RE:Amaleus

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 1717–1718
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Amaleus (Ἀμαλεύς), gehört in den durch Hineinziehung der Niobe aus den Fugen gebrachten Sagenkreis der thebanischen Dioskuren Amphion und Zethos. Die ältere Form der Sage, deren Vertreter Pherekydes ist, lässt sich mit hinreichender Sicherheit erschliessen (s. oben S. 468). Danach war A. Sohn des Amphion und der Hippomedusa, und zwar das älteste von sechs [1718] Kindern. Ein unzertrennlicher Genosse seines Vetters Itylos ward er von dessen Mutter Aedon zum Opfer ihres Neides gegen die kinderreichere Schwägerin ausersehen, aber durch Schicksalsfügung traf Aedon das eigene Kind (Schol. V und Eustath. zu Od. XIX 518). Nach einer jüngeren Umgestaltung dieser Sage (Schol. B und Eustath. a. a. O.) tötete Aedon zuerst den A., dann aber προλαβοῦσα τὴν ἐκ τῆς δυσμενοῦς κόλασιν auch den Itylos. Der Name Ἀμαλεὺς lässt sich ebensogut zu ἀμαλὸς wie zu ἀμάλη stellen, es fragt sich indessen, ob er richtig überliefert ist und nicht etwa bei Pherekydes ein mit der thebanischen Sage enger verknüpfter Name (Ὁμαλεύς) vorlag. Einen Sohn des Amphion mit Namen Ὁμολωεύς als Eponym des homoloischen Thores bietet das Schol. Eur. Phoen. 1119.