RE:Bes

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band S III (1918), Sp. 204–205
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Bes (ältere Nebenform des), später auch bessis, bedeutet, wie das griechische δίμοιρον, zwei Teile, nämlich Drittel des As; Liber de asse, Metrol. Script. II 72, 20. 73, 17. Müller zu Festus-Paulus 33, 1. Mommsen Gesch. des röm. Münzwesens 188, 60 (Traduct. Blacas I 200, 1). Hultsch Metrologie² 144, 8. Auf dieselbe Ableitung deutet Paulus a. a. O. hin; doch bleibt es bei der Kürze seines Auszugs quod bis triens sit, quamvis dura compositio fiat ungewiß, ob Verrius Flaccus wirklich B. als Synkope von bis triens erklärt hat. Unter Hinweis auf die ältere Form des vergleicht Varro de l. l. V 172 das Wort mit deunx, dextans, dodrans (s. d.) und erklärt es dempto triente. Als Zweidrittelteil des Asses enthielt der B. 8 Zwölftel, unciae, Volus. Maec. distrib. 11. 19. Prisc. de fig. numer. 10 (Metrol. script. II 83, 19), oder 192 scripula, Colum. de r. r. V 1 (Metrol. Script. II 56, 7). Lib. de asse 16 (ebd. 75, 3). Da bei den Römern die Duodezimalteilung auf jede beliebige Einheit angewendet werden konnte (o. Bd, II S. 1114f.), so erscheint B. als 2/3 des Fußes CIL IX 1190; vgl. Vitruv. V 10, 2. VII 4, 2 laterculis bessalibus, ferner als Teil des Iugerum bei Colum. a. a. O., des Sextarius bei Martial. XI 36 (vgl. Hultsch Metrologie 119), des Pfundes CIL X 1 nr. 6, 6. Als Münze ist der B. nur von dem Münzmeister C. Cassi(us) um das J. 104 v. Chr. nach einem niedrigen unzialen, schon nahezu semunzialen Fuße ausgeprägt worden. Die Vorderseite der [205] Münze zeigt den Kopf der Venus, die Rückseite das Vorderteil eines Schiffes, darüber C · CASSI, darunter ROMA. Das Wertzeichen S: erscheint sowohl auf der Vorder- als der Rückseite, Mommsen Gesch. des röm. Münzwesens 384. 538f. (Traduct. Blacas II 76. 347f. IV Taf. XXVIII 7). Babelon Monn. de la rép. romaine I 326. Vgl. den Art. Dodrans o. Bd. V S. 1265. Das Wert-zeichen S: findet sich außerdem als Teil des Fußes oder des Pfundes CIL IX 1190. X 1 nr. 6, 6. Maec. distrib. 11. 58 (Metrol. script. II 62, 24. 68, 12) bietet das Zeichen S= das in späteren metrologischen Tafeln zu umgestaltet ist, Metrol. Script. II, XXVI.