ ich; was ich dachte, laß es
Ohne Hehl mich, ohne Scheu verkünden!
Alles trennt uns! Nicht der Menschen Urtheil
Ist’s allein und nicht die Form des Betens,

240
Nein, des Geistes innere, tiefste Hoffnung.

Soll ich auch des Vaterlands erwähnen,

[306]

Soll erwähnen, wie das Schwert Muhammeds
Stets verderblich war dem Stamm der Meinen?
Ja, wie Harun einst in frühster Jugend

245
Schon bekriegt die Kaiserin Irene?

Doch du fühlst es selbst, daß unsre Trennung
Unabweisbar ist, Amin, und ewig!
Nicht Besitz ist Alles, auch Entsagen
Schwellt das Herz mit einem edlen Hochmut.

250
Rasch von hinnen flieht der Tag des Menschen,

Eine kurze Spanne; dem vergeht er,
Der geschwelgt in eitler Lust, wie Jenem,
Der entsagt. Der Tod erwartet Alle. −
Auf des Libanons erhabnem Gipfel

255
Liegt ein Kloster, das für heilige Jungfrau’n

Einst ein Cäsar Griechenlands gegründet.
Wenn, o Freund, es dir gelingt, aus dieser
Haft zu führen mich, so leite dorthin
Meinen Gang! Dieß bittet Heliodora.

260
Ihr versetzt Amin: Ich ehre jedes

Wort von dir wie ein Gebot des Himmels.
Nicht geringer will ich scheinen, als es
Dein Vertrau’n erheischt, und jede Zähre,
Die an meiner Wimper hängt, verläugn’ ich.

265
Was von dir mich scheidet (mich bekennen

Laß es offen), nicht begründet fühl’ ich’s
Durch die wahre Wesenheit der Dinge;
Aber Formen schmieden solche Ketten
Oft zusammen, daß des Menschen Vorwitz

270
Ungestraft sie nicht zerreißt. − Vor Allem

Werde meine Sorge, dich zu retten!

So enteilt er. Tiefe Qual im Busen,
Doch Besonnenheit in seine Seele
Durch des Geistes Kraft erzwingend, tritt er

[307]

275
Vor den Sultan: Nicht ein leiblich Uebel,

Hebt er an, o Herr, bedrängt die Jungfrau,
Nein − Bezaubrung ist es, die sie peinigt.
Jener Flügelrappe, der sie hertrug,
Ist das Werkstück eines Hexenmeisters:

280
Durch das Pferd nur kann es uns gelingen,

Sie vom Bann zu lösen, der sie fesselt.
Laß in deinen Hof sogleich den Rappen
Führen, laß besteigen ihn die Jungfrau;
Dann versprech’ ich, durch Magie den Zauber

285
Ueberwindend aufzulösen. − Schleunig

Läßt das Pferd in’s Freie ziehn der Sultan,
Heliodora wird herbeigerufen,
Und es hebt Amin sie auf den Sattel.
Nun vergönne, ruft er aus, o Sultan,

290
Daß ich meine Wunderkunst erprobe,

Magische Räucherung beschwörend streue!

Augenblicklich auf ein Kohlenbecken,
Das er hält in Händen, wirft er Weihrauch;
Rings umgeht er so das Pferd, und als es

295
Völlig unsichtbar verhüllt in Dampf war,

Springt er auf die Gruppe, giebt das Zeichen,
Und es fliegt in alle Höhn der Rappe.
Offenen Mundes starrt der greise Sultan;
Aber Jene waren längst verschwunden.

300
Erst am Libanon und zwischen alte

Cedernhaine, wo das Frauenkloster
Friedlich ragte, senkt den Gaul der Jüngling.
Nach dem Vorhof führt er Heliodoren,
Klopft, und fleht die Pförtnerin, des Klosters

305
Abbatissin ihm hervorzurufen.

Zwar erschrickt die Nonne vor dem hohen
Saracenen; doch gehorcht sie. Wartet,

[308]

Hebt sie an, in diesem Hof indessen;
Wann die Vesper ausgesungen, werd’ ich

310
Euern Wunsch der Abbatissin melden.


Dieß gesagt, enteilt die Nonne. Bebend
Steht Amin und bebend Heliodora,
Ganz die Seele voll vom Schmerz des Abschieds.
Eine Kette nimmt vom Hals die Jungfrau,

315
Die ein Goldschmied aus Byzanz mit edlem,

Reichen Bildwerk schön verziert, und diese
Reicht sie dar dem würdigen Freunde, schweigend,
Keines Wortes mächtig; Jener flicht sie,
Feuchten Blicks, um seinen prächtigen Turban.

320
Dann beginnt er: Nicht ein bloß Geschenk sei

Diese Kette, nein − sie werd’ ein Pfand mir!
Wenn in Bagdad meiner Väter Sitz ich
Einst besteige, mahne mich an meine
Schönste Pflicht dieß Unterpfand; ich führe

325
Dich zurück auf deinen Thron, entsagend

Jedem Lohn, du gabst den Lohn voraus mir!
Ja, und wenn du diese stille Freistatt
Lieber solltest, als Byzanz, bewohnen,
Deines Rechtes seist du nicht verlustig,

330
Nicht als Flüchtige sollst du hier genannt sein! −

Nun zum letzten Mal, o Heliodora,
Lebe wohl! − So spricht Mohadi’s Enkel.

Lebe wohl, versetzte Heliodora.
Seine dargebotene Hand mit leisem

335
Druck berührend, trat sie scheidend rückwärts.

Auf der Schwelle stand der Abbatissin
Strenge Form; sie winkte. Beide Frauen
Waren bald verschwunden. Auf den Rappen
Steigt Amin, und jener schwingt empor sich.