Evangelien-Postille (Wilhelm Löhe)/Aerntefest

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Evangelien-Postille (Wilhelm Löhe)
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Am Aerntefest.
Luc. 12, 15–21.
15. Der HErr sprach zu ihnen: Sehet zu und hütet euch vor dem Geiz; denn niemand lebet davon, daß er viele Güter hat. 16. Und Er sagte ihnen ein Gleichnis und sprach: Es war ein reicher Mensch, deß Feld hatte wohl getragen. 17. Und er gedachte bei sich selbst und sprach: was soll ich thun? Ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle. 18. Und sprach: Das will ich thun; ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen, und will darein sammeln alles, was mir gewachsen ist, und meine Güter. 19. Und will sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrath auf viele Jahre; habe nun Ruhe,| iß, trink und habe guten Muth. 20. Aber Gott sprach zu ihm: Du Narr, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und weß wird es sein, was du bereitet hast? 21. Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt, und ist nicht reich in Gott.

 IN diesem Texte wird uns die reiche Aernte eines reichen Mannes vor die Augen gestellt. Er war zuvor schon reich gewesen und hatte alles genug. Nun bekommt er noch eine reiche Aernte von seinem Felde und damit übergenug. War er zuvor schon glücklich und satt, so wird er nun mehr als glücklich und übersatt. Schon zuvor hatte er über dem zeitlichen Gute die edle Seele vergeßen und war irdisch gesinnt worden. Was wird nun aus ihm werden? – – Gott hat mit allen Menschen eine und dieselbe Absicht, nämlich sie selig zu machen. Und zur Erreichung dieser Absicht hat er zwar für alle Menschen nur ein Mittel, nämlich Seine Gnade in Wort und Sacrament; aber Er gebraucht doch auch mancherlei Hilfsmittel, wenn man diejenigen Dinge, welche in Verbindung mit dem Worte auf die Seele einen züchtigenden und erziehenden Einfluß haben können, mit diesem herrlichen Namen „Hilfsmittel des Heils“ schmücken darf. Diese Hilfsmittel kann man in zwei große Klassen theilen, deren einer man die Inschrift „Glück“, der andern die Inschrift, „Unglück“ geben kann. Dem einen gibt der HErr Glück, dem andern Unglück, je nachdem Sein allwißendes Auge dieses oder jenes einer Seele für zuträglicher erkennt. Dem reichen Manne hatte Er Glück gegeben, und da er vom Schauen ins Glück blind wurde für das Licht des ewigen Lebens, überschüttete Er ihn vollends mit Glück. Die Absicht war, die Seele mit Erdenglück zu ermüden, durch die schwere Last des Glückes aufzuwecken und nach Dingen fragen zu machen, welche nicht, wie Erdenglück, das Herz belasten, sondern ohne Sünde fröhlich und ohne Uebersättigung und Hochmuth reich machen könnten. Ob nun der reiche Mann Gottes Absicht merkte und ihr sein Herz eröffnete, oder nicht, das müßen wir aus dem Texte lernen, den wir lasen.

