Die Todtenglocke (Volkssagen)

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Textdaten
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Autor: Ernst Julius Leichtlen
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Titel: Die Todtenglocke
Untertitel:
aus: Die Volkssagen der Stadt Freiburg im Breisgau, S. 41-42
Herausgeber: Heinrich Schreiber
Auflage: 1. Auflage
Entstehungsdatum:
Erscheinungsdatum: 1867
Verlag: Franz Xaver Wrangler
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Erscheinungsort: Freiburg
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Originalherkunft:
Quelle: UB Freiburg und Commons
Kurzbeschreibung:
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26. Die Todtenglocke.

In Freiburg wüthete einst eine pestartige Krankheit so sehr, und der Opfer dieser Seuche wurden täglich so viele, daß die Todtenglocken, besonders die zu St. Nikolaus in der Vorstadt Neuenburg, nur in kurzen Zwischenräumen schwiegen. Dieses fiel den Bewohnern eines benachbarten Klosters so lästig, daß sie bei dem Stadtrathe Klage darob erhuben und um Einstellung des unaufhörlichen Läutens baten. Man beschloß, zuvor noch die Kirchenpfleger zu hören und diese erklärten: „Sie müßten sich höchlich darob wundern, daß Herren, welche der Welt entsagt hätten, so sehr über den Klang der Todtenglöcken erschrecken könnten.“

Aus derselben Zeit wird noch weiter erzählt: Eine arme alte Frau sei eines Mittags, beim Aufsuchen heilsamer [42] Kräuter für die Aerzte, ganz erschöpft und bewußtlos niedergesunken. Da sei ein Vogel, den sie später nicht wieder gesehen, zu ihr geflogen und habe ihr zugezwitschert:

„Esset Wacholderbeeren und Bibernell,
So sterbet ihr nicht so schnell!“

Dadurch sei denn auch gar Mancher, der dem Tode schon nahe war, gerettet worden.

(J. L.)