RE:Athenodoros 2

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band II,2 (1896), Sp. 2043
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2) Athener (Dem. XXIII 12. Harpokr., vgl. Le Bas Asie min. 1140 = Hicks man. 99), wahrscheinlich aus einer Kleruchenfamilie in Imbros stammend und deshalb gelegentlich als Imbrier bezeichnet (Aen. Takt. 24, 10. Plut. Phok. 18, 2), diente als Söldnerhauptmann im J. 360 v. Chr. in Persien (Aen. Takt. 24, 10ff.). Kurz darauf finden wir ihn in Thrakien als Feldherrn und Vertreter des Thrakerfürsten Berisades (s. d.). Diesem verschwägerte er sich (Dem. a. O. 10) und gründete eine Stadt in Thrakien (Isokr. VIII 24). In seiner neuen Stellung griff A. sogleich erfolgreich in den Thronstreit des Berisades mit seinen Brüdern Kersobleptes und Amadokos ein. Er nötigte 359 Kersobleptes zu einem Vertrage mit Amadokos, Berisades und Athen, fand aber durch Athen nicht die genügende Unterstützung und verlor rasch wieder den eben errungenen Erfolg (Dem. XXIII 170ff.). Als dann Chares 358 die Ordnung der thrakischen Erbfolge im athenischen Sinne erzwang, war auch A. beteiligt (Dem. XXIII 173; vgl. A. Hoeck Herm. XXVI 1891, 103f. Foucart Bull. hell. VII 1883, 160ff.). Nach Berisades Tode (356) führte er die Sache von dessen Söhnen (Dem. a. O.). Als 353 Athen Persien gegenüber eine feindliche Stellung einnahm und den aufständischen Satrapen Orontes unterstützte, hat A. vielleicht seine alten Beziehungen zu Persien wieder aufgenommen und beim Grosskönig einen Rückhalt in dem noch immer andauernden Erbfolgestreit gesucht. Er kämpfte möglicherweise damals (oder schon 360?) bei Atarneus gegen den athenischen Feldherrn Phokion (Polyaen. V 21; vgl. Judeich Kleinas. Studien 217). Auch weiterhin hielt A. treu zu Persien; er wurde bei Alexanders Einmarsch 334 auf der Burg von Sardes gefangen, aber dann auf Phokions Verwendung freigelassen (Ael. var. hist. I 25. Plut. Phok. 18, 2).