RE:Bematistai

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,1 (1897), Sp. 266
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Bematistai wurden die Leute genannt, welche Alexander anstellte, um die von ihm zurückgelegten [267] Distanzen auszumessen (Inschrift von Olympia Arch. Zeit. XXXVII 139. 209 Βασιλέως Ἀλε[ξάνδρου] ἠμεροδρόμος καὶ βηματιστὴς τῆς Ἀσίας Φιλωνίδης Ζωίλου Κρὴς Χερσονάσιος ἀνέθηκε Διὶ Ὀλυμπίοι. Diog. Laert. II 17 in der Homonymenliste der Ἀρχέλαιοι: ὀ χωρογράφος τῆς ὐπ’ Ἀλεξάνδρου πατηθείσης γῆς. Plin. VI 61 Diognetus et Baeton itinerum eius mensores. VII 11 Baeton itinerum eius mensor, vgl. VI 45. Eratosthenes bei Strab. II 79. 80). Die Berichte dieser ,topographischen Abteilung des Grossen Generalstabs‘ wurden im Reichsarchiv aufbewahrt (Eratosthenes nach Patrokles bei Strab. II 69). Wie Seleukos seinem Admiral Patrokles solche Berichte zur Verfügung stellen liess, so setzte er bei seinem indischen Zug das Werk Alexanders fort (Plin. VI 63. Eratosthenes bei Strab. XV 689). Es ist nur natürlich, dass neben den offiziellen Exemplaren private Abschriften umliefen und es an Discrepanzen nicht fehlte (Plin. VI 62 in quibusdam exemplaribus diversi numeri repperiuntur. Eratosthenes bei Strab. XV 689 ἐκ τῆς ἀναγραφῆς τῶν σταθμῶν τῆς πεπιστευμένης μάλιστα). Aus solchen Abschriften sind dann, wenn sie mit anderen Nachrichten und Schilderungen combiniert wurden, Reisebeschreibungen ziemlich romanhafter Natur unter dem Titel Σταθμοί entstanden; sie wurden Bematisten zugeschrieben, um das Romanhafte durch den Schein officieller Authenticität noch pikanter zu machen, ähnlich wie der Alexanderroman sich aus apokryphen Reisebriefen entwickelt hat (Strab. XV 702. Rohde Griech. Roman 187). Vgl. Amyntas Nr. 22 und Baiton. Dagegen hat Eratosthenes seine neue Karte von Asien wesentlich auf Grund der echten Bematistenberichte, von denen er sich so viel wie möglich zu verschaffen suchte, gezeichnet (Strab. II 69. XI 514. XV 689).