RE:Amalaricus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1715
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Amalaricus, Sohn des Königs der Westgothen Alarich II. und der Thiudigotho, der Tochter des Ostgothenkönigs Theoderich, als sein Vater in der Entscheidungsschlacht fiel (507), noch ein Kind, wurde von Theoderich als westgothischer König eingesetzt, während des Alarich natürlicher Sohn Gesalich nach vierjährigem Widerstande beseitigt wurde. Theoderich regierte für A., brachte den westgothischen Königsschatz nach Ravenna, schickte nach Gallien und Spanien Beamte und ein Heer, liess die Steuern an sich abführen und verwendete diese zur Entlohnung des Heeres. Sein Statthalter Theudis scheint aber in Spanien eine sehr selbständige Stellung gehabt zu haben. Nach Theoderichs Tode (526) wurde der Königsschatz zurückgestellt, der Tribut hörte auf, die Rhone wurde zwischen West- und Ostgothen als Grenze anerkannt. A., der jetzt selbständig herrschte, heiratete eine Tochter Chlodwigs, Chlotchildis. Diese aber, eine Katholikin, rief ihren Bruder Childebert gegen ihren Mann, der sie zum arianischen Bekenntnisse zwingen wollte, zu Hülfe. Es kam zum Kriege und A. verlor in demselben bei Narbonne die Schlacht und auf der Flucht in Barcelona das Leben (531). Vgl. Jord. Get. 58, 302. Proc. Goth. I 12. Isid. hist. Goth. 36–40. Cassiod. Var. V 43. 44. Greg. Tur. II 37. III 1. 10. Fredeg. III 30. 41. L. hist. Franc. 23. v. Chrothild. 9; auch v. Caesarii in Acta SS. 27. Aug. Litteratur: Aschbach Gesch. d. Westgothen 172ff. Dahn Kön. d. Germ. V; Gesch. d. Westgothen 111–118 (woselbst die ältere Litteratur); Urgesch. d. germ. u. roman. Völker I 369ff. 245. Hodgkin Italy and her invaders III (1885) 400ff.