 Der reiche Mann kam durch seine reiche Aernte in Sorgen und in eine Art von Mangel. Aus dem Mangel wuchsen die Sorgen. Die Menge des Guts brachte nämlich Mangel des Raums, so daß er nicht wußte, wie er es unterbringen sollte. „Was soll ich thun? sagte er, ich habe nicht, da ich meine Früchte hinsammle.“ Das vergißt der Arme und Elende in seinen Sorgen so oft, daß die Armut und das Elend nicht allein der Boden für das Unkraut der Sorgen sind, sondern daß auch ein reich gedüngter Acker sein Sorgenunkraut bringt. Nichthaben oder haben, es ist beides Qual dem Geiste, der seine Fülle und Genüge nicht aus der Höhe bekommt. Wie sucht oft ein junger Mann aus der Armut sich emporzuschwingen, wie viel Kummer, Sorg und Schweiß hat er! Er meint, wenn er es bis zu einem gewißen Punkte gebracht haben werde, werde seine Qual aufhören, es müßten doch auch ruhige, stille Tage kommen. Und ist ihm nun sein Wunsch erfüllt, hat er, was er wollte, hat er gnug und mehr; so hat er doch wieder keine Ruhe bei Tag und bei Nacht, das Gut plagt ihn und es geht ihm, wie dem Reichen in unserem Text: vor lauter Schauen in und vor lauter Sorgen für das Irdische verliert er alles zusammen, „heiligen Muth, guten Rath und gerechte Werke“ und das Brüten über seinem Erdensegen bringt ihm nichts als irdische Gedanken. Der Reiche sagt zu sich: „Das will ich thun, ich will meine Scheunen abbrechen und größere bauen.“ Nun ja, das war in der Ordnung. Wenn die bisherigen Schatzkammern die Fülle nicht mehr faßen, muß man größere bauen. Der Anfang der Entschlüße geht an und man könnte den reichen Aernter rechtfertigen. Aber wie weiter? „Ich will drein sammeln alles, was mir gewachsen ist und meine Güter.“ Das ließe sich auch noch vertheidigen, obgleich es einem ist, als rieche man schon aufgeblasenen, aufgedunsenen Hochmuth, als sähe man den Reichen schon mit seiner selbstzufriedenen Miene hinter den Wagen hergehen, welche in die neuen Scheunen einziehen. Aber nun erst kommen die schlimmeren Dinge. Was ist denn nun weiter, wenn die Schätze in den neuen Speichern sind? Wird nun der reiche Mann anfangen, in Gottes Namen hauszuhalten für die Armen? Nein, daran denkt er nicht. Er hat ein Zwiegespräch mit seiner armen Seele, aus welchem man ganz sieht, daß er alles sein Gut nur im Sinne der schmutzigsten Selbstsucht zu gebrauchen vorhat. Er will nicht wuchern, nicht mehr gewinnen, nicht einmal auf der bisherigen Bahn vorwärts streben, ach nein, er hat genug, er| legt seine Schätze zusammen, wie − verzeihet den Vergleich, − wie der Hund in der Fabel die Knochen, und legt sich selber davor und darauf und denkt an gar nichts anders, als daß er nun Vorrath auf viele Jahre habe, ruhen, eßen und trinken und guten Muth haben könne. Was kümmert er sich um andere; mögen die selbst zusehen. Er hat nun genug und seines Lebens Zweck ist erfüllt. Und wenn er nun nur die Fülle und Ruhe und den guten Muth angewendet hätte, um sich nun auch mit geistigen und ewigen Dingen zu befaßen. Aber das ist auch nicht zu erwarten. Er hält den zeitlichen Reichtum für Seelenspeise und was sagt er? „Ich will, spricht er, sagen zu meiner Seele: Liebe Seele, du hast einen großen Vorrath auf viele Jahre, habe nun Ruhe, iß, trink und habe guten Muth.“ Die Seele soll also den Vorrath besitzen, sie soll davon Ruhe haben und guten Muth, sie soll davon eßen und trinken. So wirft der Mensch seine edle Seele weg, so gering schätzt er sie, und so hoch schätzt er die Erdengüter, daß er glaubt, man habe alles, wenn man sie habe, und einem Reichen, der solche Aernten gehabt, fehle gar nichts mehr.

 So denkt der Reiche. Was denkt und sagt aber der HErr? „Sehet zu, sagt Er, hütet euch vor dem Geize, denn niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.“ „Du Narr, spricht Er, diese Nacht wird man deine Seele von dir fordern, und weß wirds sein, das du bereitet hast?“ Und das ists, das soll man bedenken − denn es ist nicht anders, als wie der HErr sagt.

 „Niemand lebt davon, daß er viele Güter hat.“ Wenn einer gleich eßen und trinken kann, was er will, − oder beßer, wenn einer gleich im Stande ist, seinem Leibe das Zuträglichste zu geben und ihm das Schädliche zu verwehren, er lebt doch nicht davon. Es kommen Krankheiten auf unbekannten Wegen, und der seines Lebens sehr hütet, ist vor Wehetagen doch nicht sicher. Und die Ruhe? Wie thöricht, Ruhe bei dem irdischen Gute zu suchen! Wenn nun der HErr das irdische Gut wegnimmt, wo bleibt dann die Ruhe? Gibts eine Versicherungsanstalt gegen die Hand Gottes, wenn sie arm machen und Fülle mit Darben wechseln will? Und ob dir deine Fülle bliebe: du müßtest eine sehr elende und todte Seele haben, wenn sie vom Reichtum satt würde. Salomo war reich wie einer, und doch spricht er, es werde das Auge vom Sehen, das Ohr vom Hören nicht satt, und gewis meint er auch, daß das Herz von allem Erdengenuß nicht satt werden könne. Elende, faule, träge Ruhe des Fleisches, trügerische, eingebildete − wie schnell ist es aus mit ihr, wie bald räumt sie der heulenden Unruhe den Platz ein! So ists nichts mit der Ruhe − und nichts mit dem guten Muthe des zeitlichen Gutes. Ach, wie wenig fröhliche Reiche gibt es; ein fröhliches Herz, ein guter Muth ist eine besondere, von allem Reichtum unabhängige Gabe Gottes, und wer sie hat, der hat ein tägliches Wohlleben.

