RE:Asklepiades 27

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 1628
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27) Asklepiades aus Tragilos, Schüler des Isokrates (vit. X orat. bei Plut. Isokr. 10 und bei Phot. bibl. cod. 260 p. 486 b 41 Bk.), verfasste Τραγῳδούμενα in mindestens elf Büchern: Plin. n. h. index zu VII. Apollod. bibl. II 6. III 7 Wagner. Schol. A Il. III 325 (Porphyrios). Schol. A B Il. VI 255 (bester Text jetzt bei Panzer De mythographo Homerico restituendo, Greifsw. Diss. 1892, 20f.). Schol. A Il. VII 468. Schol. Od. X 2. XI 269. 321. 326. 582. XII 69. Schol. Apoll. Rhod. I 23. 152. II 178. 328. 565. Athen. XIII 456 b. Schol. Eur. Phoen. 45; Or. 1645; Alc. 1; Rhes. 895. Schol. Hes. Theog. 223. Schol. Pind. Pyth. II 39.; Nem. VII 62. Harpocr. s. Δυσαύλης. Μελανίππειον. Phot. Suid. Hesych. s. Ῥησίαρχος. Hyg. poet. astr. II 21. Prob. Verg. Georg. II 84. III 255. Er erzählte in diesem Werke die in den Dichtungen der Tragiker behandelten Mythen in fortlaufender Darstellung, nach den Tragikern selbst, vereinzelt auch Ältere Mythographen, wie Pherekydes, heranziehend, ohne indes bei jeder Erzählung nur eine einzige Tragoedie zu Grunde zu legen: A. tragoediarum argumenta non narravit, sed historiam fabulosam, qualis post tragicorum curas longe alia reddita erat atque qualem ex epicis lyricisque carminibus Pherecydes narraverat (v. Wilamowitz Anal. Eurip. 181, 3). Von diesem Buche ein Bild zu gewinnen wird dadurch erschwert, dass gerade die scheinbar umfangreichsten Bruchstücke ἱστορίαι in den Homerscholien sind. Aber gerade der Umstand, dass A. in den Subscriptionen dieser Scholien, sowie auch sonst fast immer, und dies meist an Stellen, wo jeder Verdacht einer contaminierenden, verwischenden Benutzung nach Art jener ἱστορίαι ausgeschlossen ist, als ein gleichwertiger Zeuge nicht andern Gelehrten, sondern den alten Dichtern und Logographen an die Seite gestellt wird, dass seine Versionen als selbständige Varianten gegenüber anderen erscheinen, lehrt, dass die Τραγῳδούμενα kein wissenschaftliches, an Citaten reiches Handbuch, sondern eine bei allem Ernst der zu Grunde liegenden Forschung einheitliche, abgerundete Erzählung gewesen sind, die man nicht mit Unrecht mit Ephoros verglichen hat. Die Fragmente sind zuletzt gesammelt bei Müller FHG III 301ff. Litteratur: C. Robert De Apollodori bibliotheca, Berl. Diss. 1870, 72–77; Eratosth. catast. p. 15. 228–230. v. Wilamowitz Anal. Eur. 183; Herm. XXVI 214, 1. E. Schwartz Jahrb. f. Phil. Suppl. XII 445. 451. 453. R. Wagner Apollodori epit. Vat. 137. 145–147. 149. 266f. 278. 294; Rh. Mus. XLVI 400. Bethe Theb. Heldenlieder 51, 12; Herm. XXVI 615, 2. Radtke De Lysimacho Alexandrino (Strassb. Diss. 1893) 37, 1. 42. 105.