RE:Apature

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band I,2 (1894), Sp. 2671–2672
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Apature (Ἀπατούρη, Ἀπατουριάς, Ἀπάτουρος), Epiklesis der Aphrodite, insbesondere der Aphrodite Urania als der Schutzgöttin der Apaturien in den ionischen Niederlassungen am kimmerischen Bosporos. Aphrodite A. lässt sich nachweisen 1) in Sindike, wo um ihr Heiligtum, τὸ Ἀπάτουρον, der gleichnamige Ort entstand, Strab. XI 495 (= Steph. Byz., der jedoch 1 und 2 zusammenwirft); 2) in Phanagoreia, Strab. a. a. O. (Epikl. Ἀπάτουρος). Latyschew Inscr. antiqu. orae septentr. Ponti Euxini II 352 = CIG 2125 (Epikl. Ἀπατουριάς), und unweit davon am Tsukursee, Latyschew II 343 (Ἀφροδίτῃ Οὐρανίῃ Ἀπατούρου μεδεούσῃ), vgl. Latyschew II 347 (Aphrodite Urania). 349 = CIG 2120 (ohne Epikl.); 3) in einer unbekannten hellenischen Niederlassung in der nogaischen Steppe unweit des Kubanflusses, wo de la Motraye Voyages II 73 tab. IV 11 (Travels II 50 t. XXVII 6) ein Relief fand mit der Inschrift θε(ῷ) Ἀπατούρῳ, Latyschew II 469 (= CIG 2133. IGA 350. Kirchhoff Stud. z. Gesch. d. Alphab.⁴ 36); 4) in Pantikapaion, Latyschew II 28 = CIG 2109 b (Ἀφροδείτῃ Οὐρανίᾳ Ἀπατούρῃ μεδεούσῃ). Latyschew [2672] II 19 (Ἀφροδείτῃ Οὐρανίᾳ Ἀπατούρου μεδεούσῃ; das Relief, Aphrodite auf einem Schwan, bei Stephani Compte rendu 1877, 246. Kalkmann Arch. Jahrb. I 235f.), vgl. Latyschew II 21. 22 = CIG 2108 g. 2109 (ohne Epikl.). Wie sich aller Orten an den Namen der Apaturien eine etymologisierende ἀπάτη-Legende knüpfte, so erzählt Strabon a. a. O. (= Steph. Byz.) auch für Phanagoreia folgendes: Aphrodite habe, von den Giganten bedrängt, Herakles zu Hülfe gerufen, ihn in einer Höhle versteckt, dort die ungestümen Freier einzeln empfangen und so ἐξ ἀπάτης durch den Helden töten lassen. Dass gerade Herakles in diese Legende verflochten wird, mag mit seinem Kult in jenen Gegenden zusammenhängen, für den Münzen und Inschriften (vgl. Latyschew II 24. 41. 350. 358) zeugen. Über die Beziehung der Aphrodite zu den Apaturien vgl. K. O. Müller Prolegom. 401. Boeckh zu CIG 2120. Stephani Compte rendu 1859, 128.