 Es ist also gewis, meine Brüder, daß kein Mensch davon lebt, daß er viele Güter hat. Und wenn nun die Seele vom Leibe gefordert werden soll, wie dann? Wenn nun die Seele die irdischen Güter verlaßen soll und weiter nichts hat?! Wenn sie vom zeitlichen Gute mit dem Leib gegeßen und getrunken und gute Tage gehabt hat, was fängt sie an, wenn ihr der Leib genommen wird, durch welchen und in welchem sie die jammervolle Einbildung nähren konnte, als lebte sie vom Zeitlichen? Der Leib verwest und wird zu Staub und bedarf dann nichts mehr. Die Seele aber kann außer dem Leibe wallen und leben, bedarf, um zu leben, des Leibes nicht. Wie wird sie nun enttäuscht werden, wenn sie aus dem Leibe gehen muß, wenn ihr das Zeitliche entschwindet und keinen Genuß, auch nicht mehr zum Scheine gewährt, wenn sie nackt, unbefriedigt, bettelarm, ohne Kenntnis der ihr bestimmten Gaben und Speisen, hungernd, darbend zu Dem gehen muß, der sie in unserm Texte mit dem grauenvollen Namen „du Narr“ anspricht? wenn sie sich selbst anreden muß: „Ich Thor, ich habe des rechten Weges verfehlt!“ wenn von einem Einlenken, Umkehren, Anderswerden gar keine Rede mehr ist! Und diese schreckliche Aenderung kann doch einer solchen Narrenseele alle Tage kommen und bei Eingang einer jeden Nacht kann es heißen: „Diese Nacht, diese Nacht“ wird man dich fordern. Es ist doch eine allbekannte, von jedermann anerkannte Sache, daß der Tod gewis und die Todesstunde ungewis ist. Wie ganz ist also der Mensch, was der HErr spricht, ein „Narr“, der zeitliches Glück zum Ruhebette seiner armen Seele macht, und sich sogar nicht gesagt sein läßt, was Röm. 2, 4. 5. ein Apostel ruft: „Verachtest du den Reichtum Seiner Güte, Geduld und Langmüthigkeit?| Weißest du nicht, daß dich Gottes Güte zur Buße leitet? Du aber nach deinem verstockten und unbußfertigen Herzen häufest dir selbst den Zorn auf den Tag des Zorns und der Offenbarung des gerechten Gerichts Gottes.“

 Aus dem bisher Gesagten geht Warnung genug hervor vor dem Misbrauch der Aernte, aber was wir endlich wißen müßen, nämlich wie man sie recht gebrauchen solle, das ist uns noch keineswegs gesagt, und doch gibt unser Text Anleitung genug dazu. Wir haben schon erinnert, daß das Größerbauen der Scheunen und das Sammeln und Aufspeichern der Früchte an und für sich nicht getadelt wird, da ja Gottes Güter nicht verschwendet werden sollen, sondern werth sind, mit heiliger Achtsamkeit und Sparsamkeit verwendet zu werden. Darum heißt es auch nicht V. 21. „Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt“; sondern es heißt: „Also gehet es, wer ihm Schätze sammelt und ist nicht reich in Gott.“ Wir sagen deshalb getrost: Die Bedingung des rechten Sammelns und Gebrauchens der Schätze „ist reich sein in Gott“. Der ist mit Sammlung, Besitz und Gebrauch der Schätze ein Sünder, welcher nicht reich ist in Gott. Reichsein in Gott, das muß dem Reichsein in Erdengütern vorangehen, sonst ist es jeden Falls gefehlt. Dem Reichsein in Gott geht aber wieder das Sein in Gott voran. Du mußt deshalb vor allen Dingen trachten, daß du in Gott seiest, sonst kannst du nicht reich sein in Gott und nicht zum rechten, seligen Gebrauch irdischer Güter kommen.

 Es ist, meine Freunde, möglich, daß auch ein Unchrist oder Heide für die Aernte, die Gott gibt, richtig danke; denn es gibt von allen Zuständen der Seele Stufen, die sich zuletzt abwärts in der Wohlgesinnung des natürlichen Menschen verlieren. Wir wollen keine Stufe des Dankes verschmähen, so wie wir auch keine Stufe des Gebetes verschmähen und am Ende auch das Schreien der Raben und das Brüllen der jungen Löwen nach Raub für Gebet gelten laßen müßen. Es will aber der Vater im Geist und in der Wahrheit angebetet sein und um solche Anbeter zu haben, nimmt Er Seine Auserwählten von der Welt, vergibt Er ihnen ihre Sünden, erfüllt Er sie mit Seinem Geist und kommt Selber mit Seinem Sohne in ihre Herzen, auf daß Er in ihnen sei und sie in Ihm, dem Gott, der alles in allem erfüllt. Mit andern Worten, Er macht Seine Auserwählten zu Christen und die können dann sagen, sie seien in Gott. Die aber also in Gott sind, die sind auch reich in Ihm, sie haben an Ihm so völlig genug, daß sie mit Jacob Esau gegenüber sprechen nicht bloß: „Ich habe genug“, sondern auch: „Mein Bruder, ich habe alles genug“. Sie stimmen, sie seien nun arm oder reich, alle Tage den Psalm an: „Wenn ich nur Dich habe, so frage ich nichts nach Himmel und Erden! Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, bleibest doch Du, Gott, meines Herzens Trost und mein Theil!“

