Geschichte von Kloster Heilsbronn/Weidenbach

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54. Weidenbach,

Pfarrdorf. Das Kloster erhielt daselbst Güter durch Schenkung von Ulrich von Muhr Senior, Miles, und einem Klosterdiener Konrad Steudner, durch Kauf von Heinz Wagner. Sieben Anwesen wurden dem Kloster abgabepflichtig. Weidenbach war nach Ornbau gepfarrt, hatte eine eigene Kapelle, aber keinen eigenen Begräbnißplatz; die Leichen wurden in Ornbau begraben. Die kirchlichen Verhältnisse waren dieselben wie in Hirschlach: der Ort war bis in das 16. Jahrhundert Filial von Ornbau. Dorfherren waren in der Reformationszeit Johann Georg von Seckendorf zu Triesdorf, das Gumbertusstift und das Kloster Heilsbronn. Nach damaligem Brauche verstand es sich von selbst, daß die Ortsbewohner lutherisch wurden, weil ihre Lehensherren in Onolzbach und Heilsbronn lutherisch geworden waren und einen lutherisch gesinnten Pfarrer angenommen hatten. 1557 ertrug die Pfarrstelle nur 60 bis 70 fl. Wegen dieses geringen Ertrages blieb die Stelle manches halbe Jahr lang unbesetzt, da sich kein Bewerber fand. 1557 beantragte der Pfarrer (er war dem Dekanat Leutershausen zugewiesen) gemeinschaftlich mit dem Dorfamman die Anlage eines Begräbnißplatzes in Weidenbach auf Grund eines Kapitelsbeschlusses. Damit nicht einverstanden waren Joh. Georg von Seckendorf und der Abt Schörner von Heilsbronn mit seinen Unterthanen in Weidenbach, welche erklärten: [480] „Ornbau wird Entschädigung von Weidenbach fordern, wie ehedem Eschenbach von Merkendorf bei dessen Lostrennung gethan hat. Wir bekommen doppelte Kosten, da wir die Ausgabe für die Beerdigungen an Ort und Stelle zu bestreiten und obendrein den Pfarrer und Meßner in Ornbau zu entschädigen haben werden. Auch werden die Ornbauer für unsere Heufuhren etc. den Zoll verlangen, während wir als Eingepfarrte bisher zollfrei waren. Doch wollen wir den Vorschlag annehmen, wenn das Gumbertusstift, welches in Weidenbach die meisten Unterthanen und das Patronat hat, die Pfarrstelle aufbessert und selbstständig macht.“ Die Majorität der Einwohner war für das Projekt; allein die heilsbronnischen Einwohner verweigerten jeglichen Beitrag für den Kirchhof. In Folge dessen wendete sich die Majorität an den Markgrafen, welcher den Abt Schörner beauftragte, seine dortigen Unterthanen zur Zahlung anzuhalten. Im 30jährigen Kriege starben in den 7 Jahren 1632/38 von den 7 heilsbronnischen Gutsbesitzern 5, der 6. zog in den Krieg. Zwei Höfe und zwei Scheunen brannten ab, zwei verödeten.