RE:Arx 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1493–1494
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3) Arx in Rom. Nachdem die aus der alten palatinischen erweiterte Septimonialstadt (s. Richter Topogr. v. Rom 29) sich mit der sabinischen Ansiedelung auf dem Quirinal vereinigt hatte, wählten die Bewohner des neuen Gemeinwesens (der ,Vierregionenstadt‘ den schroffen Hügel des Capitol, welcher, vom Quirinal damals nur durch eine [1494] schmale Einsenkung geschieden, fast als ein südlicher Ausläufer desselben erschien, als ,Haupt‘ der Stadt, um sowohl die gemeinsame Citadelle als den Tempel der gemeinsamen Göttertrias zu tragen. Der Citadelle wies man die nördliche Kuppe (Höhe ca. 49 m. ü. M.) an. Grosse Mauern aus Tuffquadern, auf der halben Höhe des Berges aufsetzend, machten dieselbe von allen Seiten (namentlich auch nach Norden, von woher erst seit dem Mittelalter Zugänge zum Capitol geschaffen sind) unzugänglich und erweiterten gleichzeitig die sehr beschränkte Oberfläche (ca. 1 ha, die Nordhöhe fast doppelt so gross)[1]. Auf dem Plateau selbst standen wenige Gebäude, der Tempel der Iuno Moneta, an welchen sich, vermutlich seit 269 v. Chr., die Münzstätte anschloss; ferner zwei Kapellen des Veiovis und der Concordia. Der grösste Teil blieb frei; auf einem grasbewachsenen Platze (auguraculum) am Südrande stellten die Auguren ihre Beobachtungen an. Privatbauten fehlen auf der a. und an ihren Abhängen; ihr Ausschluss schon seit sehr früher Zeit wird motiviert durch die Geschichte vom Hochverräter M. Manlius Capitolinus, dessen Haus niedergerissen und für den Iunotempel verwandt sei (Liv. VI 20). Die Stelle der A. wird jetzt eingenommen durch die Kirche S. Maria in Araceli (seit dem 9. Jhdt erwähnt). Reste von Bauten auf der Hügelhöhe sind äusserst spärlich, auch der grossartige Neubau des Victor-Emanuel-Denkmals hat sehr wenig zu Tage gefördert (s. Röm. Mitt. 1889, 254. 1891, 104. 1893, 287f.). Dagegen sind in den Höhlengängen, welche auch den nördlichen Teil des Hügels durchziehen, mehrere auf orientalische Geheimkulte bezügliche Monumente gefunden worden (Mithras: CIL VI 719; Iuppiter Sabazius: Röm. Mitt. 1893, 288; Invicta Virgo Caelestis ebd.; Hekate IGI 1017). Vgl. Jordan Top. I 2, 102–115. Richter Top. 87-90.

Nachträge und Berichtigungen

Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S I (1903), Sp. 146
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S. 1494, 13 zum Art. Arx Nr. 3: Statt ,Nordhöhe‘ ist ,Südhöhe‘ zu schreiben. Die Kirche S. Maria in Araceli (S. 1494, 28) wird bereits im 8. Jhdt. erwähnt, Mommsen Chron. min. III 425. Vgl. Hülsen Bilder a. d. Geschichte des Kapitels, Rom 1899, 30f.

  1. Nachtrag im Artikel Capitolium 1: ca. 1 ha., die Südhöhe [d. h. area Capitolina mit den Abhängen] fast doppelt so gross.