RE:Aenaria

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,1 (1893), Sp. 594595
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Aenaria heisst bei den Römern die von den Griechen Πιθηκοῦσσαι (Appian. b. c. V 69 ἐς νῆσον τὰς Πιθηκούσας, ἣ νῦν ἐστιν Αἰναρία. Strab. I 54. 57. V 247. 248. VI 258; vgl. Liv. VIII 22, 6. Ovid. metam. XIV 90. Plin. II 203) oder Πιθηκοῦσσα (Skylax p. 10. Strab. I 60. II 123. Ptolem. III 1, 69; vgl. Mela II 121. Plin. III 83) genannte Insel an der Küste Campaniens, jetzt Ischia. Der bei den Dichtern und sonst angeführte Urname Inarime (Vergil. Aen. IX 716 u. Schol. z. d. St. Plin. n. h. III 82. Ovid. metam. XIV 89. Silius It. VIII 541. XII 147. Lucan. Pharsal. V 100. Stat. Silv. II 2, 76) stammt aus dem missverstandenen Verse Homers Il. II 783 (vgl. Strab. XIII 626. Steph. Byz. s. Ἄριμα). Die Insel, durchaus vulcanischen Ursprungs (Nissen ital. Landesk. I 266) hat zu allen Zeiten auch einen Hauptsitz der vulcanischen Thätigkeit in dieser Gegend gebildet: daher die Sage von dem unter dem Epomeo begrabenen Giganten Typhoeus (Pindar Pyth. I 18; vgl. Strab. V 248. XLII 626. Lykophron Alex. 988. Pherekyd. ap. Schol. Apoll. Rhod. II 1210). In historischer Zeit finden wir die Insel zuerst von Euboeern aus Chalkis und Eretria besiedelt (Strab. V 247. Liv. VIII 22, 5), die von hier aus Cumae gründeten. Sie wurden um das J. 500 durch vulcanische Eruptionen vertrieben. Hieron von Syrakus schickte, vermutlich bald nach seinem Siege über die Etrusker bei Cumae, 474 v. Chr., neue Ansiedler hin, welche gleichfalls vor einem drohenden Ausbruch wichen; aus dem 4. Jhdt. meldet Timaeus (bei Strab. V 248) von einem Ausbruche, der durch seine Heftigkeit sogar die Bewohner der campanischen Küste zur Flucht ins Innere veranlasst habe. Die Insel gehörte in dieser Zeit den Neapolitanern, welche sie befestigten und durch militärische ἄρχοντες verwalten liessen (aus dieser Epoche die Inschrift Kaibel IGI 894 = Mommsen unterital. Dial. 197), aber nach ihrem unglücklichen Kriege mit den Römern 328–326 sie diesen abtreten mussten. Im J. 91 wird ein vulcanischer Ausbruch als prodigium nach Rom gemeldet (Obseq. 54). Augustus gab die Insel im Tausch gegen Capri den Neapolitanern zurück (Sueton. Aug. 92). Sie hatte kein selbständiges Gemeinwesen und wird später besonders wegen ihrer warmen Bäder genannt (Strab. Plin. XXXI 9; Weihinschriften [595] an die Nymphae Nitrodes oder Νιτρωδίαι CIL X 6787–6799. Kaibel IGI 892. 893; Thermen und Heiligtum lagen an der Südseite der Insel, wo noch heute der Name Nitroli). Auch der Fabrication von Töpferwaren (πίθοι), denen nach einigen die Insel ihren griechischen Namen verdanken sollte, erwähnt Plin. III 82: die angeblich von den chalkidischen Colonisten bebauten Goldbergwerke waren dagegen schon im späteren Altertum verschollen. Gelegentliche Erwähnungen der Insel noch Plin. XXXII 154. Itiner. marit. p. 515. Die der Insel gleichnamige Hauptstadt lag an der N.W.-Ecke bei dem heutigen Forio: die alte Burg der Neapolitaner vermutlich auf dem Monte Vico, wo die oben angeführte Inschrift Kaibel IGI 894 gefunden ist. Hauptstelle über die Geschichte von A.: Strab. V 247. 248. Inschriften Kaibel IGI 891–894. CIL X 6796–6805. Vgl. Beloch Campanien 202–210.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903), Sp. 18
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S. 594, 20 zum Art. Aenaria:

Litteratur über Ischia s. jetzt bei Mau Katal. der röm. Institutsbibliothek I 148.