 Solche Menschen, welche in Gott Leben und volle Genüge gefunden haben, sind dann nicht bloß reich in Gott in dem Sinn, daß Gott ihr Schatz und Reichtum ist, sondern wenn ihnen irdischer Reichtum zufällt, so sind sie auch, was den Gebrauch dieses Reichtums anlangt, in Gott und weichen, indem sie ihn verwenden, nicht aus Gott und darum nicht von der gottwohlgefälligen, seligen Bahn. Sie wißen, daß alle ihre Schätze Gottesgaben sind, die obschon zeitlich und irdisch, nach Gottes wunderbarem Segen doch auch im Reiche der Geister durch richtige Verwendung Segen bringen können. Von Gott haben sie die Schätze empfangen, als von dem Vater des Lichtes, d. i. sie haben dieselben als gute Gaben empfangen und so verfahren sie denn mit ihnen auch wieder so, daß sie, so viel man das von Erdengaben sagen kann, zurückgehen zu Gott. Sie weben dieselben vor dem HErrn und bringen sie Ihm, geweiht durch Dankgebete als Opfer dar. All ihre Habe machen sie zu Gottes Opfer, von dem sie eßen, als von einem Opfermahle, − sie theilen ihren Weibern und Kindern und Verwandten, ihren armen Freunden und Feinden davon mit, als von eitel Heiligtum, − und wenn sie das Reich Gottes durch Verwendung ihrer Güter mehren können, das ist ihnen heilige Freude und Wonne, denn weil ihnen alles von Gott kam, so erkennen sie auch, daß alles am besten angewendet ist, wenn es im Dienste des Reiches und der Seelen verwendet wird. Sie sammeln deshalb auch für sich, zu eigensüchtigen Zwecken gar nichts, sie sind mit allem, was sie haben, nur im Dienste Gottes, so gestern wie heute, so heute wie gestern, und morgen ists auch so. Ihre Seele ruht in Gott, hat guten Muth in Ihm − und der gute Muth wird desto mehr gestärkt, wenn sie nur fleißig mit ihrem Zeitlichen Gotte dienen können. Ihr ganzes| Leben wird nach dem Sinn geführt, der V. 33. unsers Textcapitels ausgesprochen ist: „Verkaufet, was ihr habt, und gebet Almosen. Machet euch Säckel, die nicht veralten, einen Schatz, der nimmer abnimmt im Himmel, da kein Dieb zukommt und den keine Motten freßen.“ Sie legen alles, was sie haben, droben an, in Gottes Händen, und der gedenkt ihrer Treue im Besten und schüttet dermaleins dafür die Fülle Seiner Verheißungen über sie aus. So brauchen sie der Welt, als die derselben nicht misbrauchen und danken und loben immerdar in der That und Wahrheit Gott und den Vater unsers HErrn JEsu Christi − und gesegnet sei ihr Dank, der das Leben lang währet und dort in ungeahnter Fülle fortgeht.

 So ihr denn, meine Brüder, solches wißet, selig seid ihr, so ihrs thut. Ich weiß, daß nicht eine Aernte ist, wie die andere, daß Gott in einem Jahre viel und im andern wenig gibt. Ich weiß, daß Er dem einen viel und dem andern wenig gibt, und daß an Reichtum und Fülle nicht alle dem reichen Manne zu vergleichen sind. Aber ich weiß auch, daß kein völlig armes Jahr jemals gewesen ist, noch kommen wird. − daß kein Mensch je gestorben ist, noch sterben wird, der nicht über eine gewisse Summe von Gottes Gütern und Gaben gesetzt gewesen wäre, und damit nach dem Sinne JEsu hätte schalten können. So arm ist keiner, daß er nicht mitärntete, mitdanken und mitanwenden könnte und dazu berufen wäre. So weihe denn der Arme mit dem Reichen und der Reiche mit dem Armen die Erdengüter dem Dienste JEsu und freue sich, daß, so lange die Erde steht, geschweige so lange wir hie leben, niemals die Zeit, das Jahr, der Tag kommen wird, wo wir nicht ärnten, von Gott empfangen und Seine himmlischen Güter wieder zu Seinem Preise anwenden könnten. Es befleißige sich ein jeder, alle seine Habe Gott darzubringen, und keiner vergeße, daß also Gottes Güter brauchen das rechte Haben und Besitzen ist. Wer so hat, dem wird nach Matth. 13, 12. gegeben, daß er die Fülle habe. Wer so nicht hat, dem wird genommen, auch das er hat! Amen.




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