RE:Choirilos 3

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Paulys Realencyclopädie der classischen Altertumswissenschaft
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Band III,2 (1899), Sp. 2361
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3) Tragiker in Athen, eine wenigstens für uns ganz schattenhafte Grösse, der man in den Anfängen der Tragoedie zwischen Thespis und den andern ihre Stelle anwies. Er soll noch unter den Peisistratiden aufgeführt haben, Ol. 64 (524), in Wettkampf mit Aischylos und Pratinas, ja noch mit Sophokles getreten sein. Natürlich ist das alles zusammen nicht einmal möglich. Erhalten ist eine mythographische Angabe aus einer Alope und ein als Tropus angeführter Vers. Die Grammatiker kennen ihn nicht mehr (v. Wilamowitz Herakles I¹ 50). Die Alope wird ein Satyrspiel gewesen sein – der Titel zeigt vielleicht den Einfluss des Phrynichos, der weibliche Rollen einführte –, und auf ein Vorwiegen von Satyrdramen weist der alte Spruch ἡνίκα μὲν βασιλεὺς ἦν Χοιρίλος ἐν Σατύροις. Nach diesem Mustervers wird auch das μέτρον Χοιρίλειον (s. Christ Metrik² 202) benannt sein. Man mag immerhin dem Artikel des Suidas glauben, dass er in der Entwicklung des Costüms und der Masken eine Rolle gespielt habe. Im übrigen können die Angaben dieses Artikels, der die Hauptüberlieferung über Ch. für uns ausmacht, wie über 160 Dramen, 13 Siege keinen Glauben, aber auch keine eigentliche Beurteilung finden. Naeke Choerili Samii quae supersunt . . ., de Choerili Samii aetate vita et poesi aliisque Choerilis, Leipzig 1817. Welcker Griechische Tragoedien I 18 und Nachtrag zu der Schrift über die Aesch. Trilogie 282ff. Bernhardy Grundriss II 2, 13. Nauck TGF² p. 719f.