RE:Ananios 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2057
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2) Ἀνάνιος (υυυυ, s. Epicharm b. Athen. VII 282 B, Ἄνανις b. Theophrast Athen. XII 511 D, zu ἀνία, vgl. Λυσανίας Παυσανίας), Choliambendichter; vgl. Bergk PLG⁴ II 501. ten Brink Philol. VI 76. XIII 607 (verfehlte Hyperskepsis). Flach G. d. gr. Lyr. 570ff. Die Zeit des A. ist nicht sicher zu fixieren. Er citierte frg. 2 Pythermos (s. Anakreon oben S. 2044) und wurde selbst schon bei Epicharm erwähnt, s. Athen. VII 282 B (vgl. 328 A) = Anan. frg. 5, Epich. Ἥβ. γάμ. 5 p. 232 Lorenz: καὶ σκιφίας χρόμιός θ’ ὃς ἐν τῷ ἦρι καττὸν Ἀνάνιον ἰχθύων πάντων ἄριστος. Die Alten pflegten nicht ihm, sondern dem Hipponax die ‚Erfindung‘ der μέτρα χωλά zuzuschreiben; vorsichtige Leute liessen die Frage aber offen, s. Hephaestion 5 p. 18 Westph. ὅπερ τινὲς μὲν Ἱππώνακτος, τινὲς δὲ Ἀνανίου φασὶν εὕρημα. Problematisch ist Proklos p. 243 W.: Ἰάμβων ποιηταὶ Ἀρχίλοχός τε ὁ Πάριος ἄριστος καὶ Σημωνίδης ὁ Ἀμόργιος … καὶ Ἱππῶναξ ὁ Ἐφέσιος· ὧν ὁ μὲν πρῶτος ἐπὶ Γύγου, ὁ δὲ ἐπ’ Ἀνανίου τοῦ Μακεδόνος, ὁ δὲ Ἱππῶναξ κατὰ Δαρεῖον ἤκμαζεν. Da A. auch sonst (Schol. Lykophr. p. 254 Müller) unter die canonischen Iambographen gezählt wird, erkennt Rohde (Rh. Mus. XXXIII 198 Anm.) hier wohl mit Recht seinen Namen, der daher nicht mit Clinton (in Ἀργαίου) zu ändern, sondern als Zeichen einer schweren, durch Schuld des Excerptors entstandenen Verwirrung zu betrachten ist. Von seiner Persönlichkeit wussten die Alten wenig, vgl. Theophrast frg. 84 W. bei Athen. XII 511 D τὸν Ἀνάνιος (βίον ἡδὺν λέγομεν) οὕτως ἀοράτου κατὰ δόξαν ὄντος, eine Stelle, die Bergk (Gr. L.-G. II 331, 129) völlig überzeugend auf A. frg. 5 bezogen hat. Wir besitzen einige Fragmente seiner Hinkiamben, deren Stil begreiflicherweise an Hipponax erinnert (zu frg. 1 vgl. Hippon. 1ff.; frg. 2 polemisiert vielleicht auch gegen Hippon. 20); auch die Tetrameter mit ihrem gastronomischen Inhalt finden eine Analogie bei Hipponax frg. 80. Darf man daraus, dass bei der Aufzählung der Apollonkultstätten frg. 1 nur Klaros ein Epitheton erhält (ἢ Νάξον ἢ Μίλητον ἢ θείην Κλάρον), denselben Schluss ziehen, wie bei Herondas IV 2 (Crusius Unters. zu Herond. 80*), ist A. auch ein Landsmann des Hipponax gewesen.

Nachträge und Berichtigungen

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Band S I (1903), Sp. 76
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S. 2057, 1 zum Art. Ananios Nr. 2:

Die Namensform Ἀνανίας findet sich bei Tzetz. in den proleg. in poet. Schol. Lycophr. I 254 M.