RE:Aristobulos 8

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,1 (1895), Sp. 909–910
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8) Sohn Herodes d. Gr. und der Mariamme I. Etwa im J. 23 wurde A. mit seinem älteren Bruder Alexandros nach Rom zur Erziehung geschickt, wo er im Hause des Asinius Pollio lebte (Joseph. ant. XV 342ff.). Etwa im J. 18/7 holte ihn Herodes wieder aus Rom zurück, nachdem der Unterricht abgeschlossen war. A. wurde bald darauf mit seiner Base Berenike, der Tochter von Herodes Schwester Salome, verheiratet (Joseph. ant. XVI 6ff.). Gleich nach der Rückkehr aus Rom begannen die Versuche der Salome und anderer, den Herodes gegen A. aufzubringen und letzteren zu verdächtigen. Herodes gab den Einflüsterungen nach, bevorzugte seinen Sohn Antipatros und verklagte schliesslich, von allen Seiten aufgehetzt, im J. 12 v. Chr. den A. sowie seinen Bruder Alexandros beim Kaiser Augustus. Diesem gelang es, bei der Zusammenkunft in Aquileia, eine Versöhnung herbeizuführen (Joseph. ant. a. O.; bell. Iud. I 23). Sie hatte aber keinen langen Bestand, denn durch die fortgesetzten Verdächtigungen [910] erweiterte sich die Kluft zwischen Vater und Söhnen immer mehr. Namentlich wurde darauf hingewiesen, dass A. den Tod seiner Mutter rächen wolle. Schliesslich wurde A. mit dem Bruder festgenommen und nochmals beim Kaiser verklagt (Joseph. ant. XVI 300ff.; bell. Iud. I 26). Augustus übertrug dem Herodes die Vollmacht, selbst die Sache zu untersuchen. Auf seinen Rat wurden in Berytos vor einem aus den Freunden des Herodes zusammengesetzten Gerichtshof die Verhandlungen geführt. Nachdem hier das Todesurteil gesprochen war, wurde A. mit seinem Bruder in Sebaste (Samaria) im J. 7 v. Chr. durch den Strang hingerichtet (Strab. XVI 765. Joseph. ant. XVI 356ff.; bell. Iud. I 27). Vergebens hatte Nikolaos von Damaskos versucht, den grausamen Vater von der Vollstreckung des Todesurteils abzuhalten (Nik. Dam. FHG III 351ff.). Schürer Gesch. d. jüd. Volk. I 336ff.